Palm Beach
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Dienstag, 18.11.

Aufgrund der tragischen Umstände unserer Blödheit ist heute Schatten angesagt. Und der ist unter einem der Palmblatt-gedeckten Sonnenschirme am Pool gewährleistet. Der Wasserfall macht gerade so viel Getöse, dass er alle anderen eventuell störenden Geräusche übertönt. Volker macht sich derweil, gut sonnengeschützt, auf den Weg, die nähere Umgebung zu erkunden.
In der Nacht hat‘s wie aus Eimern geschüttet und jetzt scheint die Sonne wieder. Von den 31 °C, die die Wetter-App anzeigt, merkt man aufgrund des Windes und der leichten Bewölkung nicht viel.
Wie bescheuert ich bin, sehe ich beim Verlassen des Zimmers. Von drinnen durch die Gardine sehe ich einen Mann vorbei gehen, der eine große Ratte am Schwanz vor sich herträgt, um sie vielleicht im Müllsack der Putzfrau zu entsorgen. Draußen entdecke ich dann, dass jede Zimmertür mit einem weihnachtlichen Gesteck geschmückt wurde. Au Mann, eindeutig zu viele Krimis…
Vielleicht haben mich aber auch die Kakerlake und später der Mini-Gecko, die wir nacheinander aus dem Badezimmer entsorgt haben, auf den Gedanken gebracht.


Dritter Urlaubstag und ich wusste immer noch nicht, was die nähere und etwas entferntere Umgebung zu bieten hatte, weshalb ich den Plan fasste, den Weg bis zum nächsten Ort, Palm Beach mit dem dortigen Fat Tuesday, zu erwandern. Es waren nur 31° und um die 2 Kilometer Entfernung, das sollte locker zu schaffen sein, ich bin ja jung und austrainiert. Vorbei am Super Food und dem Kreisverkehr hatte ich die ersten 200 Meter locker geschafft, als sich erste Erschöpfungserscheinungen bemerkbar machten, ich hatte die Hitze und die Entfernung wohl leicht unterschätzt.
Ok, bis zur nächsten Kurve schaffte ich es noch, wo mich ein sehr schön gestalteter Kreisverkehr, der Amsterdam Manor Roundabout, mit eingebauter Schildkröte, erwartete.

Amsterdam Manor Roundabout

Nach diesem Highlight sollte ich eigentlich genug gesehen haben, es kann wieder zurück gehen. Aber irgendein Teufelchen in mir flüsterte, dass ich es noch weiter schaffen würde. Also schleppte ich mich auf einem breiten Fußgänger*innen/Radfahrerweg*innen immer am Wasser entlang, immer weiter, immer weiter.

Aruba

Irgendwann, nach endlos langen 30 Minuten, erreichte ich nach 1,8 km laut Maps die Butterfly Farm, die wir in den nächsten Tagen besuchen wollten. Eigentlich nur ich, Uli hatte kein großes Interesse daran.

Butterfly Farm Aruba

Wie ging’s weiter? Wenn ich schon so weit gegangen bin, konnte ich mich auch noch weiter schleppen, ab hier wurde es nämlich halbwegs interessant, die ersten Hotelhochhäuser waren zu sehen.

Palm Beach Aruba

Das auffälligste Gebäude, schon vom Eagle Beach aus erkennbar, ist das Riu Palace Aruba, ein im Zuckerbäckerstil erbauter riesiger Klotz, der zwar nicht wirklich in diese Gegend passt, aber doch ganz nett aussieht, finde ich jedenfalls.

Riu Palace Aruba

Von hier aus waren es “nur noch” 800 Meter bis zum Fat Tuesday, 2,6 Kilometer von zuhause entfernt. Ich fragte alle paar Sekunden Maps, wo ich bin und wo ich hin muss, in der Hoffnung, dass es bald vorbei wäre.
Warum wollte ich gerade zum Fat Tuesday? Weil ich immer zu so einem Laden will, wenn einer in der Nähe ist. In diesem Fall, um die Mittagszeit, zwar nicht um einen 190 Octane zu trinken, aber um zu wissen, ob es dieses Getränk dort gibt, wie die Äußerlichkeiten sind undsoweiter, was man eben macht, wenn ein Fat Tuesday in der Nähe ist. Rechersche.

Fat Tuesday Aruba

Fat Tuesday ArubaEs gibt 10 verschiedene Drinks, 190 Octane, 190 Octane Cherry, 190 Octane Blue Raspberry, Peach Bellini, Margarita, Piña Colada, Mango, Cat 5 Hurricane (151 Rum with tropical juices), Strawberry und Electric Lemonade. Dazu “Fave Combos”, Mischungen aus den vorhandenen Geschmäckern mit so schönen Namen wie Superman, 44 Magnum, Pimp Juice, Spring Fling, Pain In The Ass, Miami Vice und Rocket Fuel, aber man kann sich natürlich auch persönliche Mischungen zusammenstellen lassen.
Der Preis: 15,99 $ für einen 16-unzigen Becher, umgerechnet 0,47 Liter. 20,99 $ für eine Sportsbottle, Refills für 15,99, und 25,99 $ für ein Mug, Refills 21 $. Macht 4 $ pro Drink teurer alswie in Las Vegas, nicht schlecht. Wir haben immer unseren eigenen Becher mit, der 0,6 Liter fasst und für den günstigsten Kurs aufgefüllt wird. 0,13 Liter mehr für den selben Preis.
Der wird genutzt wenn wir beide hier vorbei kommen in den nächsten Tagen, falls ich den heutigen Tag samt Rückreise nach Hause überlebe.

Wie man sieht habe ich hier viel Platz um viel Text unterzubringen, weshalb ich so viele Buchstaben aneinanderreihe, damit es nicht so leer aussieht neben dem Bild.

Ich ruhte mich in einem der recht bequemen herumstehenden Sessel aus und fühlte mich dann kräftig genug, einige Restaurants und Kneipen anzusehen und traute mich sogar, noch ein paar Meter weiter zu gehen, um nach einem ATM zu sehen, wo ich ein paar $$ holen wollte, auch im Voraus auf einen demnächstigen Urlaub in einem Land, in dem der $ das Hauptzahlungsmittel ist.

Maps führte mich ein paar Meter weiter, um eine Kurve, in eine enge Gasse und als ich das Ziel erreicht hatte stand ich vor einem leeren Gebäude, ohne ATM.
Danke für nichts.
Ich war jetzt 3,6 Kilometer gegangen und wollte keinen Meter mehr weiter. Wobei, den Strand hier, den Palm Beach, wollte ich mir noch ansehen, und zurück natürlich mit den Bus, die ganze Strecke zurück würde ich nicht überleben.

Auf dem Weg dorthin kam ich an einer Eisdiele vorbei - und ein Eis geht immer, schon um zu testen ob Straciatella und Nuss so gut schmecken wie zuhause in der örtlichen Eisdiele. Ergebnis: nicht schlecht, kann man essen. Und wer meint dass 7,50 $ zuviel für 2 Kugeln wären sollte sich mal in den USA ein Eis kaufen.

Gelatissimo Aruba

Gelatissimo Aruba

Palm Beach Aruba

Der Palm Beach ist schmaler und voller als unser Hausstrand, der Eagle Beach, hier muss man sich nicht länger aufhalten.
Eine Bushaltestelle ist nur ein paar Meter entfernt, eine Fahrt kostet 2,50 $, und nach 3 Stunden und 4,2 Kilometern zu Fuß kam ich völlig erschöpft wieder zuhause an und verbrachte den Rest des Tages im und am Pool, wo Uli bereits auf mich wartete.
Andererseits: wenn ich etwas trainiere könnte ich vielleicht irgendwann bei einem Triathlon mitmachen, 4,2 km sind doch ein guter Markus Anfang.

verbachte den Rest des Tages im Pool

Das Abendessen genossen wir wieder nebenan in Jack’s Cafe, diesmal gab es ein Schweineschnitzel (die dazugehörigen Pommes sind nicht im Bild) und einen Cheeseburger, wie schon gestern beides zusammen für umgerechnet 14 €.

Gute Nacht.

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