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Samstag, 6.12.
Heute ist Nikolaustag. Wir haben ihn und seine Helfershelfer zwar gestern Abend gesehen, heute jedoch nichts in den Stiefeln. Tja, hätten wir doch mal welche mitgebracht… Schön ist, dass wir Casa Amalia fast für uns haben, keine störenden Geräusche, keine nervenden Holländer. Nicht so schön ist allerdings, dass wir aufgrund der fehlenden Fensterscheiben fast ausschließlich im Dunkeln leben. Durch die geöffneten Lamellen kommt die Sonnenhitze ungebremst rein, also sind sie nur gerade so weit geöffnet, dass es nicht stockdunkel ist. Der Pool ist leider nur ein Meter tief, was zum Abkühlen reicht, aber zum Schwimmen nicht. Und um den Pool herum ist Vollsonne angesagt, das heißt da kann man es auch nicht lange aushalten. Auch wenn wir die perfekte Schnochellocation entdeckt haben und gemütliche Restaurants und beides nicht weit weg ist, freue ich mich auf zuhause. Mit Klimaanlage schlafen ist ungesund und ohne zu warm. Also gibt’s ein ständiges An/Aus, was auf einen schlechten Schlaf hinausläuft. Heute gehen wir letztmalig und ausgiebig Schnorcheln, was das Beste ist, was man hier erleben kann. Es kommen wieder einige neue Tiersichtungen hinzu, Volker sieht Schlangen, die möglichweise doch Muränen sind, und wir sehen einen Fisch, den wir nicht gesehen hätten, hätte er sich nicht bewegt. Er sieht genauso aus, wie der Untergrund auf dem erliegt und hat nur bei Bewegung sichtbare wunderschöne Schmetterlingsflügel. Zum Abschluss füttern wir noch mal die Bande, bevor wir sie wieder futtern gehen.
Abends waren wir nochmal im VillaVis, diesmal gab es Grouper, Red Snapper und eine Handvoll Shrimps (alles zusammen inklusive 4 Polar Biere für 59,19 €), alles wie schon bei unserem letzten Besuch hier sehr lecker.
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Sonntag, 7.12.
Jede Nacht dasselbe Spiel: Klimaanlage an/aus. So auch diese Nacht. Mann, was freue ich mich auf mein eigenes Bett und eine Wolldecke. Selbst Volker ist es zu warm. Draußen ist es heute dagegen erträglich, leichte Bewölkung und etwas Wind. Was würde der Besitzer an Strom sparen, würde er seine Apartments nur gescheit dämmen. Hier krakeelen und sausen Papageien herum, immer paarweise und so schnell, dass man kaum ihre Farbe erkennt. Heute bleiben die Schnorchelsachen trocken, damit wir sie nicht nass einpacken müssen, denn morgen geht’s nach Hause. Und dann ist unser letzter Abend doch noch richtig schön. Essen gehen an unserem Lieblingsstrand, an dem noch viele Einheimische picknicken und baden gehen, mit Sonnenuntergang und Livemusik, killing me softly… Wobei das Beef und Chicken Stew nicht der Knaller waren.
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FAZIT CURACAO
Curaçao ist mit 444 Quadratkilometern ein bisschen größer als Köln, hat aber nur fünfzehn Prozent der Einwohner. Was nutzt es, wenn die Insel mehr als doppelt so groß wie Aruba ist, man davon aber so gut wie nichts zu sehen bekommt? Schön ist allerdings, dass wir auch keine Hotelanlagen gesehen haben, nur ein- bis zweigeschossige Privathäuser. Nicht so schön, um es harmlos auszudrücken, ist die riesengroße Raffinerie, das viele Gewerbe, keine schönen Strände. Die Menschen, egal ob Urlauber oder Einheimische, sind, egal mit welcher Hautfarbe, Holländer. Und es gibt auch nur die eine Sprache, man wird automatisch so angesprochen und einsortiert. Schnorcheln und Essengehen ist eindeutig besser, das Wetter und der Rest eindeutig schlechter als auf Aruba.
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Was soll ich sagen. Willemstad, Caracas Baai, recht gutes Essen zu akzeptablen Preisen. Mehr fällt mit nicht ein - ich muss nicht nochmal hin, schnorcheln kann man auch woanders. Vor 6 Jahren haben wir auch eine Geschichte aus Curaçao geschrieben, die kannst du dir hier ansehen. Damals haben wir alles positiver gesehen, es gab auch so gut wie keine Staus auf den Straßen, weshalb wir viel mehr von der Insel gesehen haben. Wobei ich jetzt beim nachlesen gesehen haben, dass auch damals die Rede von Staus war, was wir aber anscheinend vergessen hatten. Aber da wir diesmal den fast perfekten Schnorchelstrand gefunden haben, relativiert sich alles irgendwie. Ich hätte auch hier gerne gespottet, hatte aber keine Lust auf die verstaute Fahrt zum Flughafen. Schade. Wenn wir nochmal in diese Gegend kommen sollten, dann nach Aruba und vielleicht Bonaire, Curaçao muss nicht mehr sein.
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Montag, 8.12.
Es geht nach Hause. Ick freu mir. Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte, ganz im Gegenteil, ich werde das Meer und die Fische vermissen, aber ich mag nicht mehr schwitzen. Und auch die Sammelkarte für Stiche und Bisse ist mehr als voll. Also Sachen packen und mit dem Auto zurück zur Vermietstation. Die freundliche Dame, die uns den Polo übergeben hatte, kommt uns bereits entgegen und bringt uns, so, wie wir sind, gleich zum Flughafen. Das nenne ich mal perfekten Service. So sind wir früher dort als wir geplant hatten. Egal, vierfach-Schlange-Stehen, erst Einchecken, dann Ticket Kontrolle, dann Passkontrolle und zuletzt Security-Check vertreiben die Zeit und in der Lounge vergeht sie ohnehin bequem und schnell. Mit zwanzig Minuten Verspätung geht’s los, aber wen interessierts, wenn die Kekse in der Lounge so lecker sind?
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Unser Flug mit der Boeing 777-306 ER PH-BVU ist dank bequemer Sitze, akzeptablem Essen in Form von Lasagne und knapp acht Stunden Dauer unspektakulär schnell vorüber und wir landen pünktlich in Amsterdam. Dort sollten zweieinhalb Stunden Umsteigezeit reichen, um in der Lounge noch einen Kaffee zu trinken. Die Wegstrecke von Gate E nach Gate B wird mit zwanzig Minuten angegeben. Dazu kommen Passkontrolle, Security Check und Passkontrolle. So weit, so machbar. Aber bei der Sicherheitskontrolle ist die Hölle los. Menschen aus aller Herren Länder werden lautstark aufgefordert, Getränke zu entsorgen – und ausnahmslos alle haben mindestens eine Flasche dabei – und alle losen Gegenstände in den Taschen zu verstauen, bevor sie den einzelnen Schlangen zugeteilt werden. Wir haben das besondere Glück, dass eine gerade eintreffende Gruppe indischer Rollstuhlfahrer inklusive ihrer Begleitung, so circa zwanzig Leute, direkt vor uns einscheren darf. Und es geht sowieso schon nicht weiter, da sich das Gepäck staut. Nach der Personenkontrolle erkennen wir das Problem: der Mitarbeiter, der sich die Röntgenbilder des Gepäcks anschaut, entscheidet bei ungefähr neunzig Prozent für eine separate Kontrolle. Das dauert natürlich, so viele Koffer und Taschen zu durchsuchen, vor allem, wenn man sich dazu viel Zeit nimmt. Die Schlange wird immer länger, ebenso die Gesichter derjenigen, die eine kurze Umsteigezeit haben. Natürlich sind auch unsere Koffer in der Kontrollspur gelandet. Irgendwann werden der Röntgenheini und die Durchsuchungstussi ausgetauscht und die Quote der zweifelhaften Gepäckstücke entspricht der, der anderen Kontrollstationen. Und auch die Durchsuchung geht flotter, der neue Kollege legt sich richtig ins Zeug, die Misere zu beenden.
Ein Artikel zum Thema Rollifahrer auf Airports will ich euch nicht vorenthalten: Ein Video, das am Flughafen Chicago O'Hare aufgenommen wurde und den Gate-Bereich von Air India mit Dutzenden von Rollstühlen zeigt, die auf das Boarding warteten, wurde fast 15 Millionen Mal angesehen und entfachte eine heftige Debatte über den angeblichen Missbrauch von Behindertenservices auf internationalen Flügen. Berichten zufolge beantragen mittlerweile etwa 30 Prozent der Passagiere auf Air Indias Strecken zwischen Indien und den USA einen Rollstuhl. Viele von ihnen verlassen das Flugzeug jedoch nach der Ankunft ohne Hilfe, was zu Vorwürfen des Missbrauchs des Priority-Boarding-Systems geführt hat. Branchenkenner weisen darauf hin, dass jede Rollstuhlanforderung die Fluggesellschaften zwischen 30 und 35 US-Dollar an Personal- und Materialkosten kostet. Einige Air India-Flüge bearbeiten monatlich über 100.000 Rollstuhlanforderungen, was zu erheblichen betrieblichen Verzögerungen führt und das Flughafenpersonal an seine Grenzen bringt. Die Biocon-Managerin Kiran Mazumdar-Shaw schlug kontroverserweise vor, eine Gebühr von 5.000 Rupien pro Flughafen zu erheben, um den Missbrauch einzudämmen. Kritiker argumentierten, dies würde ältere Reisende, Nicht-Englischsprachige und Menschen mit unsichtbaren Behinderungen ungerechtfertigt belasten. Befürworter der hohen Nutzung von Rollstühlen erklären, dass viele ältere indische Passagiere diesen Service nicht aufgrund von Mobilitätseinschränkungen, sondern zur Orientierung auf unbekannten Flughäfen benötigen, da sie kein Englisch sprechen und sich von den internationalen Reiseformalitäten überfordert fühlen. Die Kontroverse hat die indische Luftfahrtbehörde DGCA veranlasst, Fluggesellschaften die Möglichkeit zu geben, Gebühren für die Nutzung von Rollstühlen zu erheben. Dies soll Missbrauch verhindern und sicherstellen, dass Passagiere mit tatsächlichem medizinischem Bedarf rechtzeitig Hilfe erhalten.
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So schauen wir etwa eine Dreiviertelstunde zu, wie bei einigen Passagieren Panik ausbricht und sonst nichts passiert. Unsere Einkehr in die Lounge fällt damit aus und wir gehen gleich zum Gate B20. Es ist nur noch eine halbe Stunde bis zum Boarding und aus dem Fenster beobachte ich, wie aus unserer Maschine die Koffer ausgeladen, aber unsere gar nicht eingeladen werden, denn das Förderband wird mit dem angekommenen Gepäck weggefahren. Sehr merkwürdig. Etwa zur Bording-Zeit wird durchgesagt, dass unser Flug von B5 abgeht. Also setzt sich der Tross der Wartenden geschlossen in Bewegung und marschiert den ganzen Weg zurück an den Anfang des Gates, um dort eine Treppe tiefer auf den Bus zu warten. Hier gedulden wir uns alle noch eine kleine Weile und dann geht’s tatsächlich ohne weitere Umwege nach Hause, na fast, erst nach Düsseldorf. Da könnte man doch glatt wieder umkehren und noch ein bisschen schnorcheln.
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