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Eigentlich. Eigentlich wollten wir zu Kreuze fahren, ab Ende Oktober 2025 eine 41-tägige Weltentdeckertour mit der “Mein Schiff 6”. Direkt nach unserem letzten Urlaub wollten wir buchen, aber irgendwie hatten wir beide zeitgleich das Gefühl, dass wir so eine Fahrt auch in höherem Alter noch machen können und es jetzt besser wäre, wenn wir einen Schnorchelurlaub vorziehen würden. Wir waren schon sehr, sehr lange nicht mehr unter Wasser, speziell Uli hatte starke Entzugserscheinungen. Wo kann man schnorcheln? Weisst du noch, damals auf Curaçao? Das war sooo schön. Und da Karibik immer geht habe ich nach Flügen in die niederländische Karibik geforscht. Warum nur eine Insel, mindestens eine zweite, das A oder B, könnten dazu kommen. Die Entscheidung fiel danach, welche Flugzeuge 2er Sitzplätze hatten, deshalb sollte es mit KLM zuerst nach Aruba mit einem A330 und zurück ab Curacao mit einer B777 mit 2er-Belegung in der Komfortklasse gehen. Ein Apartment auf Aruba war relativ schnell gefunden, auf Curaçao habe ich wieder bei Amalia gebucht, wo wir 2019 schon gewohnt haben, nach Bonaire wollten wir einen Tagesausflug machen.. Flüge und Übernachtungen waren geklärt, es konnte losgehen.
Neues Thema: Weisst Du, was ein Status Match ist? Falls man viele Meilen oder Punkte bei einer Airline gesammelt hat, bekommt man einen Status, bei Lufthansa heissen sie HON oder Senator, bei British Airways gibt es Bronze, Silver und Gold Member, bei Delta/KLM/Air France/SAS ist es ein Skyteam Status. Ich hatte vor mehreren Jahren mit BA und Qatar einen OneWorld Silver Status erflogen, der am 31.03.2025 abgestuft wurde. Kurz vorher konnte man per Status Match - und jetzt kommen wir zum Thema - diesen silbernen Status in einen EuroBonus Gold Status bei SAS umwandeln. Dieser ist gleichwertig mit dem SkyTeam Elite Plus Status, mit dem man zusätzliches Freigepäck, bevorzugten CheckIn, Loungezugang für 2 Personen, Priority Boarding und 125 % Meilengutschriften erhält. Diesen Status hatte ich schon bei mehreren Flügen mit SAS genutzt, diesmal ist KLM das “Opfer”. Ich habe den billigsten Tarif gebucht, ohne Gepäck (das ja Statusinklusive ist) und nur die Economy Comfort Sitze für den Hinflug und Premium Comfort Sitze für den Rückflug zusätzlich gezahlt. Reservierungen für die Flüge von und nach Amsterdam waren kostenlos. Und einen Loungezugang nehmen wir immer gerne in Anspruch wenn wir längere Umsteigezeiten haben, was bei unseren letzten British Airways Flügen gut geklappt hat und auch bei KLM funktionieren sollte.
Wir übernachteten wie fast immer im Maritim am Flughafen, das Abendessen bestand aus einem Chicken-Döner-Teller bei Anadolu im Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens, dazu ein örtliches Altbier und schon waren wir bereit zum Matratzenhorchdienst.
Die folgenden Texte sind wie immer von Uli - kursiv und Volker - unkursiv.
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Sonntag, 16.11.
Nennt mich ruhig, nein, nicht Ismael, obwohl: das wäre mir auch egal. Ich meine spießig, konservativ, engstirnig, eigen, bescheuert. Jedenfalls würde ich gerne wissen, wenn ich wo angestellt bin, und vor allem würde ich gerne bezahlt, wenn ich schon arbeiten muss. Seit Jahrzehnten weigere ich mich, mein Leergut im Getränkeladen Flasche für Flasche ordnungsgemäß einzusortieren. Ich kaufe lieber da, wo mir gleich alles abgenommen wird. Auch um Selbstbedienungskassen mache ich meist einen Bogen. Vor allem, wenn’s was auszuwiegen gibt. Das dafür ausgebildete Personal kann das viel besser und schneller, und bei Problemen bräuchte ich dann doch wieder deren Hilfe. Und jetzt auch noch beim Fliegen; nur hier gab’s keine Alternative. Viele verzweifelte Gesichter, erst an den Bordkarten-Automaten, für all jene, die kein Online-Ticket haben. Danach zum Gepäckanhänger-Automaten. Brille aufsetzen, Bordkarte einscannen und schauen, wie man das Dingen im Stehen und ohne Ablagemöglichkeiten richtig auseinander und an den Koffer bekommt, ohne den eigenen Abschnitt gleich mit zu entsorgen.
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Und abschließend zur Kofferabgabe. Auch hier 100 % Selbstbedienung, aber ohne die Hilfe des einzigen Mitarbeiters, der erklärt, wie rum man was wo scannen muss und warum der Koffer dann nicht gleich abtransportiert, sondern nur ein Stück eingezogen wird, hätte es nicht nur bei uns nicht geklappt. Das Fachpersonal kann das nicht nur schneller und besser, es hat außerdem auch noch einen kontrollierenden Blick auf die Passagiere. Und für die fängt der Urlaub doch gleich entspannt an. Dass diese Automaten Zeit sparen, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass Zeit relativ ist. Während man sich abmüht, Automaten zu bedienen, die man zum ersten Mal sieht, vergeht sie einfach schneller, als wartend in der Schlange. Oder anders ausgedrückt: es ist entscheidend, auf welcher Seite der Klotür man sich befindet. Wenn dieses Abnehmen der Arbeit dann wenigstens bares Geld sparen würde… Aber die Preise steigen trotzdem weiter. Irgendwann müssen wir das Flugzeug noch selber fliegen, wie Galeerensklaven rudern, um den Auftrieb zu erzeugen. Im Stehen. Für den doppelten Preis. Und die Airline ist trotzdem wirtschaftlich am Limit.
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Es ist ein langer Tag, denn unser Zubringerflug nach Amsterdam geht um viertel nach Acht am Morgen, das heißt Wecken um 5:23 Uhr. Der Flug dauert zwar nur eine knappe halbe Stunde, trotzdem ist der Tag halb rum und wir sind unserem Ziel noch nicht wirklich nähergekommen. Schöner wäre, könnte man direkt von Düsseldorf in die Welt fliegen, aber der Name sagt alles: Dorf. Nicht schön, wenn man gefühlt schon angekommen sein müsste, aber der 10-Stunden-Flug noch vor einem liegt…
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In Amsterdam herrschte ein ziemliches Chaos. Erst ging es zu einer Passkontrolle, wo wir in eine Reihe eingeteilt wurden in der geschätzt 400 Leute standen und an deren Ende 4 Passkontrollapparate standen. Nach 20 Minuten, in denen es nur millimeterweise weiter ging, schlichen wir uns nach den nebenan liegenden mit Menschen besetzten Kontrollhäuschen, wo wir nach 3 Minuten durch waren.
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Dann begann die Suche nach der örtlichen Lounge, von denen es wohl mehrere gibt, die auch beschildert waren, aber irgendwann ist man am Ende eines Ganges und hat nichts gefunden. Der Hunger wurde deshalb im Dutch Kitchen in Form eines Käsebrötchens gestillt. Anschließend fand ich auf dem Weg zur nächsten Toilette dann doch den Aufgang zur Non-Schengen Crown-Lounge, wo wir zur Entspannung vor dem langen Flug noch etwas Alkohol inhalierten.
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Mit einer halben Stunde Verspätung hob der Airbus A330-203 PH-AOD mit dem schönen Namen “Piazza del Duomo - Milano” in Richtung Aruba ab. Wir hatten sogenannte Economy Comfort Sitze reserviert, normale Economy mit ca. 10 cm mehr Sitzplatzabstand als normal. Das Essen in Form von Pasta Cavatappi tomato pesto und Meatballs mash of savoy cabbage war genießbar, die Zeit verging zwar langsam aber erträglich und nach 9:49 Std. landeten wir am Queen Beatrix International Airport.
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Irgendwann geht auch die längste Reise zu Ende und man landet auf dem wohl süßesten Flughafen, den man sich vorstellen kann. Sooo klein und trotzdem richtige Gangways. Kurze Wege, schnelle Einreise, sogar schöne Stempel in den Pass und die Koffer lassen auch nicht lange auf sich warten. 3 (in Worten: drei) Gepäckbänder sagen alles über die Größe bzw. Kleine des Airports. Eine freundliche Taxifahrerin bringt uns ruckzuck zu unserer Unterkunft und erzählt auf der Fahrt, was wir als Erstlinge unbedingt wissen müssen: •Die Insel ist klein, aber sicher •Es gibt keine einzige Ampel •Das Leitungswasser ist trinkbar, es kommt aus einer Entsalzungsanlage •Die Locals sprechen alle drei Sprachen: Englisch, Spanisch, Einheimisch •Bezahlen in US$, Afl (Aruba-Florin) oder mit Karte Unser Quartier ist die kleine, private, zweigeschossige Apartmentanlage „Sasaki“, mit nur 24 Apartments und einem Poolbereich. Alles ist liebevoll gestaltet, sehr gepflegt und gut in Schuss. Direkt nebenan befindet sich ein sehr großer Supermarkt und über die Straße, in ca. acht Gehminuten Entfernung, liegt ein langer, öffentlicher Strand. Eagle Beach soll einer der schönsten sein, ob wir das auch so sehen, werden wir in den nächsten Tagen herausfinden. Ob die Menschen, denen man hier begegnet, alles Touristen sind, kann man auf den ersten Blick nicht sagen. Aber wir hören viel Papiamentu, eine einheimische Sprache mit portugiesischen Wurzeln, Spanisch, Niederländisch und Englisch. Deutsch ist eher selten.
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 Montag, 17.11.
Nach dem wir uns im SuperFood mit dem Nötigsten versorgt haben, frühstücken wir und gehen anschließend zum Strand. Der ist ungefähr zehn Minuten entfernt und damit sehr gut ohne Auto erreichbar. Eagle Beach ist ein öffentlicher Strand mit kostenlosen Palapas, Palmdach-Schirmen, und Toiletten. Eine Strandbar, ein Wassersport-Anbieter sowie Sonnenliegenverleih vervollständigen das Angebot. Uns reicht ein Plätzchen, um unsere Sachen zu deponieren, und ab geht’s ins Wasser. Direkt neben unseren Köpfen tauchen Pelikane ein und haben ab und zu Erfolg mit ihrem Fischfang. Wir überschätzen die Schutzwirkung der Bewölkung und bleiben viel zu lange im Meer. Am Ende fühlen wir uns nicht nur fünfzig Kilo schwerer, sondern haben auch ‘nen ordentlichen Sonnenbrand.
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Da wir am Abend keine Lust hatten, ein Restaurant zu besuchen, sahen wir uns im Supermarkt nebenan um und entdeckten Jack’s Cafe, wo 2 leckere Cheeseburger mit Pommes den Weg in unsere Mägen fanden. Und das zu einem für die heutige Zeit und den Ort fast lächerlichen Preis von 14,80 $ oder umgerechnet 13,75 €. Nicht pro Burger, sondern für beide.
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