Cienfuegos

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Dienstag, 18. November 2008

Tagesziel ist heute Cienfuegos. Wir frühstücken in Ruhe im Hotel, packen zusammen und verabschieden uns. Irgendwann kommen wir bestimmt wieder !

Um Havanna gibt es einen halben Autobahnring, den wir nehmen wollen, um in Richtung Süd-Ost zu gelangen. In der Mitte des Rings ist ein Autobahndreick, wo wir von dem Ring runter müssen in unsere Richtung. Soweit die Theorie. Wir fahren und fahren. Wie immer ist kein Schild zu sehen. Verhungern müssten wir nicht, es wird an viel auf den Randstreifen gegrillt… Irgendwann ist die Autobahn zuende und, man glaubt es kaum, der Flughafen ist ausgeschildert. Wir sind viel zu weit gefahren. Aber wir haben nirgends einen Hinweis für die A1 gesehen. Es ist schon eine Frechheit, den Autobahnen Namen zu geben, wenn sie absolut nicht erkennbar sind. Also fahren wir zurück und wirklich nur durch Zufall sehen wir eine Strasse neben uns, die ein Fitzelchen Ähnlichkeit mit einer Autobahn haben könnte. Wir fahren noch schnell ab. Durch metertiefe, mit Wasser gefüllte Schlaglöcher fahren wir den unbefestigten Feldweg auf die Autobahn. Geschafft ! Von jetzt an bleiben wir eine Weile hier drauf.

Wir wollen uns auf dem Weg die Schweinebucht ansehen, wofür wir von der Autobahn müssen. Es ist also so weit. Irgendwie finden wir die richtige Abfahrt mit dem Namen Australia. Ich kann mich nicht an ein Schild erinnern... Es soll dort auch ein Museo Central Australia geben. Selbst wenn es uns interessiert hätte, wir hätten den Weg nicht gefunden.

Unterwegs machen wir einen Stop in La Boca, wo es Krokodilfarmen gibt. Wir kommen diesen näher und werden von wartenden Männern von der Strasse gewunken. Wir müssen fürs Parken und dann nochmal den Eintritt bezahlen. Spannend finde ich das nicht wie sich hunderte Krokodile auf einem kleinen Haufen tummeln. Aus ihnen werden später Schuhe und Handtaschen gefertigt. Gegenüber ist ein Touristenzenrtum, was mir wesentlich besser gefällt als das was wir gesehen haben. Hier gibt es auch Krokodile, aber wir haben keine Lust mehr die anzusehen. Es ist Zeit für ein Mittagssnack, den wir im Restaurant einnehmen. Wir sehen Unmengen Busse dort, aber die Menschenmassen verlieren sich über die Anlage. Es werden Touren mit Schnellbooten angeboten, die aber auch nicht mein Ding sind.

Handtaschenzucht in Guama

Wir sitzen also dort draussen und lassen uns unser Essen schmecken, als wir Klaviergeklimper, den Ententanz mit dazugehörigen Gesang hören. Ein ganzer Bus Deutscher ! Wir sind froh als sie gehen und zwei Troubadoure kubanische Klassiker anstimmen.

Es geht weiter immer an der Küste entlang. Das Wasser ist glasklar und türkisblau. Am Playa Girón gibt es ein Museum über die Invasion in der Schweinbucht. Wie in allen Museen dieser Art werden die Gefechte ziemlich glorifiziert, weshalb wir uns das auch sparen. Wir machen zwischendurch Halt am Strand und haben zum ersten Mal Kontakt zum karibischen Meer. Es lädt zum Baden ein. Machen wir aber nicht, wir müssen ja noch ein ganzes Stück fahren und wissen nicht wann und ob wir Cienfuegos überhaupt finden…

Karibik - Erny hat leider keine Basehose zur Hand

Leider haben wir keine Zeit zum Baden weil wir nicht wissen wann wir Cienfuegos finden....

Unterwegs lesen wir zwei Frauen auf, die uns in die Stadt geleiten. Als sie aussteigen, erklären sie uns noch den restlichen Weg zum Hotel. Wie durch ein Wunder entdecken wir auch ein Schild, das die grobe Richtung zeigt...

Das Hotel La Union ist sehr schön und zentral gelegen. Wir steigen aus und sofort kommt eine Frau und fragt nach Creme. Ich habe alles in meiner Tasche parat. Meistens, wenn man an bestimmten Punkten parkt, warten dort schon Frauen, die nach Seife, Cremes und Süssigkeiten fragen.
Der Mann an der Rezeption spricht sogar deutsch. Wir bekommen wieder eine Junior-Suite, wo man leider die Balkontüren nicht öffnen kann. Aber die Fenster gehen auf und wir geniessen den schönen Ausblick auf den Plaza José Marti, Erny ist er mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.

Cienfuegos Downtown

Jose Marti - wer sonst....

Es ist sehr später Nachmittag, die Sonne geht bald unter. Und wo kann man das besser bei einem Mojito betrachten als von der Dachterasse des Hotels ? Der Ausblick ist wirklich toll und es ist schön ganz in Ruhe da zu sitzen und die untergehende Sonne zu betrachten.

Ein Mojito auf der Dachterasse

Wir machen ein kleines Päuschen im Zimmer um uns dann ins Nachtleben zu begeben. Im Hotel gibt es ein Restaurant und eine Bar, die wir lieber später besuchen. Wir gehen durch die Fussgängerzone und schauen uns die kläglichen Auslagen in den Geschäften an. Es ist kaum jemand auf der Strasse. Restaurants gibt es so gut wie keine. Wir finden eins, in dem man aber vorher Reservieren muss. Schauen wir also weiter. Unterwegs haben wir eine Art Imbissbude gesehen, die nicht sehr gemütlich ist, und damit nur Plan B wird. An einem schönen Kolonialgebäude steht eine Kellnerin und fragt, ob wir essen möchten. Klar. Sie führt uns durch einen dunklen Gang und plötzlich sind wir in einem grösseren Gastraum, der durch Unterteilungen gemütlich wirkt. Wir sind in einem privat geführten polynesischen Restaurant. Unser Tisch steht unter der Klimaanlage, was mir nicht gefällt, also ziehen wir um an einen anderen. Ich muss mir Ernys Gemecker darüber anhören. Wir haben jeder ein Bucanero, das lokale Bier, bestellt, das der Kellner an unserem Tisch vom Tablett fallen lässt. Nicht nur der Boden ist nass und voll Scherben, meine Hose auch. Also ziehen wir ein zweites mal um. Diesmal war es wenigstens nicht meine Schuld …

Das Essen ist wirklich sehr gut und reichlich. Die Auswahl in den Restaurants ist nie gross. Schweinefleisch, Hähnchen oder Fisch mit Reis und schwarzen Bohnen und Salat. Uns schmeckt es sehr gut. Ich mag die schwarzen Bohnen. Ausser uns sind nur Kubaner in dem Restaurant, nicht ein Tourist. Obwohl das Hotel voll ist und auch nur um die Ecke sind wir wirklich die einzigen Ausländer hier. Und das ist gut so.
An der Hotel-Bar genehmigen wir uns noch den einen oder anderen Cocktail. Hier schmeckt der Piña Colada ausgezeichnet…

 

 

Mittwoch 19. November 2008

Ich habeTeatro Terry - Cienfuegos nicht wirklich gut geschlafen. Eigentlich nicht eine Nacht, seit wir in Kuba sind. In Havanna hat früh morgens ein Hahn gegenüber auf dem Nachbardach gekräht, was sich aber eher wie Schweinegrunzen anhörte, in Vinales bellten ständig Hunde und hier in Cienfuegos war in 50 Meter Luftlinie eine Kirches, dessen Glocken alle 15 Minuten bimmelten.

Nach dem Frühstück sehen wir uns den Plaza José Marti genauer an. Wir brauchen erst mittags auschecken und lassen unsere Sachen auf dem Zimmer. Cienfuegos wird auch die Perle des Südens genannt. Die Gebäude sind nett renoviert. An einer Seite gibt es das Teatro Terry, das Don Tomás Terry 1889 zu Ehre seines Vaters bauen liess. 1895 wurde das Theater mit einer Aufführung von Aida eingeweiht. Gegenüber befindet sich das Museo Histórical Provincial mit einer schönen Kuppel. Vor Kopf steht ein Art-nouveau-Palast, der ursprünglich einem Zuckerbaron gehörte. Heute ist es die Casa de la Cultura Benjamin Duarte.

Plaza José Marti - Cienfuegos

Plaza José Marti - Cienfuegos

Wir verlassen den Platz und gehen den dortigen Prado entlang. Auch hier reihen sich renovierte kleine Paläste mit schönen Sääulen an die, die es dringend nötig haben. Wir kommen zur Uferstrasse. Mittlerweile ist es ganz schön warm geworden und es gibt kein Schatten. Ich würde mir gerne noch einen anderen Palast ansehen. Wir laufen und laufen, die Sonne brennt uns auf den Pelz. Leider kann man auf der Karte im Reisefüherer nicht erkennen, wie weit es wirklich ist und wir wollen nicht mehr gehen. Erny schaut nach einem Taxi. Jetzt wo wir eins wollen, kommt natürlich keins. Also halte ich einen Pferdewagen an. Unter Protest steigt Erny ein. Besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Diese Wagen fahren den Prado hoch und runter und nehmen die Einheimischen auf. Uns fährt der Kutscher in die Innenstadt bis fast vor das Hotel, weil das in einer Einbahnstrasse liegt. Wir sind zufrieden.

Eine Kutschfahrt fehlte noch in unserer Sammlung

Kuba ist ein Dienstleistungsland. Man bezahlt, wenn man irgendwo parkt (es kommt immer jemand, der denkt er wäre ein Parkwächter), Kofferträger, Kellner (wir lassen auch beim inklusiven Frühstück ein Trinkgeld da), Barkeeper, Auskünfte, fürs fotografieren, bettelnde Menschen usw. Aber das ist uns egal. Uns tut es nicht weh und die Menschen dort brauchen die Devisen. Es gibt zwei Währungen in Kuba. Den Peso für die Einheimischen und den Peso Convertible (CUC) für die Touristen. Der Kubaner verdient im Schnitt 13,- € im Monat. Von den Trinkgeldern lebt die ganze Familie, denn mit dem kubanischen Peso kann man nicht viel kaufen. Das Gehalt reicht gerade für einen halben Monat, um mit der Lebensmittelkarte Reis und Bohnen zu kaufen. Der Rest des Monats wird improvisiert oder getauscht.
Und wieder mal fallen uns speziell unsere deutschsprachigen Mitbürger auf, die an Guides vorbei gehen, für die nette Tour danken und nicht einmal einen CUC (ca. 0,90 €) als Trinkgeld geben.
Unser Geld ist jedenfalls auch bald aufgebraucht und wir wollen in einer Bank mit der Kreditkarte Geld abholen. Draussen stehen bewaffnete Security-Leute. Wir dürfen nicht in die Bank. Ein Geldtransporter holt Geld aus dem Gebäude. Dafür, dass man mit den Geld nicht viel kaufen kann, machen sie einen grossen Aufstand daraus. Endlich können wir rein und bekommen unser Geld. Noch nichtmal mit Geheimnummer, die wir extra beantragt haben, nur mit dem Ausweis.

Wir checken aus und fahren jetzt den Malecón nochmal mit dem Auto ab bis zu dem Palacio del Valle – klotzen statt kleckern… Irgendwie sind hier doch nicht alle gleich – einige sind gleicher.

Palacio De Valle

Auf dem Weg sehen wir ein Hinweisschild nach Trinidad, unserer nächsten Station. Natürlich finden wir nicht aus der Stadt raus. Wie soll es auch anders sein. Wir stoppen als eine junge Frau von einem Pferdewagen springt. Sie fragt, ob wir nach Trinidad fahren. Tun wir, also kann sie mit. Sie ist sehr nett und wir unterhalten uns ein bisschen in englisch. Und vor allem weißt sie uns den Weg. Unterwegs steigen noch 4 Personen zu und es wird etwas eng auf der Rückbank. Sie bleiben allerdings nicht lange im Auto. Später gebe ich dann immer Zeichen, wieviele Leute zusteigen können.

 

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