Costa Adeje

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Kanarienvögeln - 7.-14. Februar 2009

Eine Woche diesem nicht enden wollenden Winter zu entfliehen, erscheint immer verlockend. Eine Woche Sommer, Sonne, Sonnenschein gegen Schnee, Regen, Kälte. Das ist keine Frage, das ist Pflichtgebot. Volker musste noch ein bisschen Resturlaub unters Volk bringen und ich wollte, nein ich konnte ihm da nicht im Weg stehen. Was bin ich dieses abscheuliche Winterwetter leid. Und was habe ich mich auf die schon so lange versprochene globale Erwärmung gefreut. Aber nix ist damit, verarscht haben sie uns, um die grünen Plaketten unters Volk und an die Windschutzscheiben zu bringen. Erst machen sie uns mit schmelzenden Eisbergen und ertrinkenden Eisbären mürbe, um uns dann in die Tasche zu greifen. Aber wir haben es ja so gewollt. Wir alle schreien so laut nach Umweltschutz, dass wir den leisen Ruf der Vernunft übertönen. Und vernünftig ist es, dem Frühling entgegen zu fliegen, wenn er nicht zu uns kommt.
Der unserer Meinung nach nächste Frühling ist um diese Jahreszeit auf den Kanaren. Da bekommt man das beste Wetter für den Flug. Auf Empfehlung eines alten Kollegen wollte ich nach Teneriffa, und weil es noch ein bisschen früh im Jahr ist, vorzugsweise in den Süden.

Volker buchte Flüge von Dortmund abgehend und ein Hotel ein bisschen abseits des Trubels der Costa Adeje (gesprochen: Adeche, jedoch mit einem im Rachen gesprochenen ch, nicht wie in Dechenhöhle). Wir mussten zwar sehr früh raus aber was macht das schon, wenn die Sonne lockt. Damit ich mich höchstpersönlich davon überzeugen konnte, dass es hier rein gar nichts zu sehen gibt, hatten wir einen kleinen Zwischenstopp auf Fuerteventura. Trotzdem stiegen hier gut drei Viertel unserer Mitflieger aus. Beim Weiterflug konnte ich von Gran Canaria leider nichts erkennen, sie hatte sich komplett zugewolkendeckt.

Fuerteventura - warum sollte auf dieser Insel urlauben?

Auf Teneriffa wurden wir dann von der Reiseleitung begrüßt und einem Bus zugewiesen, der uns zum H10-Hotel Costa Adeje Palace brachte, in dem man auf unser frühes Kommen gar nicht vorbereitet war. Überhaupt waren die Rezeptionisten allesamt nicht von der schnellen Sorte. Wir mussten, um überhaupt erst mal an die Reihe zu kommen, ziemlich lange warten, obwohl einige von denen ziel- und sinnlos hin und her standen. Es gab sicher Wichtigeres als wartende neue Gäste zu begrüßen.

Unser Hotel, das Costa Adeje Palace

Draußen verpassten wir wunderschönstes Wetter und verbrachten die Zeit drinnen mit einem Vertröstungs-Sangria, der nach kaltem Glühwein schmeckte, und Warten. Erst auf unsere Nachfrage war man in der Lage, uns die etwaige Dauer unserer zu verplempernden Freizeit mitzuteilen. So brauchten wir nicht länger Koffer bei Fuß zu stehen sondern konnten uns rühren. Unser Hunger trieb uns zur längst ausgespähten Poolbar, an der wir – natürlich viel lieber nicht mehr in voller Montur – eine Kleinigkeit zu Mittag aßen.

Ein sehr leckerer Fisch und GambasAlAjillo

Unsere uns endlich zugewiesenen Zimmer waren gar nicht so leicht zu finden. 119, so sollte man meinen, ist das neunzehnte Zimmer im ersten Stock. Und der erste Stock liegt gewöhnlich über dem Erdgeschoss. Dazu müsste man aber wissen, dass die Hotelhalle, obwohl eingangs ebenerdig, schon zum dritten Geschoss gezählt wird. Also fuhren wir mit dem Aufzug erst mal nach oben. Im sechsten Stock war der erste Halt und wir wunderten uns noch über so hohe Geschosshöhen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich in dem gläsernen, außen liegenden Fahrstuhl mehr Angst gehabt. Also noch einmal die 1 gedrückt und im zweiten Stock ausgestiegen. Verflixt, was ist denn das für eine Technik. Ein drittes mal die 1 gedrückt und wir landeten im Untergeschoss. Fehlende Fenster, Wegweiser zu Fitnessraum, Frisör und Tagungssälen ließen keinen Irrtum zu: hier waren wir auch wieder falsch. Also wieder rauf zur Rezeption und Hilfe gerufen. Der Kofferschlepper schnappte sich unsere Taschen und schoss los. Der erste Stock, der zwei Etagen unter der Empfangshalle liegt und den wir für besagten Keller hielten, war tatsächlich unsere Etage. Jedoch fehlten hier die Hinweise zu den zu erwartenden Zimmernummern. Irgendwann ging der Keller in ein Erdgeschoss und später tatsächlich in ein Obergeschoss über, das Hotel war zum Teil in den Berg gebaut.
Ok, jetzt aber endlich Urlaubsanfang…. Durch diese doch berechtigt erscheinende Hoffnung machte uns der Zimmertresor, den wir extra gegen Aufpreis und Schlüsselpfand hinzumieteten, einen Strich. Wir bekamen die Tür trotz präzisester Befolgung der Bedienungsanleitung nicht auf. Der auf dem Flur noch erwischte Kofferträger konnte es auch nicht besser. Jetzt ärgere ich mich ja über verlorenes Geld, aber verlorene Zeit ist durch nichts zu ersetzen, daher verschoben wir den Tresor auf später und holten endlich unser Auto ab.

Na ja, also wir begaben uns auf den Weg, das Auto abzuholen. Volker hatte schon ergoogelt, wo sich der Spanier mit Hertz befindet, und die Landschaft ist auch nicht ganz so plander Weg schien ihm gar nicht so weit. Aber die Welt sieht in echt dann doch ein bisschen anders aus als bei Google-Earth. Die Entfernungen sind ein bisschen weiter und die Landschaft ist auch nicht ganz so plan. Nach der Erklimmung des ersten Hügels entschlossen wir uns daher spontan und bereits ein bisschen schwitzend, den Wartenden an der nächsten Bushaltestelle Gesellschaft zu leisten und hofften, dass wir den richtigen Bus und die richtige Haltestelle erwischen. Erwischten wir, es kann ja auch mal was klappen. Das war dann aber auch vorläufig alles. Denn frei nach der Serie „Ein Duke kommt selten allein“ wimmelte es in diesem Viertel von Duque’s. Alleine acht Hotels, die sich auf einen Herzog berufen, und zwei Centre Comercial. Als Friedenspfeife rauchten wir ne Flasche BierDas von uns gesuchte war das CC El Duque, ich entdeckte aber, und freute mich auch noch darüber, da ich sonst nicht nur Schilder nicht lesen geschweige denn überhaupt sehen kann, das CC Plaza del Duque. Also stiegen wir aus und folgten dem Hinweis einen Hügel wieder abwärts. Weil, dort angekommen, so rein gar nichts nach Autovermietung aussah, fragten wir nach und wurden den Berg wieder hinaufgeschickt. Wir hätten an der Bushaltestelle einfach nur über die Straße gehen müssen. Jetzt hätte aber wirklich alles gut werden können – wenn Volker nicht vergessen hätte, dass heute Samstag ist. Und samstags nachmittags hat der Autovermieter kein Hertz, da hat er frei.
In jedem gescheiten Comic wären jetzt *knuff*, *päng*, *boing*, *klong* und *schepper* zu lesen, ich erspare mir hier die Schlacht gegen die Römer. Als Friedenspfeife rauchten wir ne Flasche Bier und morgen sollte Volker zu Strafe noch mal alleine los.
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Naja, eine wirkliche Strafe war das natürlich nicht, er kannte ja jetzt die Bushaltestelle, die gleich vor unserem Hotel liegt, den Bus, den Weg und den richtigen Duque. Das einzige, was ihn dann doch ein bisschen quälte, waren die Franzosen, die vor ihm dort waren und kein Wort Englisch geschweige denn Spanisch sprachen. Aber die Geschichte kann er selbst sicher besser erzählen…
 

Fast eine ganze Stunde Wartezeit, wegen blöder Franzosen.

Ich habe zwischenzeitlich lecker in der Sonne gesessen, den Gipfel des Teides im Blick, und auf ihn gewartet. Und nach einem ausgiebigen Frühstück konnte unser Urlaub nun endlich beginnen.

Ich habe zwischenzeitlich lecker in der Sonne gesessen

 

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