White Pocket

Eigentlich ist es erstaunlich. Da gibt es einen weissen Fels in sonst rotem Gebiet, der schon aus grosser Entfernung zu sehen ist, sogar vom Highway aus, und niemand macht sich die Mühe nachzusehen, was es dort lohnenswertes zu besichtigen gibt. 2004 erschien dann ein Bild in einem Visitor Guide in Kanab, kurz danach ein Artikel mit Wegbeschreibung im Buch Photographing the Southwest von Laurent Martres. Da der Felsen in topografischen Karten “White Pocket” genannt wird, wurde der Name gleich auf das ganze Gebiet ausgedehnt. Der “Entdecker” hat ja in der Namenswahl gestalterische Vielfalt.

White Pocket von den North Coyote Buttes aus gesehen - auf dem Weg zur Wave

Kurz nachdem White Pocket von der 89 aus gesehen, zwischen CCR und der Paria Ranger Stationdas Buch herausgekommen ist wurde White Pocket auf deutschen Internetseiten und in Foren sehr stark “beworben”, es wäre eine Location, die man unbedingt gesehen haben müsste.
Glück für uns alle: Es liegt nicht im Indianergebiet, sonst wäre es uns verschwiegen worden, wir hätten uns nur an Fotos aufgeilen können.
Pech für uns alle: Man kann nicht einfach hinfahren sondern der für diese Gegend zuständige Landschaftsdesigner hat einen recht schwierigen Parcours aufgebaut, der uns die Fahrt nicht leicht macht.

Nachteil: Es gibt keine Permits, weder im Internet noch an der Ranger Station.
Vorteil: Es wird kein Permit benötigt, White Pocket ist eine permitfreie Zone.

Vor der Tour sollte man sich unbedingt Informationen über die Straßenverhältnisse besorgen. Entweder an der Paria Contact Station, ca. 33 Meilen westlich von Page direkt am Highway 89 oder bei der Paria Outpost eine halbe Meile westlich der Station. Bei der Paria Outpost sind die Infos über den Staßenzustand meistens aktueller - es ist aber nicht immer jemand da.
Der Weg ist bis zur Poverty Flat Ranch identisch mit dem Weg zu den South Coyote Buttes. Eine genaue Beschreibung gibt es hier. Ich kümmere mich nicht um Abzweigungen, GPS-Daten und Topomaps.

Kein Gutes aber auch nicht das schlimmste Stück der Strecke.

Von dort nimmst du den Weg nach Nordost, rechts am ehemaligen Windrad und kurz danach am Wassertank vorbei, ca. 6 Meilen durch tiefen Sand. Du solltest Erfahrung mit dem Fahren im Sand haben und nicht alleine fahren, damit ein Fahrzeug das andere evtl. aus dem Sand ziehen kann.

Ca. eine Meile vor dem Trailhead geht es relativ steil bergab. Wer hier runter fährt muss auch wieder rauf. Wer sich nicht sicher ist sollte seinen Wagen lieber oben stehen lassen und zu Fuß weiter gehen.
Wo genau eine Meile VOR dem Trailhead ist weiss ich nicht - ich bin weiter gefahren.

Kein Bild von "letzten" Hügel sondern von irgendwo unterwegs

 

 

Noch besser: Du machst eine Tour mit Paria Outpost - teuer, aber du bist sicher, dass du ankommst und, viel wichtiger, auch wieder zurück kommst. Diese Möglichkeit besteht auch für Leute, die an der WP übernachten wollen.
Einen ausführlichen Film über die Fahrt kann man hier sehen.

Ab dem Trailhead sind es ca. 200 Meter und man ist in einer Wunderwelt der Natur. Bei einer Größe von ca. 1 Quadratkilometer braucht man mindestens 2 Stunden, um so viel wie möglich zu sehen. The More - the Better.

Nach 200 Metern bist du da

Ich hab es einem Arbeitskollegen so erklärt: Man nimmt einen Topf mit Vanille-, Pfirsich- und Schokopudding, rührt ein- bis zweimal, garniert alles mit Sahne und rührt noch einmal kurz durch. Diesen Topf lässt man ein paar Millionen Jahre stehen, bis alles hart geworden ist und setzt den Inhalt in irgendeine Wildnis. Ich wurde dumm angekuckt, aber nachdem ich ein Bild gezeigt habe, wurde ich verstanden.

White Pocket

White Pocket

Da kniet man nieder

White Pocket

Das einzige Bild mit allen Dreien

Der Weg zurück begann mit dem schwierigsten Teil. Durch zwei recht enge Gatter und dann ca. 800 Meter bergauf - beides bei tiefem Sand. Man kann nur hoffen, dass kein anderes Auto entgegen kommt. Wir schlingerten durch das Gatter und dann immer nur Gas geben, egal was kommt. Mit letzter Kraft, kurz bevor die Reifen nicht mehr richtig griffen, waren wir oben auf der Kuppe. Kräftig durchgeschüttelt - aber oben. Jetzt konnte uns nichts mehr aufhalten. Michael war 2 Minuten nach uns gestartet und hat es auch geschafft. Im Bild sieht es irgendwie harmlos aus, oder? Ein Video einer Fahrt zurück gibt’s auch - erstaunlicherweise mit geschlossenem Gatter. Klick

Durch diese hohle Gasse .....

Wir nahmen den vom BLM vorgeschlagenen Rückweg über die Corral Valley Road, die sich in einem sehr schlechten Zustand präsentierte und zusätzlich fast doppelt so lang wie die Paw Hole Variante war. Nach 60 Minuten erreichten wir die House Rock Valley Road - tranken uns am Wire Pass Trailhead ein kaltes Bier aus Silkes Eisbox auf den gelungenen Tag.

Vor der Tour sollte man sich unbedingt Informationen über die Straßenverhältnisse besorgen und danach planen, welche Strecke man fährt. Entweder an der Paria Contact Station, ca. 33 Meilen westlich von Page direkt am Highway 89 oder bei der Paria Outpost eine halbe Meile westlich der Station. Bei der Paria Outpost sind die Infos über den Straßenzustand meistens aktueller - es ist aber nicht immer jemand da.
Der perfekte Tag: Die South Coyote Buttes und White Pocket an einem langen Tag. Beschrieben hier (Outpost-Tour) und hier (Selbstfahrer).

 

 

 

 

 

 

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