Uli's Story - Aller guten Dinge sind 4

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Aller guten Dinge sind 4
Cruise No. 3 war noch nicht ganz verdaut, die Geschichte immerhin geschrieben, da freuten wir uns schon auf No. 4, und noch schlimmer: wir buchten bereits. Der frühe Bucher fängt nicht nur den Rabatt-Wurm sondern hat auch die meiste Vorfreude. Oder immerhin die längste. Und die bangste. Denn Tour No. 4 ist die letzte. Das wissen wir schon jetzt. Und da brauchen wir auch gar nicht noch mal drüber schlafen, nachdenken oder Rotwein trinken. Der Reeder of the Seas hat beschlossen, dass er unsere Majestät entthronen wird. Und wer weiß, wer der Nachfolger wird. Charles steht übrigens auch hier nicht zur Debatte. Aber das ist ein Thema für Geschichte No. 5.
Der frühe Bucher hat aber noch etwas: Die Destination in der Hand. Er – also wir – darf unter fünf Vorschlägen wählen. Es stehen zwei Ziele in Mexiko, zwei auf den Bahamas und nochmals Grand Turk zur Auswahl. Die Abstimmung gestaltet sich als spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grand Turk und Costa Maya.

Die phantastischen 4
See You in Miami„See you in Miami“ – wie schön das bisher immer geklungen hat, wenn wir uns während des Jahres bei trübem deutschem Wetter von gleichgesinnten verabschieden. Das baut auf und hilft über die unsägliche Arbeitszeit hinweg. Mit „See you in Miami“ ist konkret South Beach gemeint, Ocean Drive, irgendwo zwischen der 5. und 10. Straße. Hier trudeln Tag für Tag immer mehr schwarze T-Shirts ein und man trifft sich im Jonny Rocket’s oder am Strand. „See you in Miami“ werden wir nie wieder sagen können. Die nächste 70 K Cruise soll größer werden und das dazu passende Schiff startet in Ft. Lauderdale. Aber wie uncool klingt das? „See you in Fort Lauderdale“ ist unrhythmisch, geht schlecht über die Zunge und vermittelt eher den Eindruck, man hätte geschäftlich dort zu tun oder zöge sich aufs Altenteil zurück. Bleiben wir doch lieber bei Miami – das klingt eher nach Sommer – Sonne – Sonnenschein. Wir geben immer noch Gas, machen blau und legen Geld auf die hohe Kante. Also warum nicht auch weiterhin „See you in Miami!“

4lefanz
Idioten müssen draußen bleiben! Was bei Hunden und Metzgereien selbstverständlich und von jedermann akzeptiert ist, sollte auch für Idioten gelten. Sie sollte man ausschließen können. Ich meine jetzt keine Bekloppten, Schubsen sich gegenseitig und damit gegen andere, von denen die meisten genervt flüchten und wenige andere mitmachen.Deppen oder Hirnis, sondern jene Gruppe Menschen, die von Natur aus alles mitbekommen hat – körperliche Gesundheit, alle Sinne und ein funktionierendes Hirn – und insbesondere von letztem keinen Gebrauch macht. Keine Ahnung, was die so dumm macht, aber es funktioniert super. Diese Gruppe ist sehr klein, aber auch die Scheiße eines Zwergpinschers kann den Teppich versauen. Da stehen hundert Mann vor ’ner Bühne und wollen Musik hören, bangen, mitsingen und mithüpfen und da kommen zwei besoffene Zwergpinscherscheißhaufen und machen Randale. Schubsen sich gegenseitig und damit gegen andere, von denen die meisten genervt flüchten und wenige andere mitmachen. Was soll das sein? Polonaise für motorisch gestörte? Wenn Musik und Rhythmus doch so ganz an denen vorbei gehen, warum schubsen sie sich nicht gegenseitig auf Bauers freiem Feld. Am besten in einen großen Haufen Kuhscheiße. Wenn die anschließend ihre Klamotten wegwerfen, sollten sie sie anlassen. Nur so ein Vorschlag...

Genauso unbeliebt bei den 62 Nationen an Bord, die einfach nur die Musiker aus nächster Nähe sehen wollen deren Musik sie schon so lange mögen, ist, dabei einen Stiefel ins Gesicht zu kriegen. Immer wieder gibt es Rücksichtslose, die sich auf den Händen der anderen zur Bühne tragen lassen wollen. Und immer wieder geht das zu Lasten der anderen, wenn die eben durch schwere Stiefel, scharfkantige Gürtel oder andere spitze Gegenstände an ihrem eigenen Spaß gestört werden. Apropos Springerstiefel: ich habe mal gelernt, mich nach dem Wetter anzuziehen, und das Wetter der Karibik steht eindeutig auf Flip-Flops. Mit denen verletzt man auch so schnell niemanden.

Meuter-Ei #1: Zur nächsten 70 K Cruise werden diese Idioten ausgeschlossen. „Wir müssen draußen bleiben!“ oder „Du kommst hier nicht rein!“ – die könnten doch ihr eigenes Event starten, z. B. FFF (Festival Für Follidioten).

4 Himmelsrichtungen
Zum Glück ist der größte Teil der Seefahrer anders. Nämlich außer sich vor Freude, so viele Gleichgesinnte zu treffen, die man sonst nur von Facebook kennt, und so viele Und auch ich freue mich, mir von vergangenen Cruises bekannte Gesichter wiederzusehenBands live zu sehen, die sich sonst nicht nach Australien oder Kolumbien verirren. Mir persönlich ist das wurscht, ich habe keine „Freunde“ auf Facebook und die Bands lerne ich auch erst hier kennen. Aber die Freude ist ansteckend. Und auch ich freue mich, mir von vergangenen Cruises bekannte Gesichter wiederzusehen. Da wir schon mittwochs geflogen sind, waren noch nicht so viele dabei. Michael, der „Hobby“-Fotograf aus Düsseldorf, und der glatzköpfige Holländer, der jedes Jahr ein anderes Mädel dabei hat. Auf der Pre-pre-Party im Hofbräuhaus waren auch der alte Mann Eddy und der schweigsame Klaus wieder dabei. Angie, die immer komische Zimmernachbarn hat ...

ANDREE

 

 

 

..... und Andree, der sein Herz nicht nur an eine vergeben kann.

Einen Tag später bei Johnny Rockets war der Tisch noch größer. Neben den Mädelz, Goldlöckchen-Banghead-Petra und auchEinen Tag später bei Johnny Rockets war der Tisch noch größer-ungeschminkt-mit-Ausstrahlung-Ingrid, die zwischenzeitlich eingetrudelt waren, sahen wir auch den Kolumbianer mit den exponierten Ohren, den Schweizer, der wie ein Kolumbianer aussieht, und die junge Mutter mit ihrem kleinen Mädchen, dem sicherlich jüngsten Metalhead der Cruise, wieder. Mir ging’s nicht so gut, das Hofbräubier von gestern warf seine Schatten, und nüchtern ist doof, wenn rundum ein Bucket nach dem anderen verdrückt wird. Dafür konnte ich aber tags drauf bei der Beach Party zuschlagen. Dort freute ich mich über Fred mit langem „e“, der diesmal ohne Kumpel Robo dabei war, und mit keine-Interna-Uti und hey-umgezogen?-neues-Kopftuch-Andi war unser Sextett komplett.

Apokalyptische 4
Ich bin zu alt für diesen Scheiß, jetzt weiß ich’s bestimmt. Auch wenn ich mich fühle, als wäre ich immer noch 36, mein Magen sagt was anderes. Eines der Bierchen, ich tippe schwer auf das Corona, zeigte Nachwirkungen, so dass ich am Abend nicht mit nach Ft. Lauderdale zum Amon Amarth-Konzert gefahren bin.

Finger weg vom Alkohol

Verpasst habe ich die Stripperin, die eigentlich gar nicht gestrippt hat, weil sie von Anfang an nackig war. Sie hat auf der Fahrt im Bus für je einen 20 $-Schein, der in ihren Slip gesteckt wird, über des sabbernden Spenders Schoß getanzt und sich dabei den perfekten Sitz ihrer chirurgisch hochgelegten Brüste überprüfen lassen. Ob ich hier wirklich was verpasst habe, können nur die Beteiligten beantworten. Beim Konzert hab ich jedenfalls nichts versäumt, das steht fest. Das lag jetzt weniger an der Band sondern vielmehr an den schon beschriebenen Vollidioten, die jeden Raum verschönern, wenn sie ihn verlassen. Hier gab es gleich drei sich schubsende Gruppen, die es dem Rest des Publikums in dem sowieso schon viel zu vollen Saal unmöglich machten, ungestört zuzusehen und -hören. Und fragt man welche, dann ist genau das der Spaß, anderen den Spaß zu verderben. Haben ihre Eltern sie eigentlich nie gebeten, von zuhause wegzulaufen? Geht und spielt mit was Giftigem…

über des sabbernden Spenders Schoß getanzt

4ma
Johnny Rockets, lustigster Treffpunkt, zentral gelegen, günstigstes Bier. Hier sitzt man, hier sieht man und man wird gesehen. Erkennungszeichen: schwarzesJohnny Rockets, lustigster Treffpunkt, zentral gelegen Cruise- oder Bandshirt. Das laute Begrüßungsgebrüll, wenn mal wieder ganz offensichtlich „welche von uns“ im Anmarsch sind, ist eigentlich nicht nötig, da der Platz eng ist und die schwarzem T-Shirts aus dem sonst pastellen South Beach herausstechen. Wer will, setzt sich dazu, schiebt man halt noch einen Tisch dazu. Die Bedienung freut’s. Sollte man denken, diese Horde Metalheads gleich im Eingangsbereich sollte abschreckend wirken, keine Ahnung, vielleicht, manchmal. Aber keiner tut was, alle wollen nur spielen. Grunzen lautstark die Lieder mit, die dort aus den Lautsprechern kommen, und freuen sich, wenn jemand „Highway to Hell“ abspielt. Wenn wieder einmal ein gebrülltes Gruppenfoto fällig ist, stellt sich das Personal mit passenden Posen gerne dazu.

Alfons, der 4tel-vor-zwölfte
Die letzte Band wurde kurz vorm Ablegen bekannt gegeben und die Running Order konnten wir uns zum Glück noch im Hotel ausdrucken. Auf dem Schiff gibt’s leider nur Tagespläne. Was dem Veranstalter vielleicht nicht ganz klar ist: wir wollen nicht würfeln, gehen wir mal schauen, was uns auf welcher Bühne erwartet, wir wollen es ganz genau wissen, wer – wann – wo? Und das bitte rechtzeitig. Die meisten der Bands sind uns unbekannt, Vor-Vor-Vor-Gruppen oder seit 20 Jahren nicht mehr aufgetreten, da wollen wir uns vorbereiten und uns vorher anhören, auf welche wir verzichten können, welche wir auf jeden Fall anhören wollen und welche wir unbedingt zwei Mal sehen müssen. Da alle 40 Bands je zwei Konzerte geben, kann man mit dem Cruise Compass allein diese Entscheidung nicht treffen.

Meuter-Ei #2: das letzte Announcement sollte spätestens zu Thanksgiving und die Running Order zu Weihnachten herausgegeben werden. Es, während fast das ganze Schiff schon in Miami ist, noch mal „spannend“ machen zu wollen, nachdem man ein halbes Jahr nichts von sich hören ließ, und die letzten Bands einzeln und mit versteckten Hinweisen auf die nächste anzukündigen, ist wohl nur für einen unterhaltsam, für uns jedoch ist das nur nervig.

Meuter-Ei #3: wenn man aus welchen Gründen auch immer für eine Weile aus dem Verkehr gezogen wurde und keine Gelegenheit hatte sich abzumelden oder gewisse Aufgaben zu delegieren, und dazu gäbe es sicher genügend Freiwillige aus dem Forum, dann sollte man den Schneid haben, sich wenigstens mit einer entschuldigenden Erklärung oder meinetwegen auch erklärenden Entschuldigung zurückzumelden und nicht einfach da weitermachen, wo man aufgehört hat.
Andy Piller, der Veranstalter und Skipper, hat sich an Bord unsere Kritik geduldig angehört und Besserung gelobt. Jetzt sind wir ganz gespannt, ob ihn sein Geschwätz von gestern immer noch kümmert oder ob er gehindert wird, weiser zu werden...
 

Andy hat sich an Bord unsere Kritik geduldig angehört und Besserung gelobt.

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