Millenium Park

Der Bus fuhr leider nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte sondern bog irgendwo irgendwann rechts ab. Ich stieg sofort aus weil ich wußte, daß der Millenium Park, den ich besuchen wollte, geradeaus liegt.
Immerhin konnte ich so einen Blick auf eine Brücke und den Fluß incl. Riverwalk werfen. Das Hard Rock Hotel war auch gleich nebenan, aber nicht besonders interessant.

Brücke und Riverwalk

Ein paar hundert Meter weiter erreichte ich den Millenium Park, das momentane touristische Highlight der Stadt. Ich hatte während meines herumirrens auf der Suche nach einer Tankstelle schon einiges gesehen und es gefiel mir gut. Aus der Nähe noch besser.
 

Millenium Park Eingang

Eigentlich interessieren mich Kunst, Museen oder Ausstellungen nicht die Bohne. Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Eine steht hier.”The Bean” - offizieller Name “Cloud Gate”.

Cloud Gate - The Bean

Ein paar Einzelheiten gefällig? Cloud Gate ist eine Skulptur des in England geborenen indischen Künstlers Anish Kapoor und wurde von 2004-2006 konstruiert und erbaut. Das 126 Tonnen schwere Kunstwerk besteht aus 168 rostfreien Stahlplatten, die zusammengeschweisst und poliert wurden, damit man keine Nähte sieht.
 

Cloud Gate - The Bean

Cloud Gate - The Bean
Die Skulptur war das Ergebnis eines Design-Wettbewerbs. Nachdem Kapoor’s Vorschlag ausgewählt wurde entstanden zahlreiche technologische Bedenken hinsichtlich der Gestaltung der Bau-und Montagearbeiten, zusätzlich zu Bedenken hinsichtlich der Unterhalts-und Wartungskosten. Verschiedene “Experten” wurden befragt, von denen einige glaubten, daß das Design nicht durchgeführt werden konnte. Schließlich wurde eine praktikable Methode gefunden, aber der Bau war weit hinter dem Zeitplan zurück. Das Werk wurde in einer noch unvollständigen Form während der großen Eröffnungsfeier des Millenium Parks im Jahr 2004 vorgestellt, bevor es wieder unter einem Gerüst versteckt wurde bis es fertig war.
Als die ersten Umrisse zu erkennen waren hatten die Chicagonians gleich ein Kosewort, das bei den Umrissen ja auch nahe lag. “The Bean” - von Kapoor “completely stupid” genannt. Erst nachdem die Bohne in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen war gab der Künstler den offiziellen Namen “Cloud Gate” bekannt. Normalerweise ist es umgekehrt .....

Die Skyline ist durch die Bohne gesehen viel wirkungsvoller als der direkte Blick. Aber wirklich wichtig ist für die meisten Besucher nur das eigene Bild. Nur selten wird nach oben geschaut, der Blick ist meistens auf sich selbst gerichtet. Zu Hause schaut man nur kurz - oder lang - in den Spiegel, hier kann man sich stundenlang an sich selbst sattsehen. Und es so schön anonym, obwohl man inmitten einer Menschenmenge steht, sitzt, liegt oder springt.

Cloud Gate - The Bean

Ob man sitzt, liegt ......

... oder springt, es ist immer anonym

An der Unterseite der Skulptur ist die Omphalos (griech.: Nabel), eine Vertiefung, deren Spiegelfläche verschiedene Ansichten des unter im befindlichen Objekts zeigt. Diese Objekte sind die Menschen, die unten stehen. Die Spitze des Nabels ist 8,2 m über dem Boden.

Cloud Gate Omphalos

Die Kosten wurden vor Baubeginn auf 6 Mio. $ geschätzt, der Endpreis lag bei 23 Mio $. Eine heutzutage übliche Preissteigerung, die hauptsächlich aus dem Schwierigkeiten beim Bau resultierten. Wenn es statt 6 Monate 2 Jahre dauert braucht man nur die Lohnkosten dazu zu rechnen und kommt schon auf eine nette Summe.
Öffentliche Mittel waren nicht beteiligt, alle Gelder kamen aus Spenden von Privatpersonen und Unternehmen.

Cloud Gate - The Bean

Ein Problem: Vogelkot, Finger- und andere menschliche Abdrücke, Graffiti, wobei letztere meines Wissens nach nicht in der sonst übliche Menge gespritzt werden.
Die Unterseite der Bohne wird zweimal täglich per Hand abgewischt, zweimal im Jahr wird die gesamte Skulptur mit flüssigem Waschmittel gereinigt. Dreckig sähe das Ding auch irgendwie nicht wirklich gut aus.

Cloud Gate - The Bean

Dieses Kunstwerk steht in der Chase Promenade South und hat bestimmt einen Namen - den ich aber nicht gefunden habe. Unten recht dieselbe Figur von einer anderen Seite, unten links ein Blick in die Boeing Gallery South mit ein paar merkwürdugen Ausstellungsstücken.

Ein Kunstwerk

Boeing Gallery South

Ein Kunstwerk

Crown Fountain - Millenium Park

Bei Familien, Kindern und Leuten, die einfach nur naß werden wollen sehr beliebt ist der „Crown Fontain“, der aus zwei circa neun Meter hohen Glassteintürmen besteht. Hinter den Glassteine wird ein Video der Gesichter von Einwohnern der Stadt auf LED-Bildschirme projiziert. Gegen Ende einer Videosequenz spritzt Wasser aus dem projizierten Mündern, eine Referenz an die traditionellen Wasserspeier historischer Brunnen. Es wurden etwa 1000 Chicagoer Bürger für die Videosequenzen aufgenommen.
Zu sehen ist leider kein Bild, ich habe im verkehrten Moment geknipst.....

Ein kurzer Blick auf den Jay Pritzker Pavillion, dann nagte ein Gefühl namens Hunger in mir. Ich kaufte noch ein oder zwei Shirts für Uli und machte mich wieder auf den Heimweg.
Mein letztes Essen: Jack Daniels Steak & Shrimps im T.G.I. Friday’s.
Die abendliche Beleuchtung des Parks habe ich leider verpasst, verpennt, vergessen. Schade - aber Chicago ist auf jeden Fall nochmal eine Reise wert, gerne in weibleicher Begleitung.....

storm09243

 

 

 

 

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