La Florieda

Party in the city where the heat is on
All night, on the beach till the break of dawn
Welcome to Miami
Buenvenidos a Miami
Bouncin in the club where the heat is on
All night, on the beach till the break of dawn
I'm goin to Miami
Welcome to Miami

La Florieda - Uli's Gedanken zum Urlaub

Oh, wie bunt ist Miami.

Wenn ich an Miami denke, kommt mir automatisch Will Smith in den Sinn: I’m goin to Miami, welcome to Miami....

Welcome to Miami Beach

Und dann war da natürlich Don Johnson. Was habe ich damals, wie wahrscheinlich alle, für ihn geschwärmt (trotz der pastellfarbenen, hochgerollten Jackettärmel). Der hatte aber auch einen Charme, genau, wie damals einer meiner Brüder. Ich fand ihn so toll, dass ich mir sogar eine LP (ja, so hießen die 33 cm großen, schwarzen Scheiben, die, mit Vorder- und Rückseite und einem Plattenspieler, Musik von sich gaben) von ihm gekauft habe. Obwohl Let it Roll noch heute hörenswert ist, habe ich Miami-Vice komplett verdrängt.

Äitsch

Tell it like it is, jetzt zählt nur noch Horatio, oder, wie man ihn im amerikanischen Fernsehen nennt, H (sprich: Äitsch). Cool, wie er seinen eigentlich sehr uncoolen roten Haarschopf zur Seite neigt und die Sonnenbrille abnimmt. Oder wieder aufsetzt. Komisch, das muss am Alter liegen, dass aus einem blonden, äußerst attraktiven und charmanten Modeltypen ein optisch eher langweiliger, halbglatziger Rotschopf geworden ist. Wird man im Alter bescheidener? Oder lässt nur das Sehvermögen nach? Vielleicht schauen wir mal im "Steam on Sunset" rein, um diese Frage zu klären.....

Ésta está!

La Florieda, wie es die Einheimischen nennen, oder, wie Rüdiger es auszudrücken pflegt, USA für Anfänger, ist für einen 10-tägigen Jahreswechsel-Aufenthalt nicht das schlechteste Ziel.
In den ersten Tagen hatten wir sogar richtig tolles Sommerwetter. Perfekt zum Cabrio-Cruisen und Strand-Baden. Nach Neujahr fielen die Temperaturen allerdings schlagartig auf bitterkalte 15 °C ab. Die Penner wurden mit Wolldecken versorgt und in Key Biscayne fielen die Echsen in Kältestarre von den Bäumen.

Perfekt zum Cabrio-Cruisen und Strand-Baden.

Komm isch nach Miami und frag dem alte Tuss voll korrekt nach Weg, he Alder, da labert dem voll krass spanisch, isch schwör.“ — Obwohl Volker mich vorbereitet hatte, wollte ich es kaum glauben. Jedenfalls wunderte ich mich anschließend nicht mehr über Schilder wie dieses.

No english - Hablamos Espanol

Silvester 2007 am Ocean Drive

Miami-Beach mit dem Art-Deco-District sollte man unbedingt gesehen haben. Leider sahen wir von den schönen, pastellfarbenen Häusern vor lauter Menschen nicht so viel. Sylvester war es dann so voll wie auf der Cranger Kirmes, die Masse schob sich nur so über den Ocean Drive. Vor dem Eingang zum Fat Tuesday gab es Türsteher, die auf den richtigen Dresscode achteten – Volkers Schlappen fielen nicht darunter – und außerdem für einen 190-Takeaway-Octane noch 20 Dollar Eintritt verlangten.

Zum Glück hatten wir vorgesorgt und uns am Nachmittag bereits eine Flasche Sekt besorgt. Die nahmen wir dann mit zum wirklich schönen Feuerwerk an den Strand, an den sich erfreulicherweise nicht soooo viele Leute verirrt hatten, so dass wir hier ungestört unseren Aaaaahs und Ooooohs nachkommen und auf das Neue Jahr anstoßen konnten. Moon over Miami shine over my love tonight…..

Silvesterfeuerwerk in Miami Beach 2007/08

mit lustigen Aussparungen versehenen Hochhäusern

Die Stadt Miami selbst hat mir nicht so gut gefallen, Toronto und Boston sind schöner. Nach einem Zentrum aus verspiegelten, sehr modern gestalteten und mit lustigen Aussparungen versehenen Hochhäusern wird es schlagartig slumig.

Unterwegs im Metro Mover

Und sooo bunt wie in den Fernsehserien ist es in Wirklichkeit auch nicht. Wir haben wohl den Orange-Filter auf unseren Brillengläsern und Objektiven vergessen. In Natura sehen die vielen Hochhäuser eher ein wenig grau aus. Trotzdem sollte man wenigstens eine von drei möglichen Runden mit dem Metromover zwischen und auch mittendurch machen. Wo sonst kann man schon mitten durch andererleuts „Wohnzimmer“ fahren und das auch noch kostenlos?

Auf der Strecke durch Fort Lauderdale, Boca Raton rauf nach West Palm Beach war ich erstaunt, wie viele reiche Leute es auf einem Haufen gibt. In jedem Ort gibt es mindestens einen Abschnitt mit vielen prachtvollen Villen am Strand, die durch hohe Hecken oder Mauern vor neugierigen Blicken geschützt werden, einen Bootsanleger mit einer nicht zu mickrigen Yacht besitzen und wenigstens einen Gärtner beschäftigen.

Seitdem träume ich davon, in einem dieser chicen Bungalows in Boca zu überwintern, einem gut gebauten, schwarzen Gärtner bei seiner schweißtreibenden Arbeit zuzusehen während der niedliche Latino-Pool-Boy mir kühle Drinks serviert, mein Luxus-Katamaran wird von einem blonden Schweden gesteuert und hübsche Latino-Mädchen gießen Eselsmilch in den Jacuzzi…

Welcome to Boca

Am besten aber hat es mir auf den Keys, genauer gesagt, auf Key West gefallen

7 Mile Bridge - auf dem Weg nach Key West

Am besten aber hat es mir auf den Keys, genauer gesagt, auf Key West gefallen. Allein schon die Fahrt dorthin über weit mehr als sieben Brücken lässt Urlaubsfreude aufkommen. Auf dem Weg scheint sich die Welt zu verändern. Man fährt aus dem normalen Amerika in die Karibik.

Die schönen, kleinen Holzhäuser in der Duval-Street, die immer noch weihnachtlich geschmückt waren und in denen die üblichen Verdächtigen wie Hard-Rock-Cafe und Fat Tuesday gar nicht auffielen, das Nachtleben mit Life-Musik in Sloppy Joe's, die Menschen, die alle ganz normale und keine halbnackten aufgebrezelten Schönheiten waren, haben mir insgesamt besser gefallen, als das Pendant in Miami Beach, der Ocean Drive.

Die schönen, kleinen Holzhäuser in der Duval-Street, die immer noch weihnachtlich geschmückt waren

Nur strandtechnisch kann Key West nicht mithalten

Nur strandtechnisch kann Key West nicht mithalten, zum Baden kommt man in erster Linie nicht hier her.

Dafür aber, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Okeee, die Sonne geht überall irgendwann mal unter und manchmal auch mehr oder weniger malerisch – und ich muss zugeben, ich habe auch schon schönere gesehen – aber wie man dieses Naturschauspiel feiert, das weiß man hier. Alleine dafür lohnt es sich schon, am Mallory Square mal vorbei zu schauen.

Sonnenuntergang am Mallory Square

die Krokodile in den Everglades sind angebunden - sagt Volker

Volker hält ja nicht so viel von den typischen Touristenhighlights. Der Grand Canyon ist halt sonn Loch, den Niagara Fällen haben sie den Hahn halb zugedreht und die Krokodile in den Everglades sind angebunden.

Ich will mir allerdings selbst eine Meinung bilden und will genau das alles sehen. Und bisher bin ich auch nicht enttäuscht worden. Der Grand Canyon ist wirklich riesig und die Niagara Fälle sind auch mit halber Kraft kein Reinfall. Und so wollte ich auch unbedingt einmal mit einem Propellerboot durch die Everglades brausen, wo ich schon mal da bin…

 Und so wollte ich auch unbedingt einmal mit einem Propellerboot durch die Everglades brausen, wo ich schon mal da bin…

Und das alles einfach so am Wegesrand, unglaublich. Das sumpfige Grasland hat mir sehr gut gefallen, ein Zoo ohne Zaun und Eintritt. Ich habe unglaublich viele gelassen posierende Krokodile, stolzierende Reiher, tauchende oder ihr Federkleid trocknende Kormorane, unendlich viele bunte Fische, die ich sonst nur aus dem Aquarien-Atlas kenne, eine Schildkröte und sogar zwei Geier gesehen. Bei den Geiern war ich mir erst gar nicht sicher, aber eine Kollegin, die kurz vor uns dort war, hat die beiden auch gesehen. Und das alles einfach so am Wegesrand, unglaublich.

nur werden wir uns beim nächsten Mal ganz nach vorne setzenUnd die Propellerbootfahrt war auch klasse, nur werden wir uns beim nächsten Mal ganz nach vorne setzen – scheiß der Hund auf Wasserspritzer – Ohrenproppen mitnehmen und stattdessen die Kamera im Auto lassen. Und einfach nur die rasante Fahrt genießen. Bei dem ohrenbetäubenden Krach lässt sich sowieso kein Tier blicken geschweige denn knipsen.

Einzelner Pelikan, ohne Formation

 

Fazit: Was will man mehr in der kalten Jahreszeit? Knapp 30°, ein Cabrio, das man nach mehr als halbstündigem Knöpfedrücken oben ohne fahren kann, lecker Essen, den einen oder anderen Daiquiri und Pelikane im Formationsflug.

 

La Florieda - das waren Uli's Gedanken zum Urlaub

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