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Bei der Übernahme des Autos vor 4 Tagen hatte ich nachgefragt, ob es Shuttlebusse zum Hafen gäbe. Nein, schon seit vielen Jahren nicht mehr, war die Antwort. In den letzten Tagen hatte ich deshalb nach anderen Möglichkeiten gesucht, z.B. das Auto in der Nähe des Hafens abzugeben und dort auch eins für die Tage nach der Cruise zu mieten, aber irgendwie waren sämtliche Möglichkeiten mit Stress verbunden. Nicht dass wir am Ende zu Fuß zum Schiff gehen müssen, über die Brücke, die uns von der ersten Cruise in schlechter Erinnerung war. Uli hatte eine geniale Idee. Wie wäre es wenn wir die Automiete entweder verlängern oder uns ein weiteres Auto direkt anschließend mieten und es am Schiff auf einem Parkplatz stehen lassen. Ich schaute mich im Internet um und stellte fest, dass eine Miete für ein anderes Auto um weitere 4 Tage nur um 30 € teurer war, dazu war mit 30-35 $ Parkgebühr pro Tag zu rechnen. Dafür könnten wir vor und nach der Cruise direkt vom Auto zum Schiff und zurück. Und in hohem Alter schätzt man Bequemlichkeit. Die Taxifahrt hätte pro Strecke 70 $ gekostet, wie wir von anderen Mitreisenden erfuhren.
DONNERSTAG, 29.01.2026:
es ist Einschiffung, und die Fahrt zum Hafen geht dann doch flotter als gedacht. Da Hertz den Shuttle vom und zum Kreuzfahrthafen eingestellt hat, brauchten wir einen Plan B, und der sieht so aus, dass wir einen Leihwagen nicht nur für die Zeit nach der Cruise, sondern für die gesamte Zeit haben. Mit dem wir zum Hafen fahren, ihn dort für die Zeit der Cruise parken und mit dem wir anschließend die restlichen Tage verbringen können. Das erspart uns Koffer verräumen und Taxifahrten.
Um halb 10 fuhren wir vom Hotel los, frühstückten im örtlichen Waffle House, fuhren zum Car Rental Center, gaben das Auto ab, stellten uns in die Schlange vor dem Hertz-Schalter für die Übernahme des neuen Wagens, wo es diesmal etwas schneller ging als beim letzten Mal. Warum mieten wir überhaupt bei dieser Firma? Ist eine Preisfrage, die Miete ist um ca. 50 % billiger als bei allen anderen Firmen. Das Auto ist ein Kia Niro und steht auf Platz 5 vor dem Hertz Gold Center, wurde mir mitgeteilt. Dort wusste man aber von nichts und der nur spanisch sprechende Mitarbeiter schrieb die Zahlen 137-140 auf den Übergabeschein. Das nützte uns aber auch nicht viel, weil es diese Reihen gar nicht gab. Nach vielem Suchen und Befragen mehrerer Mitarbeiterinnen war das Ergebnis, dass wir uns irgendeinen Kia Niro nehmen konnten, falls wir einen finden würden. Das war nicht einfach, aber irgendwann fanden wir ein einziges Exemplar dieses Wagens. Mittlerweile waren 70 Minuten vergangen, aber wir hatten es nicht eilig, außer es gäbe ein Problem mit dem Parken. Das gab es aber glücklicherweise nicht. Ich fuhr bis zur Freedom of the Seas, lud Uli und unsere Koffer aus, während mir ein örtlicher Mitarbeiter erklärte, wo genau ich parken sollte. Nämlich im Terminal AA, das der MSC Cruise Line gehört, nur ein paar Meter entfernt. Das Royal Caribbean Parkdeck war angeblich voll, eine Reservierung im Voraus war auch nicht möglich, das hatte ich natürlich getestet.
Das Parkdeck in Etage 4 war völlig leer, ich stellte den Kia in unmittelbarer Nähe zum Aufzug ab, machte ein Panoramafoto “unseres” Schiffes und war 5 Minuten später bei Uli. So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt, ein guter Beginn.
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Das Einschiffen in Miami ist um so vieles entspannter als in Lauderdale. Schon die Leute, die sich um das Gepäck kümmern sind freundlich, hilfsbereit und freuen sich über Trinkgeld, anstatt es zu fordern. Und so freundlich geht’s weiter, bis man plötzlich auf dem Schiff ist.
Kurze Reisepass- und ESTA-Kontrolle (sollte man ausgedruckt dabei haben), Handgepäckdurchleuchtung, Begrüßungsfoto, und schon hiess es “Ladies and Gentlemen, welcome to the Cruise again”. 14 Minuten hat der Spaß gedauert, in der Zeit standen wir in Lauderdale noch in der Einlaßschlange.
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Bordkarten waren an der Kabinentür, nach dem Bezug unseres Zimmers für die nächsten Nächte ging’s zunächst ans Buffet und dann in die 4., 5. und 12. Etage, um uns umzusehen und uns wieder an die Örtlichkeiten zu gewöhnen.
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Ich habe, ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet, bekannte Gesichter zu sehen. Die Non-Booked-Party in Köln/Düsseldorf wurde über die Jahre immer größer. Aber Irrtum: einige bekannte Gesichter sind überraschenderweise doch dabei und das Wiedersehen nach sechs Jahren Abstinenz ist richtig schön.
Nicht nur ein nürnberger Rudel sondern auch unsere Freundinnen A. und W. waren da, die uns vor ein paar Tagen noch eine gute Fahrt gewünscht hatten, ohne zu erwähnen, dass sie auch dabei sein würden. 2 Schreiber des Metal Hammer waren ebenso dabei, sie machten beide einen netten Eindruck. Ich werde jetzt Artikel, Kommentare und Kritiken mit anderen Augen lesen. Es ist etwas anderes, wenn man weiß, wer geschrieben hat, als wenn es völlig Unbekannte sind.
Genug der Vorrede, jetzt geht’s los mit der Musik.
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1. Vio Lence: Krach für Schubser 
Pünktlich um 17:30 sollte es im IceRink losgehen. Wir waren eine Viertelstunde später vor Ort, weil wir dem Gedränge vor dem Saal entgehen wollten. Vio-lence spielten zum Tanz bzw. zum Mosh auf. Sinnloser Krach - und vor allen Dingen blieben die Bildschirme der Fernseher leer, ohne Katzenvideos macht diese Musik keinen Spaß, weshalb wir den Saal nach 3 Liedern wieder verließen, um im Theater gezwungermaßen Xandria anzusehen und Sitze für den weiteren Verlauf des Tages zu besetzen. Seven Spires in der Star Lounge wären besser gewesen, aber der Laden war randvoll, man kam nicht mehr durch die Tür. Schade
Die Wege sind uns noch bekannt, unsere Kabine liegt ruhig in einem Mittelgang und die Konzerte gehen pünktlich los.
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18:15-19:00 - Royal Theater
2. Xandria: Schwachbrüstiges Theater vom Band "dedicated for human rights” 
Xandria - Immerhin war die Stimme der Sängerin erträglich und die dreiviertel Stunde recht schnell um. 
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19:00-19:45 - Ice Rink
Anschließend ein kurzer Besuch bei Harakiri for the Sky, einer österreichischen Black Metal Band mit erträglicher Musik, und kurzen Treffen mit Czerine aus New York und Caroline aus Mexiko City. Man sieht sich alle paar Jahre, erkennt sich wieder, umarmt sich, fragt wie es geht und sieht sich nie wieder bis zur nächsten Cruise oder dem nächsten Rockharz.
Nach 2 sehr langen Songs ging ich wieder ins Theater, wo Uli bereits auf mich wartete, um sich eine der besten Bands der Kreuzfahrt, Soen, anzusehen. 
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Der beste Platz im Theater war frei, zweite Reihe mit freier Sicht auf die Bühne und viel Platz, um die Beine auszustrecken.
Hier verbrachten wir auch während anderer unwichtiger Konzerte oft unsere Zeit, auch Umbaupausen und Soundchecks sind interessant.
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19:45-20:30 - Royal Theater
3. Soen: zum Weinen schön, tolle Musik, toller Sänger, tolle Musiker, Ton schlecht . 
Die Band, die ich bei unserer letzten Cruise 2020 recht langweilig fand, ist mittlerweile recht weit oben auf meiner Beliebheitsliste. Und ich scheine nicht der Einzige zu sein, der so denkt, vor der Bühne waren jede Menge Fans, die jedes Wort mitsingen konnten. 
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Jeden Tag ein Foster’s, wir lassen es richtig krachen.
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21:15-22:15 - Royal Theater
4. Kamelot: gewohnt schöne Musik und guter Sänger, Ton schlecht. 
Kamelot waren zum 5. Mal an Bord, es scheint der Band gut zu gefallen hier. Als unterstützende Sängerin war diesmal Melissa Bonny von Ad Infinitum dabei, zufälligerweise sind ja oft passende Damen mit an Bord, z.B. 2012 Linnea Vikström oder 2017 Alissa und Elize. Eventuell sollte man der Person am Mixer sagen, dass die Bassdrum nicht das wichtigste Instrument ist sondern alles andere niederdonnert. Trotzdem natürlich
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22:15-23:00 - Ice Rink
5. Týr: Spaß für alle Kreisler und Schubser. 
Týr auf, in den IceRink, hinsetzen, Týr genießen. 
Anschließend verputzten wir auf dem Weg ins Theater ein Pizza Slice, wir waren mittlerweile hungrig, weil wir gar keine Zeit zum Essen hatten.
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23:15-0:30 - Royal Theater
6. Anthrax: hier stört der schlechte Ton nicht. Besser, als erwartet. 
Anthrax ist eigentlich keine Band, die ich unbedingt live sehen möchte, aber da sonst nichts los war, haben wir eine halbe Stunde angehört, was die Jungs zu bieten haben. Es war punkiger, teilweise sogar anhörbar, auf jeden Fall besser als erwartet. Vielleicht liegt es daran, dass ich vor der Cruise ein paar Songs auf YouTube angehört haben, die nicht live, sondern ursprüngliche Studioversionen waren, mit sehr dünnem Sound. 
Nach etwa der Hälfte der Show waren wir beide so müde, dass wir uns ins Land der Träume begaben. Amorphis spielten zwar noch ab 1:15 hier, aber darauf haben wir schweren Herzens verzichtet und auf den Gig am Pool verschoben.
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Wen haben wir nicht gesehen? Seven Spires, Strike Master, Cemetery Skyline (eine weitere Band mit Mikael Stanne), GAMA Bomb, Dragonland, Kanonenfieber, Illumishade, Amorphis (eine Schande), Skyclad, Trash Panda, Leaves’ Eyes, Suidakra, Dust Bolt und Vitam Et Mortem.
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