Kerkyra

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Nach den 2 Coronajahren war ich 2022 erstmalig wieder in einem Flugzeug unterwegs, lockere 20 Flüge in 25 Tagen zum spotten an allen möglichen Flughäfen. Der Spaß, den ich dabei hatte, verfolgte mich im Laufe des Jahres und ich überlegte mir, wo man auch in der näheren Umgebung, also in Europa, hin könnte, um den einen oder anderen Flieger auf Zelluloid oder Festplatte zu bannen.
Eine Tour nach Brüssel, Amsterdam, Hamburg und Hannover würde mir gut gefallen, aber das traute ich meinem uralten Auto nicht zu, also wohin könnte ich fliegen?
Korfu gefiel mir gut, ich hatte einige Bilder vom dortigen Airport gesehen, dort gibt es perfekte Plätze, um die landenden Flieger vor die Linse zu bekommen. Ich war zwar schon 2x dort, in einem früheren Leben in den 80ern, kannte vom Flughafen aber nur das damalige Terminal.
Ich schaute nach Preisen für Flüge und fand überraschenderweise einen Hinflug für 37,99 € ab Düsseldorf mit TUIfly.
Ok, ein Hinflug ist nicht alles, man muss ja auch zurück kommen. Mit TUIfly war es nicht möglich, da die nächste Maschine erst 3 Tage später Korfu im Flugplan hatte und direkt zurück fliegen wäre nur möglich, wenn man im Departure-Bereich aussteigt, gleich dort bleiben kann und nicht nochmal durch die Security muss. Aber diese Möglichkeit war sowieso kein Thema, ich wollte ja spotten.....

Für den Rückflug mit anderen Airlines bewegten sich die Preise in einem ganz anderem Rahmen, nämlich um die 200 €, und ich überlegte mir Umwege, z.B. über Athen. Von Korfu nach Athen war es recht günstig, aber ab Athen nach Düsseldorf knapp 300 € - das war mir zuviel. Also nach weiteren Möglichkeiten geschaut.
Ab Santorin gab es am nächsten Tag einen Flug mit Condor nach Düsseldorf, für 99,99 € - musste ich also “nur” von Korfu nach Santorin kommen. Auch das war gar nicht so schwer und mit einem 4 1/2-stündigen Stopover in Athen für 88 € buchbar. Und da ich sowieso den Athener Airport etwas näher kennenlernen wollte, passte es perfekt. Also sollte es morgens um 9:10 von Korfu nach Athen gehen, von dort um 15:00 Uhr weiter nach Santorini mit Ankunft um 15:55. Condor sollte dann um 20:25 nach Düsseldorf fliegen und kurz vor 11 dort ankommen. 
Die selbe Maschine war vorher in Mykonos, was auch interessant wäre, aber ein Flug von Korfu nach Mykonos war nicht machbar, da passten die Verbindungszeiten nicht.
Der Plan war fertig, jetzt nur noch buchen, eine Übernachtung in Korfu suchen und schon konnte es los gehen.

Die meisten Hotels in Flughafennähe waren entweder ausverkauft oder es gab ein 3-Tage-Minimum, ein einziges Zimmer war noch im Hotel Bretagne, ca. 200 Meter vom Flughafen entfernt, frei. 76 € war ok für eine Nacht, damit war alles gebucht.
4 Flüge, 1 Übernachtung - so macht es mir Spaß.

Ein paar Tage vor dem Abflug war in der örtlichen Tageszeitung ein kurzer Artikel, in dem es um weltweite Flughäfen ging. In diesem Fall um Korfu. Sollte das ein Zeichen sein? War ja schon ein Zufall, dass ausgerechnet zu so einem Zeitpunkt dieser Flughafen erwähnt wurde - wobei es sonst jeder Samstagsausgabe meistens um viel weiter entfernte Airports ging.

 

Apropos:
Der Ioannis Kapodistrias International Airport hat eine Runway 16/34, welche eine Länge von 2373 Metern hat und die üblichen 45 Meter breit ist. Weitere Infos gibt’s vielleicht weiter unten.

CFU

3 Tage vor Abflug boote ich meinen PC und das Windows Startbild sieht wie auf einer griechischen Insel aufgenommen aus. Ich schaue nach und siehe da: Santorin - ein weiterer Zufall. Wenn jetzt noch irgendetwas in Athen passiert dann ist das nicht nur ein Zeichen....

Santorin

15.8.2022
Der Online CheckIn für den Hinflug und die beiden Flüge nach Santorini ist bereits möglich, den Rückflug würde ich in Korfu einchecken. Mein Rucksack ist gepackt, Fotoapparat, Batterien, Ladegerät, 1 T-Shirt, 1 Unterhose, 1 paar Socken, Zahnbürste, Zahnpasta - mehr muss man nicht haben. Seife/Shampoo sollte es im Hotel geben. Früh schlafen gehen, um halb 3 rappelt der Wecker.

16.8.2022
Ich war schon vor dem Wecker wach, nahm meine fertig gepackten Sachen und machte mich auf den Weg zum Parkplatz am Flughafenbahnhof, den ich vorgebucht hatte. Die näher zum Terminalgebüde liegenden Plätze sollten für 2 Tage 52 € kosten, hier waren nur 18 € fällig. Grund für den Preisunterschied: die Parkhäuser waren voller niederländischer Autos, Nebensaison ist wohl erst wieder wenn nebenan die Ferien zuende sind oder das Chaos am AMS vorbei ist. Um halb 4 war ich dort, ging in aller Ruhe rüber zur Skytrain Station, wo ab 3:45 die Züge fahren. Es sah aus als wären recht viele Leute über Nacht hier gewesen, auf allen Sitzplätzen schliefen Leute und auch der Boden war voller schlafender Menschen.

SkyShuttle morgens um 3:45

Ich ließ alle hier Wartenden sich in den ersten Shuttle des Tages quetschen und nahm den 1 Minute später gegenüber abfahrenden anderen Zug, der fast leer war.
Die üblichen Menschenmassen standen Schlange an den Eincheckschaltern, ich ging gleich durch zur Security, also ich wollte dorthin. Aber an A und B waren auch endlos lange Schlangen, nur an C war es recht leer. Grund: es war gar nicht geöffnet, sah aber so aus also würden gleich die ersten Gäste sicherheitsrelevant bearbeitet.
Die Anzeige zeigte übrigens werweiswas an, aber nicht die “echten” Zeiten, auch in der DUS-App waren falsche Zeitangaben.
Nach der Öffnung um Punkt 4 Uhr waren am Kontrolllaufband 5 Personen vor mir, es dauerte aber als wären es 50. Die Sicherheitsdame machte wohl Dienst nach Vorschrift, ließ sich alles mehrmals zeigen, schaute sich alles langsam und sehr genau an - also nichts von meinen Sachen, sondern von meinen Vorgängernden. :-)
Wenn alles in den Schalen lag, wurden diese nicht weiter geschoben sondern sie wartete - auf was auch immer. Irgendwann war dann wieder Platz, sie wartete weiter und holte frühestens 1 Minute später eine leere Schale, mit der es dann weiter gehen konnte.

Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle - nicht ganz der Wirklichkeit entsprechened

Ich hatte alles vorbereitet und wäre nach 10 Sekunden fertig gewesen. Flüssigkeiten in kleinen Fläschchen in einer durchsichtigen Plastiktüte, Portemonnaie, Handy und Autoschlüssel, ich wollte weiter. Die Securistin stellte mir aber noch diverse Fragen, ob ich noch etwas in den Taschen hätte und so. Mein NEIN glaubte sie mir scheinbar nicht und fragte nochmal, ob ich auch wirklich alles abgegeben hätte.
Mir wurde es zu blöd, ich drehte mich um und ging in den Arme-hoch-Automaten, wo nichts beanstandet wurde. Mein Rucksack bekam allerdings noch eine spezielle Sprengstofftest Behandlung. Was soll’s, ich hab ja noch Zeit bis zum Abflug.
Der Durchgang von Flugsteig C nach A war gesperrt. Ich ging wieder zurück zur Passkontrolle und fragte, wie ich denn nach A komme.
Antwort: warum sind Sie denn hier her gekommen wenn Sie nach A wollen?
Antwort: weil es zwischen den Terminals einen Verbindungsgang gibt !!!
Antwort: gehen Sie zurück zur Security, vorher nach links und dann hinten durch die Tür.
Ok, warum nicht gleich so.
Ich machte einen kleinen Spaziergang an der fast frischen Luft und schaute mir die dort stehenden Flugzeuge an. “Meins” war auch dabei, leider die D-ABBD, eine ganz in weiss gehaltene 21 Jahre alte Boeing 737-86J, die auch schon für Air Berlin, Pegasus und Eurowings geflogen ist. Für meine Sammlung wäre mir eine bunte Maschine lieber gewesen.
Egal.

Spaziergang an der fast frischen Luft und schaute mir die dort stehenden Flugzeuge an

Der einen Tag vor Abflug gebuchte “Comfort Seat” entpuppte sich als recht bequem mit akzeptablem Sitzplatzabstand.
Ess- oder trinkbares gab es nur gegen Bezahlung, egal ob Kaffee, Tee, Schnaps oder Wasser. Ich hatte noch im Terminal eine Fanta gezogen, die allerdings genau so teuer war wie hier im Flieger.
Abflug 6:16, Flugzeit 2:09 Stunden, Ankunft um 9:24 - in Griechenland ist es eine Stunde später alswie in Germany.

TUIfly D-ABBD - Comfort Seat

Nach der Ankunft ging ich erst pinkeln, dann nach draußen an den Taxistand und ließ mich für 20 € zum Skyview Cafe fahren, am anderen Ende der Runway. Hier sausen alle Flugzeuge im Landeanflug direkt an deiner Nase vorbei, sagte mir Spotterguide. Allerdings war das Cafe geschlossen, was nicht schlimm war weil meine eigentlichen Ziele das Cafe Kanoni oder das nebenan liegende Royal Boutique Cafe waren.
Ich sah mir beide Läden an - im königlichen konnte man bequemer sitzen und es war wirklich ein Cafe, während das Kanoni mehr ein Essrestaurant war. Also in einen bequemen Sessel gesetzt, den Flugzeugen zugeschaut und alles geknipst, was vorbei flog. Dazu einen griechischen Kaffe und ein KäseSchinken Sandwich. Der Tag begann gut.

Corfu

Wie genau sollte man sich das “an der Nase vorbei” vorstellen? Die Bilder unten erklären es. Nach links mit Bergen im Hintergrund, nach rechts mit schönem Schatten auf dem Boden. Geradeaus geht auch.
Alle Bilder sind hier zu sehen.

easyJet Switzerland - Airbus A320-214 - HB-JZR

TUIfly Belgium - Boeing 737-8K5 - OO-JAQ

Nach ca. 3 Stunden hatte ich fürs erste genug gesehen - und da in den nächsten Minuten keine weiteren Flugzeuge angekündigt waren, sah ich mich nach einem anderen Platz um. Zum Beispiel unten, an dem netten kleinen Kloster und an der etwas weiter im Wasser liegenden Pontikonissi, der sogenannten Mausinsel. Letztere übrigens mit einem Boot für 2,50 € pro Person zu erreichen.

Korfu, Kloster und Mäuseinsel
Blick vom Kloster aus hoch nach Kanoni

Bei jeder Stufe auf dem Weg nach unten dachte ich daran, dass ich auch wieder hoch musste, verdrängte diese Gedanken aber genauso schnell, wie sie gekommen waren. Irgendwie würde ich es auch bergauf schaffen.
Die im 17. Jahrhundert erbaute Vlachema Monastery of Panayia ist eins der Highlights der Insel und deshalb immer voller Touristen, die diesen magischen Ort ansehen wollen. Morgens sind hauptsächlich Busse hier, im Laufe des Tages dann die automisierten Besucher. Parkplätze gibt es genügend direkt am Steg.

Vlachema Monastery of Panayia

Ich schaute nur kurz ins Allerheiligste, meine Begeisterung hielt sich aber in Grenzen, viel interessanter waren die Flugzeuge, die direkt über das Kloster flogen.

Vlachema Monastery of Panayia

Ryanair - Boeing 737-8AS(WL) - EI-DWY

Weiter ging’s auf die andere Seite der Bucht, mit weiteren schönen Blicken auf die Runway, wo man ab dem frühen Nachmttag das bessere Licht hat. Die Sonne steht nämlich nicht ganztägig am selben Platz, sondern bewegt sich durch die Erdumdrehung im Laufe des Tages ins Gegenlicht.

Transavia France - Boeing 737-8K2(WL) - F-GZHY

Austrian Airlines - Airbus A320-214 - OE-LBR

Austrian Airlines - Airbus A320-214 - OE-LBR

Israer Airlines - Airbus A320-232 - 4X-ABS "Bringing the jewish People Home" Sticker

In meinem Fall gab es kein Gegenlicht, es war nämlich seit ich unten angekommen bin bewölkt und unsonnig, also kein gutes Fotowetter. Bei besserem Wetter ist nachmittags in Nisos Restaurant ein guter Spotterort, wo ich allerdings nur kurz vorbei schaute, eine längere Verweilung lohnte sich wegen der Bewölkung nicht.

Ryanair - Boeing 737-8AS (WL) - EI-EMR

Ich machte mich wieder auf den Rückweg, mit einigen Pausen, die Treppen auf den Mount Everest auf der anderen Seite lagen ja noch vor mir. Ein Bild eines weiteren Flugzeugs über dem Kloster durfte latürnich nicht fehlen. Im Restaurant am Fuß der hohen Berge besorgte ich mir eine eiskalte Cola und machte mich an den Aufstieg. Die Cola war nicht nur Durst löschend sondern auch zur Kühlung erhitzter Körperteile sehr nützlich. Wobei es im Nachhinein gar nicht so schlimm war, nach 9 Minuten habe ich oben schon wieder das erste Foto gemacht.

Wizz Air - Airbus A321-271NX - HA-LZT

Aegean Airlines - Airbus A319-132 - SX-DGF

Die nächsten beiden Stunden verbrachte ich wieder im Royal Boutique Cafe, bequem sitzend, ein Bier schlürfend und nur hin und wieder für einen Flieger aufstehend. Die Sonne war wieder da, zwar im schon erwähnten Gegenlicht, aber es war trotzdem noch gut zu knipsen, nur dass die dem Berg zugewandte Seite der Flieger im Schatten lag.

AirExplore - Boeing 737-8BK(WL) - OE-IEX

Um 5 Uhr nachmittags wurde es Zeit, ans Abendessen zu denken bzw. nicht nur zu denken, sondern selbiges auch zu inhalieren. Im Cafe Kanoni nebenan stand ein Gericht namens Sofrito auf der Speisekarte, Traditional Corfu recipe with beef & sauce of garlic, parsley, white wine & vinegar, was sich nicht schlecht anhörte und auch sehr gut schmeckte.
Interessante Flugzeuge waren heute nicht mehr zu erwarten, ich machte mich deshalb nach dem Essen auf den Weg nach Hause. Das Hotel Bretagne lag zwar nur 100 Meter vom Flughafen entfernt, aber am anderen Ende der Runway. Wieder Taxi fahren wollte ich nicht und da eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe war, fuhr ich mit dem 2a nach Corfu City, um dort mit dem 15er Bus zum Flughafen zu fahren. Der kleine Umweg ließ sich nicht vermeiden, eine direkte Verbindung von einem Ende der Runway zum anderen gab es nicht. Und unterwegs konnte ich gleich recherchieren, ob sich ein längerer Besuch der Insel lohnte. Ich war zwar schon 2x hier, aber 1987 und 1991 lassen sich wohl nicht mehr mit heute vergleichen.

Sofrito -  Traditional Corfu recipe with beef & sauce of garlic, parsley, white wine & vinegar

Und so war es auch. Corfu City hatte sich von einem netten kleinen Dorf in eine Großstadt verwandelt, es war ein Betrieb in allen Gassen, auch wenn man das im Bild wirklich erkennen kann.
Eigentlich wollte ich noch etwas durch die Straßen lustwandeln, hatte aber bei so einer Vollität keine Lust dazu und da der Airport Bus gerade hielt, fuhr ich in Richtung Hotel, checkte ein, duschte, schaute mir die Bilder des Tages im Fotoapparat an und legte mich zur Ruhe. Es war ein langer Tag und morgen stehen 3 Flüge auf dem Dienstplan, da muss ich fit sein.

Corfu City

Ich hätte noch etwas über das Achilleion, das Sissi erbauen ließ, und den höchsten Berg der Insel, den Pantokrator, erzählen können. Mach ich aber nicht.

Achilles Statue am Achilleion

oben auf dem Pantokrator mit BLick auf Albanien

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