Aztec Ruins

Das Thermometer zeigt 42° an, ins Deutsche übersetzt ungefähr 5°. Ich habe zwar eine lange Hose mit, die ist aber nicht geländetauglich. Immerhin ist ein Fleece-Pullover im Koffer, der eigentlich nur für bzw. gegen die Eiseskälte in der Delta-Maschine helfen sollte. Ich war auf eine Hitzewelle im Südwesten eingestellt. Egal, muss ich mich eben warm laufen....


Heute geht’s das erste Mal richtig ins Gelände, diverse Badlands rufen in den nächsten Tagen. Auf dem Weg habe ich mich ein kleines bißchen verfahren und bin statt in Bloomfield in Aztec gelandet. Sowas passiert, wenn man schon in Farmington den verkehrten Highway nimmt. Aber egal, so kam ich immerhin in den Genuss der Aztec Ruins, einer Gedenkstätte, in der mehrere gut erhaltene Ruinen früher Pueblos zu besichtigen sind.
 

Aztec Ruins

Geöffnet von 8-6, ich war um 5 vor 8 vor Ort und gönnte mir 5 Minuten Wartezeit.

Die Rangerin erzählte mir nach der Öffnung Folgendes:
Entgegen der Namensgebung wurden die Pueblos nicht von den Azteken erbaut, sondern irrtümlich nach ihnen benannt. Frühe Siedler glaubten, dass sie - in Erinnerung an Geschichten über die Eroberung Mexikos - von ihnen erbaut wurden.

Aztec Ruins

Erste Aufzeichnungen machte 1859 der Geologe Dr. John S. Newberry, der die Pueblos damals noch relativ gut erhalten vorfand. In den folgenden 50 Jahren fielen sie jedoch vereinzelten Plünderungen zum Opfer. Als 1878 der Anthropologe Lewis H. Morgan an diesen Ort kam, stellte er fest, dass etwa ein Viertel der Steine von Siedlern abgetragen wurde, um als Baumaterial wiederverwendet zu werden. Erst als das Land 1889 in Privatbesitz gelangte, blieb es vor weiterer Zerstörung relativ verschont und kam 1923 mit der Ernennung zum Nationalmonument schließlich unter nationalen Schutz.

Aztec Ruins

Die Häuser waren teilweise 30 Meter lang und hatten einen durchgehenden Flur mit der Größe der Einwohner angepassten Türen. Die wahre Höhe sieht man erst im nächsten Bild, bei diesem habe ich mich nämlich gebückt.

Aztec Ruins

Earl Halstead Morris leitete Ende der 1920er Jahre die ersten systematischen Ausgrabungen. Die folgenden sieben Jahre verbrachte er mit Ausgrabungen an der West-Ruine, der Großen Kiva sowie einigen Räumen der Ost-Ruine. Unter anderem entdeckte er neben Unterschieden im Baustil auch, dass es zwei verschiedene Perioden in der Besiedelung gegeben haben musste. 1930 begann unter seiner Aufsicht die Rekonstruktion der Großen Kiva - einem für die Pueblo-Kultur typischen Zeremonienraum -, welche vier Jahre später abgeschlossen wurde.

Aztec Ruins

Etwa um 1111 - eine sehr genaue Zeitansage - wurde die erste Siedlung an dieser Stelle errichtet, die heute die West-Ruine bildet. In ihrer Bauweise ähnelt sie denen im Chaco Canyon. Sie hatte drei Stockwerke, umfasste über 400 Räume und mehrere Kivas, darunter auch die Große Kiva. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Siedlung zu einem Zentrum des Handels sowie zeremoniellen Geschehens. Mit dem Schwinden der Chaco-Kultur war dies jedoch bereits um 1150 wieder im Rückgang. Dazu kamen auch noch die Auswirkungen einer Dürreperiode.

Aztec Ruins

Um 1200 begann die zweite Siedlungsphase. Das Pueblo wurde teilweise umgestaltet, vorhandene unfertige Gebäude vollendet. Zu dieser Zeit wurde etwas abseits eine zweite Siedlung errichtet, die heutige East Ruin. Die Bauweise dieser und auch der Umbauten ähnelt den Bauwerken im Mesa-Verde-Nationalpark. Auch Funde von Töpferwaren wiesen auf eine Verbindung zu dieser Kultur hin.

Aztec Ruins

Um 1300 verließen die Menschen Aztec. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt, mögliche Ursachen könnten aber eine weitere Dürre oder auch einfach Rohstoffmangel gewesen sein.
Soll uns aber auch egal sein. Was mich viel mehr interessierte: Wo kann man hier frühstücken, ich hatte bisher im Dorf nichts gesehen. Die Rangerin erklärte mir den Weg zum einzigen Laden, der in Aztec geöffnet hätte. In Bloomfield gäbe es gar keine Möglichkeit der Nahrungsaufnahme.
 

Aztec Ruins

So landete ich dann in einem dieser Diner, in den ein Fremder nur selten hereinschaut und ich gleich als First-Timer erkannt wurde.
Wo ich denn her käme und hin wolle. Ich erklärte es, das Wort Badlands schien aber im aztekischen Sprachschatz nicht vorzukommen, niemand wusste, wo dieses Land wohl liegen könnte.
Der Horizont ist manchmal eben recht begrenzt....
Bei der Weiterfahrt stellte sich heraus, daß Bloomfield fast nur aus Motels und Restaurants bestand......

Aztec Restaurant

Das Aztec Chamber of Commerce & Visitor Center gibt mittlerweile eine Broschüre heraus, in der ein paar Arches der näheren Umgebung beschrieben werden. Klick
Diese Arches schaut sich desert-gerd auf der nächsten Seite an.....

 

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