Mississippi

Es gibt auch Staaten, die ich besucht - aber keine Geschichte darüber geschrieben habe. Mississippi ist einer davon. Eigentlich bin ich nur kurz durchgefahen, von Alabama kommend, nach Memphis wieder ausreisend. Immerhin hat es zu einem kurzen Besuch in Jackson, der Hauptstadt, gereicht.
Der Staat ist nach dem Fluß benannt, der in indianischer Sprache “Großer Fluß” heißt. Wobei ich nicht weiss ob die Reihenfolge stimmt. Missi heißt groß, kann aber auch Fluß heißen, mit dem ssippi ist es genauso.
 

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Das Capitol wurde von 1901-1903 erbaut und 1979-83 renoviert. Das 1836-30 erbaute Old State Capitol beherbergt heute das Museum of Mississippi History, in der es hauptsächlich um die Vertreibung und Ermordung von Indianern und Sklaverei gehen wird, weil das der Hauptteil der Geschichte des Staates ist.

Bekanntester “Sohn” des Staates ist Elvis Presley, der in Tupelo geboren wurde und hier seine Jugend verbrachte. Sein Geburtshaus kann besichtigt werden, ebenso der Laden, in dem Gladys Presley ihrem Sohn seine erste Gitarre kaufte.

Vernon Presley kaufte ein Holzhäuschen für 180 $ und zog mit der Familie ein. Es ist so klein, dass es bequem ins Wohnzimmer von Graceland passen würde. Museum, Wohnhaus und Kirche erzählen die Geschichte von Elvissens ersten 13 Lebensjahren in Tupelo.

Mehr fällt mir so Mississippi nicht ein. Wenn ich mal wieder in der Nähe bin gibt es einen ausführlicheren Bericht.
Bis dahin ein paar kursive Infos.

 

 

 

Mississippi, indianisches Wort für den Mississippi River, bedeutet „großer Fluss“. Der Beiname Mississippis ist „Magnolia State“ - Magnolienstaat.
Traditionell wurde das Gebiet des heutigen Mississippi von Natchez, Caddo und Chickasaw bewohnt. Die ersten Europäer, die das Gebiet betraten, waren die Expeditionsteilnehmer mit Hernando de Soto. Die erste europäische Ansiedlung war französisch und in der Gegend von Biloxi.
Ausgehend von New Orleans stießen die französischen Kolonisten weiter ins Territorium des heutigen Staates vor. Dabei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Natchez. 1729 schließlich kam es zu einer militärischen Konfrontation, in deren Folge die Natchez fast ausgerottet wurden, die Franzosen aber das Staatsgebiet ebenfalls verließen.

1763 kam das Gebiet östlich des Mississippi River an Großbritannien. Die südliche Gegend profitierte ökonomisch noch stark von den Franzosen in New Orleans. Sie brachten ebenso die Holzindustrie in die Gegend wie Viehzucht, viele Früchte, Reis, Tabak, Indigo und eine bestimmte wertvolle Baumwollart, die ursprünglich aus Siam stammte. Mit den Franzosen kam ebenfalls das Plantagensystem mit Sklavenarbeit, das diese aus ihren karibischen Kolonien übernahmen.

Größere Siedlerzahlen kamen aber erst mit den Briten nach Mississippi. Zuerst bekamen Veteranen des Franzosen- und Indianerkriegs dort Land zugesprochen. Es handelte sich also von Anfang an um eine Migration aus wirtschaftlichen Gründen von Menschen mit einem größtenteils mittelständischen Hintergrund. Die Siedler gründeten als erste Stadt Natchez. In Folge des von den Siedlern in Mississippi größtenteils abgelehnten Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges fiel das Gebiet an Spanien. Um sich dort zu halten, gewährte die spanische Krone den Siedlern der Gegend viele Privilegien: Steuerfreiheit, einen festen hohen Preis für den dort angebauten Tabak und eine großzügige Landvergabe an Neusiedler. Die Siedler reagierten darauf, indem sie erstmals nennenswerte Mengen an Sklaven anschafften, und sich gleichzeitig im Vertrauen auf die hohen Tabakpreise verschuldeten.

Als die Tabaksubventionen schließlich eingestellt wurden, sahen sich die meisten Siedler von plötzlicher Armut bedroht. Erst nach diversen Experimenten kamen sie darauf, im großen Stil Baumwolle anzubauen, welche schließlich zur bestimmenden Ertragsbasis der Südstaatenökonomie werden sollte. Begünstigt wurde der Erfolg zum einen durch die Erfindung der Cotton Gin durch Eli Whitney, zum anderen durch schwere Sklavenaufstände und Rassenunruhen, die den primären Produzenten der damaligen Zeit, Santo Domingo lähmten. Um 1800 hatten die meisten Plantagen im südlichen Mississippi auf Baumwolle umgestellt.

Präsident Andrew Jackson vertrieb die Muskogee, die Chickasaw und die Choctaw, die noch im Staat lebten. Auch im Norden und Osten Mississippis wurden auf diese Weise große Flächen zur Besiedlung durch Europäer frei. Fast alle Siedler waren bereits vorher in den USA angesiedelt; sie hofften hier auf ein wirtschaftliches Weiterkommen durch freies sehr fruchtbares Land im Staat und die Anbindung an den Mississippi River und damit an die europäischen Märkte.

 

 

Nach diesem spannenden Text geht es endlich nach Atlanta/Georgia.

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