Kentucky

Kentucky - den Namen hat man doch irgendwo schon einmal gehört. Er leitet sich ab Ken-tah-ten, einem Wort der Irokesen, und bedeutet “paniertes Hähnchen”.

Welcome to Kentucky

Louisville, die 16. grösste Stadt der USA und Herz des Bluegrass States Kentucky. Bekannt als Heimat des Kentucky Derby, Geburtsort von Muhammad Ali, dem Slugger Bat Museum und dem berühmten Kentucky “Hot Brown”, was immer das auch sein mag. Den Muhammad Ali Boulevard wollte ich mir eigentlich ansehen, aber der war völlig verkommen und es liefen sehr dubiose Gestalten rum, sodaß ich lieber wieder entschwunden bin und mir anstatt die historische Oldtown von Louisville angesehen habe.

Haus in der Historic Oldtown Louisville

Aber nur kurz, dann ging es auf 9 Uhr zu und ich fuhr ein paar Meilen südlich zur Jim Beam American Outpost, um dort die Destillerie zu besichtigen, die um diese Zeit für Besucher öffnen sollte. Das war leider falsch gedacht, denn man kann die eigentliche Fabrik gar nicht besichtigen, nur eine Tour durch nachgestellte alte Häuser machen. Besser als gar nichts, auch wenn ich mich für Whiskey und bunte Pferde eigentlich gar nicht interessiere.

Bei Jim Beam steht ein Pferd im Park

Über den Blue Mountain Parkway fuhr ich anschliessend östlich nach Frankfort, der Hauptstadt von Kentucky, um - na ratet mal schön - das Capitol zu besichtigen, das ausnahmsweise mal nicht auf einem Hügel die Stadt überragte, sondern in einem Tal etwas ausserhalb lag. Aber immerhin gut beschildert war.
 

State Capitol Frankfort-Kentucky

Die Landschaft änderte sich. Keine Maisfelder mehr - wie in Illinois und Indiana - sondern umzäunte Golfplätze, auf denen Pferde equinierten.
Nett anzusehen, leider nur mühsam zu knipsen, da entweder recht diffuses oder Gegenlicht war.

Es war mittlerweile schon 12 Uhr mittags und der Hunger nagte in meinem Magen. Wo ist ein Restaurant, in dem ich noch nicht war? Ich will schließlich so viel wie möglich Neues testen.
Ein Cracker Barrel bot sich an, da hatte ich viel Gutes drüber gehört.
Drinnen war es sehr laut und voll, die Leute hatten alle dasselbe auf den Tellern, ein undefinierbares Hähnchenteil mit labberiger Haut und Mashed Potatoes. War wohl im Angebot.
Es roch nach Kantine.
Country Cooking stand überall - soll wohl gutbürgerliche Küche heissen. Was man im Sauerland isst....
 

Cracker Barrel

Bei der Überlegung, ob ich Frühstück oder Dinner bestellen sollte, gewann die Neugier. Frühstück ist ja fast überall gleich, deshalb bestellte ich einen Cracker Barrel Sampler, mit 3 Gemüsen, Chicken, Ham und Meat Loaf. Letzterer schmeckt mir musikalisch zwar besser, war aber das Beste auf dem Teller. Hähnchen und Schinken wahrten geschmackliche Neutralität.
Mein Fazit deshalb: Es riecht wie in einer Kantine, es schmeckt auch so, mich sieht dieser Laden nicht wieder. Es gibt Besseres....

Cracker Barrel Sampler

Nächstes geplantes Ziel: Die Red River Gorge, wo es eine grosse Anzahl von Arches geben sollte. Auf dem Weg kam mir eine unbenannte Natural Bridge entgegen, die ich zuerst besuchte, mit einem Skilift einen Berg hochfahrend, trotz meines Höhenkollers. Über die Bridge und die Gorge gibt es auf den folgenden Seiten viele Einzelheiten.

Irgendwann hatte ich genug von Arches, die nur von unten zu sehen waren, von Wanderungen über enge Waldwege, auf denen grosse Monsterfliegen darauf lauerten, mich zu stechen. Und ich war nassgeschwitzt, obwohl ich normalerweise gar nicht schwitze.
Ich suchte mir eine Bleibe für die Nacht. Die einzige Möglichkeit war das Campton Parkway Inn, genau in the Middle of Nowhere. Komischer Laden, mit Ramada “Do Not Disturb” Schild, Comfort Suites Seife und Holiday Inn Express Shampoo.
Aber das Zimmer war sauber, wenn auch nicht ganz billig mit 58 $ incl. Tax.
 

 

kentucky10

Aber ich hätte sonst 25-46 Meilen bis zum nächsten Bett fahren müssen und will morgen noch die restlichen Arches im der Schlucht des roten Flusses ansehen. Da es kein Restaurant in der Nähe gab, habe ich an der örtlichen Tankstelle ein Philly-irgendwas bei Arby’s gegessen. Hat besser geschmeckt als es aussah, muss ich aber nicht häufiger haben.
In meiner Planung bin ich einen Tag zu früh hier, hab also irgendwo einen zusätzlichen Tag. Mal schauen, wo und wie ich den verbringen kann.

249 Meilen gefahren - genau 400 Kilometer.

Abendessen bei Arby's

Der Name des Staates Kentucky rührt vom indianischen Wort der Irokesen „Ken-tah-ten“, was sinngemäß „Land der Zukunft“ bedeutet. Bekannt ist Kentucky als Bluegrass State, womit die von März bis April blaugrün blühenden Grasweiden gemeint sind.

Von etwa 1650 bis zur Ankunft der ersten weißen Siedler kämpften unterschiedliche indianische Stammesgruppen um die Vorherrschaft über das Land der großen Weiden („Great Meadow“). Die Stämme der Shawnee drangen vom Norden über den Ohio River in das Territorium, während die Cherokee- und Chickasaw-Stämme vom Süden über den Cumberland River kamen. Aber auch Stämme der Delawaren und der Wyandot durchstreiften die Region, da dies auch der Weg der großen Büffelherden von den Salzsümpfen bis hin ins heutige Illinois war.

Christopher Gist und Thomas Walker leiteten die ersten Erkundungs-Expeditionen zwischen 1750/51, doch der Ausbruch des Krieges gegen Frankreich und die Indianer 1754 während des Siebenjährigen Krieges unterbrachen jeden Ansatz, das heutige Staatsgebiet weiter zu erkunden.

Jahrzehntelang hatte das Gebiet westlich der Allegheny Mountains für die amerikanischen Siedler nur als wildreiches Jagdgebiet gedient. Durch den mit den Indianern Handel treibenden John Finlay auf die Fruchtbarkeit jener Gegend aufmerksam gemacht, war es den Erkundungen Daniel Boones seit 1769 zu verdanken, der das Land mit mehreren „Jagdgesellschaften“ bereiste. Er gründete das erste Fort, bahnte die Trasse für die erste Straße, die Wilderness Road, und erschloss Kentucky damit für die spätere Besiedlung. In der romantisch verklärten Tradition Kentuckys gilt daher Boone als der erste Kentuckier.

Während des Unabhängigkeitskrieges orderte das britische Oberkommando von Detroit 1780 einen „Raid“ tief ins Siedlungsgebiet des späteren Kentuckys hinein. Unter der Führung des Hauptmanns Henry Bird landeten 150-200 Canadian Rangers bei Falmouth im heutigen Pendleton County an. In ihrem Gefolge hatten sie 600-800 indianische Verbündete, die zu den Shawnee, Ottawa, Huronen, Anishinabe, Lenni Lenape und Mingo gehörten und als zum Teil ehemalige Bewohner dieser Regionen allen Grund zur Rache an den dortigen Siedlern hatten. In blutigen und erbitterten Kämpfen, die von den amerikanischen Historikern zu den schlimmsten Auseinandersetzungen mit indianischer Beteiligung gezählt wurden, bekämpften sie die Grenz-Forts des Staates. Ihr Weg wird heute noch als „Bird`s War Road“ bezeichnet. Auf ihrem hastigen Rückzug verschleppten sie rund 460 Siedler aus den umliegenden Gegenden auf britisches Einflussgebiet. Die Gefangenen wurden dabei ohne Rücksicht auf den familiären Zusammenhalt aufgeteilt. Eine Minderheit deportierten die Engländer nach Detroit, die meisten starben in indianischer Gefangenschaft.

1790 akzeptierten die Deputierten Kentuckys die Bedingungen Virginias bezüglich des Austritts, so dass die Verfassung des Bundesstaats im April 1792 endlich ratifiziert werden konnte. Schließlich, am 1. Juni 1792, wurde Kentucky zum 15. Bundesstaat der Union und Isaac Shelby, ein Held des Unabhängigkeitskrieges, zum ersten Gouverneur des jungen Commonwealths.

Schon 1798 erbauten findige Investoren nach britischen Vorbildern eine erste Pferderennbahn. Seit jener Zeit widmete man sich hier verstärkt der Zucht und dem Verkauf der berühmten Vollblüter.

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