Death Valley

Das Wetter war heute so, wie es der Weather Channel schon seit Tagen verspricht. Bewölkt und regnerisch. Heute war eigentlich Wave-Tag, das Permit für heute gültig. Da wir aber in Moab waren und Page nicht nur 5 Fahrtstunden entfernt sondern dort auch schlechtes Wetter war, entschieden wir uns, daß es ein guter Grund für einen Fahrtag wäre, die Stadt zu verlassen und auf schnellstem Weg in Richtung Las Vegas zu fahren. Nicht über die Dörfer, sondern über den Highway. Den Delicate Arch sehen wir uns beim nächsten Mal an.
Zuerst nördlich nach Green River, dann über die I 70 nach Westen, durch anfangs sehr langweiliges, später recht interessante Landschaft, immer wieder bergauf und bergab, unterbrochen von einem Frühstück bei Denny’s in Salina, die üblichen Pancakes, die aber nicht so gut schmeckten wie in Moab und ein Country Fried Steak, dann auf die I-15 nach Süden, durch Schneestürme, Regenschauer und am Ende durch sonnenüberflutetetes Gebiet. Unterwegs immer wieder blinkende Schilder: Construction Area, Chains needed in 16 Miles, Icy und wasweisichnochalles. Natürlich war nichts, keine Baustelle, keine Schneeketten nötig, keine Glätte.
Da Uli den Racetrack auf ihrer Wunschliste hatte, sind wir in Las Vegas auf die 93 in Richtung Death Valley abgebogen. 100 Meilen todlangweilige Strecke bis Beatty, wo wir ein Zimmer im dortigen Motel 6 Beatty-Death Valley nehmen wollten. Erstaunlicherweise war nur ein ein winziges Raucherzimmer frei, alles andere war ausgebucht. Das hatten wir nicht erwartet. Den kostenlosen Highspeed Internetzugang auf jedem Zimmer allerdings auch nicht.
Nebenan lag ein Casino und der größte Nut & Candy Store Nevadas, den wir hier am Ende der Welt nicht erwartet hatten.
Im Sommer wohnen hier die Fahrer und Ingenieure von Autofirmen, die in der Nähe ihre Erlkönige testen.
Abends lohnt der Besuch des Sourdough Saloon, wo die Teams diverse Andenken an den Wänden hinterlassen haben. Die Pizza soll nicht schlecht sein, die Atmosphäre gut.

Gefahrene Meilen: 450 von Moab nach Las Vegas
                130 von Las Vegas nach Beatty
   insgesamt also 584 Meilen oder 939 Kilometer in ca. 9 Stunden.

 

RhyoliteKurz vor Sonnenuntergang fuhren wir nach Rhyolite, eine in der Nähe liegende Ghosttown, wo wir eine Geisterarmee in der Dunkelheit verschwinden sahen. Dann gab’s Essen in Rita’s Cafe im Casino, Spaghetti Bolognese und ein Philly Cheese Steak. Eine Bierbestellung durfte vom Bediener nicht angenommen werden, da er unter 21 war und in dem Alter darf man nicht nur kein Bier trinken, sondern auch nicht servieren. Er sah aus, als wüsste er gar nicht, was das überhaupt ist. Bestellen durften wir dann bei einer älteren Dame.
Die Bezahlung an der Kasse verzögerte sich etwas, der Kassenwart war mit Abrechnungen und Anweisung neuer Gäste völlig überfordert, unsere Rechnung war auch noch auf einen falschen Tisch ausgestellt, bei dem 8 Uli im größten Süsswarenladen Nevadasweitere Gerichte zu bezahlen waren. Nach 5 Minuten Wartezeit legte ich ihm einen 20$-Schein auf die Kasse und sagte, daß er den Rest behalten können. Mit einem letztes Blick in sein verdutztes Gesicht verschwanden wir an die Bar, an der wir unsere 2 Freibiere abholten, für die wir im Motel 6 einen Gutschein bekommen hatten. Da ein Pokerautomat eingebaut war, habe ich Uli kurz erklärt, wie der funktioniert und welche Kartenzusammenstellungen gut sind und welche nicht. In kurzer Zeit hatte ich 20 $ gewonnen, die ich mir, nachdem das Bier ausgetrunken war, auszahlen ließ und wir dann uns ins übel riechende Zimmer und Bett zurückzogen. Sogar die Handtücher rochen nach Tabakrauch.
Schrecklich.
Fazit: Fremder, willst du in Beatty übernachten, reserviere ein Zimmer vor......

Uli & Lal@ in Rhyolite



Auf Ulis Wunschliste stand der Racetrack, weshalb wir überhaupt in dieser trostlosen Gegend sind. Ich hatte schon eine Menge schlimme Sachen über die Strecke gehört und deshalb keine große Lust, diesen einsamen Ort zu besuchen. Aber what be must, must be. Nach dem Casino-Frühstück fuhren wir zuerst kurz nach Rhyolite und knipsten die weißen Geister auch im Hellen, das Bottle-House entpuppte sich als Blender, sah sehr neu aus.
Alles ganz nett, aber zu weit abseits, um extra hier her zu fahren.

Da Vincis "Das letzte Abendmahl"


Welcome to CaliforniaDann auf zum Racetrack. Der Titus Canyon und die direkte Zufahrt zum Death Valley waren laut Auskunft der Rangerin im Beatty Visitor Center noch gesperrt, wir sind deshalb weiter in Richtung Tonopah gefahren gefahren und dann nach Scottys Castle abgebogen. Uli kann jetzt auch Kalifornien ihren bisher besuchten Staaten hinzufügen. Nach kurzem Besuch in der Grapevine Ranger Station, in der uns vom einer Fahrt zum Racetrack abgeraten wurde, wollten wir die Strecke wenigstens testen. Bis zum Ubebe Crater war es asphaltiert, dann wurde es sehr schlimm. Dicke Felsen säumten ihren Weg sozusagen. Die Strecke war waschbrettmässig und mit dicken Steinen übersäht, daß wir die Fahrt nach 5 Meilen abgebrochen haben und wieder zurück gefahren sind. Wir wollten uns und dem Auto diese Strapazen nicht zumuten.
Um ehrlich zu sein: Die Reifen haben zwar gehalten, die hinteren Stoßdämpfer aber nicht. Die Federn waren in Ordnung, die Hydraulikdämpfer aber nicht. Sind die solche Strecken nicht gewohnt oder ist es minderwertige Ware? Wir wissen es nicht, wollen es auch nicht wissen. Der Racetrack hat sich jedenfalls für uns damit erledigt.....


Mein Tip für den geneigten Leser: Wenn du unbedingt zum Racetrack willst, warte am Beginn der Schotterpiste und frage den einen oder anderen vorbeikommenden Ami, der ein Vertrauen erweckendes Auto hat, ob er dich mitnimmt. Oder warte, bis mal wieder gegradet wird.
Mein Tip Nr. 2: Death Valley nicht ans Urlaubsende legen, nach ein paar Tagen wunderbarer roter Steine ist es nicht so toll, wäre am Anfang besser gewesen.

"Straße" zum Racetrack

Wir sind relativ langsam und gemütlich durch das Tal des Todes gefahren, mehr als 40 mph waren ohne Dämpfung nicht drin, und kamen pünktlich zum Sonnenuntergang in Las Vegas an, wo wir die letzten 4 Urlaubstage verbringen werden.

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Das Abendessen nahmen wir im Outback ein, wieder zur Happy Hour, mit doppelten Bieren, für mich wieder mit einem Rockhampton Ribeye, Uli nahm ein 9-unziges Filet zu sich, bei dem sie fast blasphemisch wurde, als sie meinte, es wäre so gut wie bei El Toro.

Den Abend beendeten wir mit dem Vulkanausbruch am Mirage: Eine traurige Vorstellung. Nur alle 60 Minuten ein 4minütiger Ausbruch ist etwas wenig. Dann lieber alle paar Minuten den Springbrunnen nebenan.
Ein 190 Octane von Fat Tuesday beendete den Abend dann endgültig.
Den Besuch der Microbrewery im Hotel Monte Carlo verschieben wir auf Morgen.....

Vulkanausbruch am Mirage

Vulkanausbruch am Mirage

 

 

 

 

 

 

 

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