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Nicht alle Fahrten zu den South Coyote Buttes oder der White Pocket sind völlig problemlos, Was passieren könnte wird hier erzählt.
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Dieser Tag kriegt mal einen Titel: „es hätte ein so schöner Trip werden können“ oder „die CBS ist einfach überbewertet… es gibt hier mehr adventures“
Aber ich fang‘ mal von vorne an.
Geplanter Treffpunkt: 7.00Uhr im Frühstücksraum.
Wir waren zwar schon früher da, aber nur weil wir mal paar COMPLAINTS loswerden mußten. Denn wir haben am Morgen eine Spur an Decke und Wand gefunden, wo sich trotz der vor kurzen stattgefundenen Renovierung das Wasser so seinen Weg gesucht hat. Die Dame an der Rezeption wollte uns erst einmal einen „MAINTENANCE“ schicken. Häää Sollen wir etwa warten. Wir bekamen ein neues Zimmer, mit einem noch breiteren Fenster und: (das ist ja wohl klar)..für die Wahnsinnsunannehmlichkeiten Frühstücksvoucher So fing der Tag ja richtig positv an. Gut gelaunt und genauso vorbereitet schaffen wir es 9.30Uhr bei knalleblauem Himmel zu starten.
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CBS wir kommen.
Alle erforderlichen GPS-Daten haben wir von Synnatschkes Seite eingespreichert. Zusätzlich überzeugt uns der Hinweis, den wir auf Skotschier’s Seite gelesen haben, die CBS-Area vom Süden, also über die 89A anzufahren um auf die House Rock Valley Road zu gelangen. Diese Strecke ist zwar länger, jedoch ist der Anteil der gravel road kürzer…. An der BLM 1017 (Corral Valley Road) 36°51’43’’N 112°03’47’’ stechen wir in die Pampa und fahren auf sandigen Weg, der jedoch noch gut zu befahren ist. An der Kreuzung zu BLM 1066 Richtung Poverty Ranch haben wir „nur“ noch 7mi bis zum CBS-Parkplatz ......
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... doch dazu wird es nie kommen…
Den ersten Pfützen können wir noch durch Umfahren bravourös ausweichen. Das erste Gatteröffnen klappt auch ganz gut.
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Das dritte Ausweichmanöver wurde uns zum Verhängnis. Die Ausweichfläche ist eine stark aufgeweichte Stelle und es folgt der Beginn eines Albtraums…das linke Vorderrad versinkt im tiefstem Schlamm
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Zuerst versuchen wir rauszukommen in dem G. und ich das Auto rückwärts rausschieben. Mein Mann am Steuer. Die Motorhaube wird dabei so heiß, daß wir Probleme haben über längere Zeit dran zu bleiben. Als Nächstes versuchen mein Mann und G. abwechselnd das Vorderrad rauszuschaufeln…ca eine Viertelstunde später ist das Rad zwar etwas freigeschaufelt, es läuft allerdings in der Zwischenzeit viel Wasser rein. Auch der nächste Versuch uns zu befreien schlägt feht. Inzwischen versuche ich irgendwelches Gestrüpp zu sammeln um die Matschepampe etwas griffiger zu gestalten.
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Jetzt wurde entschieden, daß ich ans Steuer soll, meine starke Begleitung schiebt das Auto. Jeglicher Versuch läßt die Fahrerseite immer tiefer versinken. Mittlerweilen geht die Fahrertür nur noch max. 30° auf.
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Was nun? Wir versuchen mittels Zaunpfahl, den wir auf dem Gelände finden, eine Arte Brücke/Ebene herzustellen. Wieder Nichts. Wieder kein Erfolg. Langsam vergeht unsere gute Laune und wir haben nur noch wenig und zwar wirklich wenig Hoffnung. Gut. ...oder nicht gut...Was Nun? Irgendwie sollte es doch möglich sein in der „rote-Steine-Gegend“ ein paar Steine als Unterlage zu finden. Aus ca 100 m Entfernung bringen die Männer Steinplatten um unsere neue Idee umzusetzen: per Wagenheber das Auto anzuheben, unseren Zaunpfahl drunter zu schieben um endlich weiter fahren zu können….
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Zuerst also legen wir die erste und dann die zweite Steinplatte unter den Wagenheber…doch mit viel Mühe kann das Auto nur um etwas mehr als einen Zentimeter aus dem Sumpf gehoben werden die Steinplatten jedoch haben sich nicht nur aufgebröselt, sondern sind durch die unendliche Aufnahmefähigkeit dieses Modders verschlungen worden…
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Spätestens jetzt sind wir am Ende. Wir sind frustriert. Keiner denkt an unser eigentliches Ziel, das nicht weiter als 2 Meilen von uns entfernt ist: die CBS. Jetzt ist auch uns klar, daß wenn wir nicht bis zum morgigen Tag hier, mitten in der Wildniss, bleiben wollen (und das will keiner von uns Dreien) eine Wanderung bis zur House Rock Valley Road die einzige Lösung aus diesem Dilemma ist.
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Es ist 12.45Uhr. Wir nehmen also alle unsere Wertsachen sowie genügend Wasser mit. Dank der fantastischen, neuen App auf dem Ipad, finden wir unsere kürzeste Route über die Paw Hole. Und wie es kommen muß, es fängt an zu regnen. Aber das stört uns nicht. Wir sind nicht nur sprachlos über diese Situation, wir fühlen uns vollkommen machtlos.
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13.45Uhr Wir gehen immer noch. Zwischendurch kommt auch mal die Sonne raus.
14.30Uhr Wir gehen immer noch. Keiner hat mehr eine lustige Geschichte parat…so einfach zur Ablenkung.
Ca 15.30Uhr Mittlerweilen wird es windig und der Himmel ist schwarz. Es grollt am Himmel. Ich sehe auch ein paar Blitze. Ich habe höllische Angst, denn wir sind auf einer Hochebene. Die Männer beschwichtigen mich und meinen nur, daß wenn ich es donnern höre, dann ist eh schon alles vorbei…(später jedoch, erfahre ich, daß sie genau so’n Schiß hatten wie ich) Dann fängt es noch einmal an RICHTIG zu regnen. Riesige und harte Tropfen treffen uns. Wir sind klitschnaß. Es weht ein kalter Wind. Und nur der Gedanke, daß wir hier raus wollen, gibt uns die Kraft weiter zu gehen.
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Später Unser Kräfte sind bald am Ende. Wer von uns Dreien bis jetzt noch nicht den „Heidi-Klum-Germanys-Top-Model-Gang“ konnte, beherrscht den spätestens jetzt. Warum? Das kann ich Euch sagen. Nicht genug, daß wir laufen und laufen und laufen, nein, wir tun es im Tiefsand und das Ganze in einer schmalen Reifenspur, das heißt, ein Schritt muß vor den anderen gesetzt werden. Durch diesen Gang tun uns die Hüften höllisch weh! Und immer noch ist die HRVR nicht zu sehen Mein Mann versucht jetzt witzig zu sein… „ist doch ein tolles Workout“ hahaha Findet keiner so richtig lustig. Einziger Trost bei diesem Workout ist, daß es fast nur bergab geht.
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16.40 Uhr Vom Weitem sehen wir die HRVR. Wir haben das Gefühl bald da zu sein. Die Hoffnung auf Hilfe ist so nah. Aber unser Ziel ist weiter als es aussieht. Wir gehen und gehen. Immer wieder haben wir Bedenken ob wir um diese Zeit noch jemand auf dieser Straße treffen, ob jemand noch unterwegs sein wird. Wir verwerfen die pessimistischen Gedanken und hoffen auf’s Beste…machen Bestellung im Universum Dann sieht mein Mann in der Ferne ein blaues Auto. Er läuft und pfeifft, versucht sich bemerkbar zu machen. Ich ziehe mein gelbes Shirt aus. Guildo wedelt mt dem Shirt…
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Das Auto schwenkt in unsere Straße ....was für ein Glück! Ich hänge ca 100m hinterher. Dann sehe ich wie mein Mann mit den Leuten spricht und ich habe Hoffnung… als ich auch am Auto bin, stelle ich fest, daß es ein Kleinstwagen mit zwei alten Leutchens ist, deren gesamtes Volumen – ab deren Rückenlehne - und ich meine wirklich Volumen, also bis zur Decke, voll mit deren Gepäck ist. Mitnehmen ist ausgeschlossen. Ich bin mit den Nerven am Ende und muß weinen.
Wir erfahren, daß dieses Ehepaar einige, wenige Meter weiter Ihr Zelt aufschlagen will. Sie mögen auch nicht mehr die Strecke zurückfahren. Wir reden auf sie ein, machen Vorschläge wie, wir leihen uns deren Auto oder sie sollen uns nach Page bringen und wir zahlen ihnen eine Nacht im Hotel. Nein sie wollen nicht. Sie bieten uns an auf deren Plane zu übernachten. Denn sie haben genug zu Essen. Wir betteln und flehen sie an uns zu helfen. Dann entschließen sie sich zu einem, so finde ich, radikalem Schritt. Der Plan ist: sie lassen ihr gesamtes Gepäck hier auf der Wiese nehmen nur die Lebensmittel mit (diese sollte man wegen der Coyoten und anderen Tieren nicht in der Wildnis lassen) und bringen uns zu einer Stelle, wo wir Hilfe finden können. Wir helfen die Plane auszubreiten und das Gepäck aus dem Auto zu befördern.
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Erstaunlich was alles so reinpaßt… Wir erfahren, daß sie Anfang Juni ihren Tripp in NY begonnen haben und sich so gen Westen bewegen, immer schön in der Natur zelten und die Landschaft studierend bewandern. Zu guter Letzt bietet mir die Dame ein Wein an, einfach so um mich nervlich zu beruhigen. Ich lehne jedoch dankend ab.
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Ich schaue zur HRVR und sehe ein Pickup. Wieder rennt mein Mann hin. Wieder wird mein T-Shirt zum Winkelement
Tatsächlich biegt er in unsere Richtung ab. Wir stoppen das Auspackmanöver. Der Cowboy, und das ist er wirklich, ist nicht nur cool drauf, sondern verspricht uns zu helfen. Aktion Auspacken wird zur Aktion Einpacken. Wir fotografieren uns gegenseitig sind furchtbar dankbar, daß die Leute uns doch helfen wollten. Alle sind überglücklich. Besonders, da sind wir sicher, die zwei, alten Leutchen, die nun weiterfahren in Richtung Paw Hole.
Ron, unser Hero und Retter, bittet uns jedoch noch am Wegesrand auf ihn zu warten, denn er muß erst noch Wasser zu den Pontons bringen, die wir beim Vorbeilaufen gesehen haben. Dieses Wasser ist für seine Kühe, die hier auf der trockenen Weide grasen. Denn er hat dieses ca 200Tsd qm Land gepachtet mit all den häßlichen Tiefsandpassagen. Während wir also warten ermitten wir, daß wir ca 7Meilen = ca 11,3km unter schwersten und für Stadtmenschen unüberwinbaren Bedingungen, wie im tiefen Ostseestrand, gelaufen sind und ca 3000kcal verbraucht haben.
Auf dem Rückweg „lädt“ uns Ron auf und nimmt uns mit zu seiner Ranch. Dort will er nochmals die Wasserbehälter auffüllen und eine Kette zum Abschleppen mitnehmen. Wir lernen neue Phrasen: „stuck in the mudd“..muß ich ja jetzt nicht wirklich übersetzen
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Am Tor seiner Ranch sehen wir ein Schild mit der Aufschrift: „Don’t shoot near the house“ …was ist damit gemeint? Er erklärt uns nicht nur, daß in dieser Gegend Wild gejagt wird sondern auch Coyoten. Die schießt er auch, denn die beißen seinen Kühen die Schwänze ab und töten die Jungtiere. Dabei zeigt er ganz nebenbei, auf ein flaches Gebinde, das direkt auf der Armartur liegt, ups, ein Gewehr…und ich dachte, das ist eine Angel..
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Ron zeigt uns seine Ranch. Ein transportables Haus und daneben eine „Cabin“. Das Grundstück liegt malerisch an einem Felsen, davor ein See…ein Pferdegatter…und er ist sichtlich stolz.
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Als die nächsten Wasserkanister voll sind, geht es endlich los.
Es ist ca 18.30 Uhr Unterwegs sehen wir noch seine Frau, die mit dem Pferd unterwegs ist und die Kühe zu den Pontons treibt, denn die Rindviecher finden das Wasser sonst nicht (O-Ton Ron)
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Wir erfahren, daß er mit dem Vieh sein Geld macht und wir rechnen mal so hoch, daß er ca. 100.000 $ Brutto einkommen hat. Wenn man mal seine Grundkosten und die viele Arbeit sieht, die offensichtlich sehr hart ist, und das Ganze unter diesen doch bescheidenen Lebensbedingungen, stellen wir übereint fest: das muß man lieben um so zu leben. Wir fahren in das Gebiet, Richtung Paw Hole rein und sehen die alten Leute, die ihr Zelt schon aufgebaut haben. Wir winken uns gegenseitig zu
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Ron erzählt uns, daß er schwedisch kann. Das hat er während seines 2jährigen Aufenthalts als Mormonenmissionar direkt in Schweden gelernt. Wahnsinn. Wir fahren die gesamte Strecke zurück, die wir vorher gelaufen sind. Es kommt mir unheimlich lang vor. Und dann geht alles ganz schnell. Angekommen geht Ron die Fläche ab und schätzt dabei ein, wo und wie man unseren Liberty am Besten rausziehen kann. Kaum, daß die Verbindung steht holt er das Auto aus dem Schlamm, als wenn es das Leichteste der Welt wäre. ...ein letztes Mal im Dreck wühlen...
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..das haben wir hinterlassen....
Überglücklich verabschieden wir uns dankend, steigen ins Auto, das nicht nur draußen mistig sondern auch innen, durch das ständige Rein und Raus bei unseren Startversuchen, vollkommen verdreckt ist. Wenn Ihr jetzt denkt das wars schon…nein Irgendwie hatten wir im Hinterkopf in Erinnerung, daß die Leute etwas von einer flash flood unterwegs erzählten…aber zu der Zeit waren wir ja nicht wirklich aufnahmefähig…. Zurück auf der HRVR…und das ohne Reifenpanne oder Ähnliches… mittlerweile ist es dunkel geworden.
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Nach einer Weile auf der wunderbar asphaltierten 89A wurden wir von der Polizei angehalten …jetzt, da waren wir uns sicher, kann uns nichts mehr schocken….
Glücklicherweise haben die uns nur noch darauf hingewiesen, daß hier "nur"eine Muhre runtergekommen ist . ...wenn die wüßten was wir schon alles heute hinter uns haben.... Naja, die Straße ist praktisch verschluckt worden. Also, ca 100m ganz langsam fahren….na gut, wenn es weiter keine Probleme gibt…
Der Rückweg erscheint uns unendlich. Wir lassen den Tag mehrfach revue passieren … und sind mehr als happy, daß wir voller Adrenalin, einem Hamburger und voll von Erlebnissen der ganz besonderen Art in „unserem“ Bett die heutige Nacht verbringen dürfen… denn solch‘ ein Erlebnis vergißt man nie und hat ewig etwas zu erzählen…
....einmal zur CBS und zurück? …einfach überbewertet ...es gibt geilere Storys !
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