Skywalk

Du fährst zum Grand Canyon? Kuckste Dir auch das Ding an? Den Skywalk?
Diese Frage wird neuerdings häufig als erste gestellt, falls es um den großen Graben geht. Wenn heutzutage irgendetwas darüber im Fernsehen oder in Zeitschriften zu sehen ist, geht es eben meistens um das “Ding”, das ja recht abenteuerlich aussieht, so aus der Ferne. Dass es eine reine Touristenabzocke ist, weiß keiner, muss man auch nicht, weil sich ja so gut wie kein Deutscher dort blicken lässt, schon weil es irgendwo am Arsch der Welt ist, nicht wenig Eintritt kostet und man weder Camera noch Fotoapparat mitnehmen darf. Aber das wird im Fernsehen eher nicht erzählt, sondern meistens kommt ein Indianer zu Wort, der etwas vom Spirit der Landschaft und ähnlichen veganen New-Age Kram erzählt.
Eigentlich geht’s hier nur um eins: es wurde viel Geld investiert und das soll sich rentieren.
Und ich, immer auf der Suche nach Dingen die niemand braucht, werde mir das Ganze mal aus der Nähe ansehen. Da mir die Fahrt zu lang ist - ab Las Vegas schlappe 125 Meilen, mittlerweile immerhin asphaltiert - habe ich mir einen Flug gegönnt, ein Airport ist nämlich ganz in der Nähe gebaut worden.

Die Tour sieht ungefähr so aus: Flug mit Maverick Aviation Group über Lake Mead und Hoover Dam zum Grand Canyon West Rim. Nach der Ankunft am West Rim Weiterflug mit einem Helikopter auf den Grund des Grand Canyon (Aufenthaltsdauer ca. 15 Min). Rückflug mit dem Helikopter zum West Rim. Busfahrt zu den Aussichtspunkten Eagle Point und Guano Point, Besuch des Skywalks (inklusive, keine Mitnahme von Kameras auf den Skywalk möglich). Rückflug nach Las Vegas. Inklusive Lunchbox und Transfer ab/bis Las Vegas Hotels zum Henderson Airport. Täglich, ca. 7 Uhr, Dauer inklusive Transfer ca. 7,5 Std., Flugzeit jeweils ca. 45 Min., Aufenthalt am West Rim ca. 1,5 Std. Flugzeugtyp Cessna Grand Caravan.

Preis: 408 $ - war nen Angebot, 50 $ billiger als normalerweise. Teuer, aber in meinem Alter nimmt man mit, was man kriegen kann.
Buchen kann man über die Grand Canyon Tour Company, Vegas.com oder schon ab Deutschland über DERTOUR und alle anderen Veranstalter, die USA-Reisen anbieten.
Ich würde erst vor Ort buchen, wenn ich weiß wie das Wetter am nächsten oder übernächsten Tag ist.
 

Abflug 7 Uhr - also mitten in der Nacht. Ein Pick-up am Hotel war auch inklusive, ich hatte aber keine Lust mich um 5:40 abholen zu lassen und fuhr, nachdem ich Maverick, den Veranstalter, informiert hatte, selber zum Airport. Gepäck musste ich sowieso mitnehmen weil ich am Abend ganz woanders sein würde.
Um 5 Uhr wollte ich mich wecken lassen, erwachte aber schon um 4:07 und um 5:40 war ich nach der üblichen Drömmelei unterwegs, genauer gesagt am “Welcome to Las Vegas” Schild, an dem es um diese Zeit leer war.

Welcome to fabulous Las Vegas - morgens um halb 6

Nach diesem Bilderstopp fuhr ich weiter zum Henderson Executive Airport, von dem aus alles starten sollte. Diverse andere Touristen waren schon da, ich wurde gewogen und nicht für zu schwer befunden, unsere Kapitänin, Megan, stellte sich vor, ging mit uns zum Flieger, einer Cessna 208B Caravan, erzählte uns die üblichen vorflüglichen Sicherheitsgeschichten, ein Foto für’s Poesiealbum, das man nachher kaufen konnte, wurde gemacht, und schon ging’s los.

Megan erklärt den Sinn des Fliegens

Abflug 7:03 - schon kurz nach dem Start wurde es richtig interessant - von oben sehen Häusersiedlungen ganz anders aus als von unten, da hat sich jemand richtig Gedanken um die höhere Optik gemacht.

von oben sieht recht interessant aus

Der Hoover Dam war nicht im Tiefflug zu bewundern, aber etwas höher sah es auch recht imposant aus.

Hoover Dam

Dazu der zackige Lake Mead - insgesamt ein sehr kurzweiliger Flug. Nach 41 Minuten landeten wir um 7:44 am Grand Canyon West Airport, wurden von Megan nochmal kurz eingewiesen was man am besten wann macht und wann wir alle wieder wo sein mussten. Außer der Skywalkbegehung stand ja auch noch ein Hubschrauberflug an.
 

Lake Mead

Bis dahin waren aber noch 2 Stunden Zeit, die ich zu einer Busfahrt zu der örtlichen Ranch (wo ich aber nicht ausgestiegen bin), sowie einen Walk über den Sky nutzte. Die Busse fahren alle paar Minuten, man kommt in kürzester Zeit von hier nach da, es ist alles perfekt organisiert, wie Disneyland.

Bus am Skywalk

Mein erster Eindruck: das Ding sieht ja genau so aus wie ich es mir vorgestellt habe, wenn auch auf die Entfernung etwas kleiner als erwartet. Ein paar Blicke nach unten, völlig ungesichert (ungefähr so wie am Horseshoe Bend), dann machte ich mich auf den Weg zum Skywalk, mit leicht zitternden Knien. Ein leichter Höhenkoller machte sich schon im Voraus bemerkbar.
 

Grand Canyon Skywalk

Grand Canyon Skywalk

Hineinspaziert, Armband kontrolliert, Fototasche und alles, was man so mit sich trägt, in ein Schließfach gelegt, Papierschuhüberzieher angezogen bzw. selbiges versucht, weil diese Dinger wohl eher für asiatische Füße gedacht sind und mir sehr viel zu klein waren. Irgendwie bekam ich aber ein Teil der Dinger unter meine Turnschuhen.

Grand Canyon Skywalk Entrance

Und dann rauf aufs Dach, aufs Glas, ans Geländer. Wichtig für mich: niemals nach unten sehen, dann war es ganz easy. Ich war der einzige Besucher, die Fotografin machte diverse Fotos und wirkte recht professionell. Nach Ansicht der Bilder war es dann aber doch eher amateurhaft. Mal fehlte der Fuß, mal das halbe Bein, mal war noch das Bein der Knipse zu sehen. Egal - ich hab mir keins ausdrucken sondern alle per E-Mail schicken lassen. War im Angebot, 40 $ für 15 Bilder. Ein Ausdruck hätte 16 $ gekostet.

Grand Canyon Skywalk

Nach oben sehen ist ok - nach unten eher nicht.....

Grand Canyon Skywalk

Anschließend fuhr ich mit dem Bus zum Guano Point, dem Endpunkt der Anlage. Netter Blick nach unten und ein Restaurant, in dem es ein im Preis inbegriffenes Mittagessen gab, morgens um halb 10. Dazu eine Flasche Skywalkwasser, das einen sehr merkwürdigen Geschmack hatte, nach Radioaktivität oder so.

Jetzt erstmal ne kurze Lesepause, schaut euch den Film an, der zeigt was bisher geschah, danach dürft ihr weiter blättern......

Mittagessen um halb 10

Blick vom Guano Point ins Tal

 

 

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