Colorado

Uli will nach Las Vegas

Als ich Uli fragte, wohin sie denn in Urlaub möchte, sagte sie, schon fast erwartungsgemäss: Ist mir egal, aber es wäre schön, wenn ein paar Tage Las Vegas dabei wären. Amerika und speziell die Stadt der bunten Lampen haben sich mittlerweile zu einem ihrer Lieblingsziele gemausert.
Da wir im vorigen Jahr Las Vegas als Start- und Zielpunkt hatten, entschied ich mich für Denver als Beginn und Las Vegas als Ende der Reise.

Am Flughafen Düsseldorf


Flüge habe ich direkt bei Delta gebucht, für 634 € pro Person, mit umsteigen in Atlanta - das Auto war bei billiger-mietwagen.de am günstigsten.
Mein Arbeitskollege Uwe brachte uns zum Flughafen. Wir hatten relativ viel Gepäck mit, weil wir in Colorado Temperaturen um den Gefrierpunkt erwarteten.


Sitzplätze habe ich übers Internet vorgebucht, Notausgänge für die Inlandsflüge, eine Reihe dahinter für die langen Flüge. Direkt am Ausgang kann in diesem Fall nicht vorgebucht werden, leider.

Nach der üblichen Frageprozedur - haben sie ihre Koffer selber gepackt, haben sie ihre Koffer unbeaufsichtigt gelassen, haben sie Massenvernichtungswaffen im Koffer - fragte ich am Schalter, ob wir Plätze am Notausgang bekommen können.
Antwort: What’s the Purpose of your Trip?
Ich musste eine Zehntelsekunde nachdenken. Wieso spricht der plötzlich englisch? Wir hatten uns vorher auf Deutsch verständigt. Wird wohl ein Test sein.
Vacation - war die Antwort. Uli nickte dazu. Damit waren wir erfolgreich darauf getestet, daß wir englisch verstehen und Anweisungen im Falle eines Falles befolgen können.
Reihe 20 A & B gehörte uns. Wir genehmigten uns einen Cappucino im Starbucks und machten uns auf den Weg zum Gate.
Handgepäckkontrolle: Uli zog ihre Jacke aus, um sie auf das Förderband zu legen.
Der Kisten-durchs-Kontrollgerät-Schieber schaute auf ihr Bullerbü und sagte: Bullerbü? Da fällt mir ein, daß wir bald Muttertag haben.
Merkwürdige Assoziation.....
Anschliessend durchsuchte die Durchsuchungstürkin Uli’s Brillenetui sehr interessiert und machte es auf.
Da ist ne Brille drin, sagte Uli
Da könnte aber auch was anderes drin sein, meinte die immerhin unbekopftuchte Offizielle.
Klar, Massenvernichtungswaffen, dachte Uli, sagte es aber lieber nicht.
Passkontrolle: Ich hatte beide Pässe in meinem Trolley. Uli nahm einen der beiden, zeigte ihn vor und war durch. Ich zeigte den anderen Pass, wurde kurz gemustert und war auch durch. Uli stand grinsend vor mir. Sie zeigte mir “ihren” Pass, in dem mein Gesicht zu sehen war. Wir hatten die Pässe vertauscht, es hatte aber niemand bemerkt.
Toll. Aber keine Flasche Wasser mitnehmen dürfen.......
Wer schon lange nicht mehr geflogen ist, weiss evtl. nicht wirklich, worum es hier geht.


Die Sache läuft wie folgt ab: Wenn du etwas Flüssiges, Gel oder Creme im Handgepäck hast und es sind mehr als 100 ml, wird es dir an der Kontrolle abgenommen. Eine Flasche Wasser solltest du also vorher austrinken oder gar nicht erst mitnehmen. Im anschliessenden Duty Free Shop kannst du allerdings wieder genau dieses Wasser neu kaufen und auch mit ins Flugzeug nehmen. Wenn du keinen Non-Stop-Flug, sondern einen Umsteigeflug hast, wird dir beim Zwischenstopp die Flasche wieder abgenommen und du kannst nach der Kontrolle wieder eine Neue kaufen, die du wieder mit ins Flugzeug nehmen darfst.
Alles klar?
Flasche Wasser vor der Kontrolle: Böse Flasche
Flasche Wasser im Duty Free neu gekauft: Gute Flasche
Diese gute Flasche bei der Zwischenlandung: Böse Flasche
Flasche Wasser im Duty Free nochmal neu gekauft: Gute Flasche
Fazit: Du wirst selten so verarscht wie auf dem Flughafen.....


Kaum sassen wir im Flieger sprach uns eine der älteren netten Stewardessen an: Where are you from?
Ich antwortete: Germany, mit schönstem geknödeltem R in der Mitte.
Nächste Frage an Uli: Where do you wanna go to?
Aha, wieder ein Englischtest.
Uli antwortete: Denver
Skiing?
No.
Test bestanden, wir durften am Exit sitzen bleiben. 
Auf die Minute genau pünktlich um 9:40 dockten wir ab und machten uns auf den 9:20 langen Flug nach Atlanta, der ersten Station unserer Reise.
Es war kalt - sehr kalt im FliegerWas gab’s zu essen?
Gebackene Hühnerbrust mit Marinana-Sauce, Orzo, Broccoli und Karotten - war lecker
oder
Penne mit roten und grünem Paprika, Zucchini, Tomaten, grünen Bohnen und Oliven, bestreut mit Parmesan - war nicht so lecker.
Die Temperatur im Flieger war knapp über dem Gefrierpunkt, wie auch beim letzten Delta-Flug. Es lohnt sich auch im Sommer, einen Pullover mit zu nehmen.
Nach ein paar Stunden ging der Kapitän durch die Reihen und unterhielt sich mit einigen Passagieren, u.a. auch mit uns, über Skifahren rund um Denver. Vielleicht ein weiterer Englischtest.....

TGI Friday's Atlanta Airport

Es gab 2 Möglichkeiten für den Weiterflug, mit 1:20 Std. oder 4:10 Std. Wartezeit. Ich habe mich für die längere Variante entschieden, da mir 80 Minuten für Landung, Immigration, Kofferannahme und -abgabe und Gate-Suching zu kurz waren.
Wir gingen in Terminal B zu T.G.I.Friday’s, um etwas zu essen. Draussen standen ca. 30 Leute, die bereits auf einen Tisch warteten. Was machen? Erst mal ein Bierchen trinken, an der Bar, die auch zum Lokal gehörte. Kaum war das Bier da, wurden zwei Plätze an der Bar frei und wir gefragt, ob wir etwas essen wollen. Na klar, einen Jack Daniels Burger und ein Jack Daniels Steak. Und noch ein Bier.....
Als wir fertig waren, hatten einige Wartende immer noch keinen Tisch bekommen. Also: Nie ins Restaurant, immer in die Barabteilung.....

Der Weiterflug nach Denver verspätete sich leider um mehr als eine Stunde, weil die Besatzung noch nicht da war. Diese kam aus Fort Lauderdale und deren Flieger hatte Verspätung. Wartezeit in Atlanta deshalb 5 1/2 Stunden. Wir waren müde und wollten endlich “nach Hause”. Geflogen wurde mit einer Boeing B 757 einer Airline namens “Song”, von der ich noch nie etwas gehört hatte, die aber zu Delta gehört und mittlerweile schon wieder abgewickelt worden ist. Flugzeit 2:30 Stunden. .

Wir sassen, diesmal bereits über’s Internet vorgebucht, wieder am Exit und durften uns eine weitere Belehrung des Personals anhören, diesmal ohne auf unsere Englischkentnisse getestet zu werden. Ankunft in Denver um 19:40, es wurde gerade dunkel. Ein Auto haben wir natürlich auch gemietet, wie immer einen Equinox, über National, wg. der geringeren Einwegmiete.

Es war nur ein einziger Mitarbeiter vor Ort, dem Akzent nach ein Osteuropäer. Und der machte uns klar, das die Klasse Equinox nur ein Selbiger oder ein Jeep Liberty sei. Für einen grösseren Wagen müssten 10 $ pro Tag zusätzlich gezahlt werden. Special Price, normalerweise 30 $. Hörte sich irgendwie nach “Make you good Price”, mit dem man überall auf der Welt beschissen wird, an. Trailblazer waren ca. 10 Stück in der Choice Line, alle mit 4WD.

Wir waren müde, hatten keine Lust auf irgendwelche Diskussionen und akzeptierten deshalb den höheren Preis. Ein Midsize-SUV direkt gebucht hätte 90 € pro Woche mehr gekostet, es war also immer noch billiger. Ich werde mich bei National in Las Vegas und bei National Deutschland erkundigen, ob dieser Zusatzpreis gerechtfertigt ist.

Meine Nachfrage in Las Vegas ergab folgendes: Das Upgrade kann geändert werden, aber nur in der Vermietstation, also in Denver. Dann muss dort das Auto aber auch abgegeben und ein neues genommen werden. Ich hätte es auch in Las Vegas abgeben und einen kleineren nehmen können, das Upgrade wäre aber geblieben.
Fazit: Wenn du richtig müde bist ist eine Vermietstation, in der du der einzige Kunde bist und der Mitarbeiter viel Zeit und Lust hat, dir etwas aufzuschwatzen, nicht das Richtige für dich. Ich hätte einfach sagen sollen, daß ich mit einem Equinox oder einem Liberty einverstanden bin, gehe raus und nehme einen Trailblazer oder Jeep.
Wollte ich auch machen, aber der Kerl kam hinterher und sagte, daß das nicht ginge.
Deshalb: Lieber 10 Minuten warten, bis du dran kommst, dafür kümmert sich dann niemand um dich oder das Auto, das du dir nimmst.....

Townplace Suites Denver Downtown

Ausgesucht habe ich mir einen grausilbernen Trailblazer, der 229 Meilen auf den Tacho hat. Rein ins Auto, ab nach Denver, nach kurzer Suche einchecken in den Townplace Suites Denver Downtown, - für 44,89 $ über Priceline gebucht und in einen tiefen Schlaf gefallen......

Gespart am 1. Tag: 60 $ - der Unterschied vom offiziellen Zimmerpreis zum Priceline-Price.....

 

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