Key West

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3.1 Rosenmontag
“I’m heading’ for Key-ey-ey West, the key to happine-ess”


Früh aus dem Bett und schnell von Bord. Schon wieder so ein „Plan“. Früh aus dem Bett geht, weil die Room Maid weckt. Schnell von Board? Ein Witz mit zwei Stunden Schlange stehen. Zunächst an Bord durch Flure, Speisesaal und Gangway, dann im Terminal und am längsten und langsamsten vor der Passkontrolle. Von über zwanzig Schaltern sind gerade mal fünf geöffnet. Ich hasse Schlange stehen, ich kann nicht lange stehen.
In Ft. Lauderdale ist es kalt und so freuen wir uns auf Key West. Das liegt ca. 300 km weiter im Süden und sollte daher ein paar Grade wärmer sein. Die Fahrt ist langweilig, viel Verkehr und wenig zu Sehen. Erst als das Land immer weniger und das Meer mehr wird, gefällt’s mir.

 


3.2 Veilchendienstag
“Ice ice baby too cold, ice ice baby too cold too cold”

Menno, ist das kalt hier. Anstatt uns in der Sonne aufzuwärmen, mit dem Fahrrad zum Sonnenuntergang zu fahren oder gar am Strand zu liegen, ziehen wir erst mal los und kaufen warme Jacken. Am liebsten auch noch Schal und Handschuhe, aber sowas gibt es hier nicht. Selbst die meisten Jacken sind uns zu dünn. Der 190 Octane vom Fat Tuesday schmeckt trotzdem. Schließlich ist Fat Tuesday.

Der 190 Octane vom Fat Tuesday schmeckt trotzdem

3.3 Aschermittwoch
“Ashes to ashes, funk to funky”

Heute ist Aschermittwoch. Vom Karneval war nichts zu merken, aber heute kommen uns viele Menschen mit einem Aschekreuz auf der Stirn entgegen. Irgendwann entdecken wir auch die Quelle. Vor der Kirche hat sich ein Priester im Festgewand unter einem Baldachin aufgebaut und verteilt seinen Segen. Ashes to go.

Ashes to ashes, funk to funky

Das Wetter hat sich etwas gebessert. So können wir in der Sonne sitzen und den Pelikanen beim Fischen zusehen. Und abends bekommt die Sonne sogar einen leidlichen Untergang hin.

So können wir in der Sonne sitzen und den Pelikanen beim Fischen zusehen.

3.4 Donnerstag
“You picked a fine time to leave me Lucille”

Nur 68° in der Sonne und ein kalter Wind – das hatten wir uns anders vorgestellt. All meine luftigen Sachen inklusive Badezeug bleiben daher im Koffer. Wir stöbern durch Galerien, shoppen Souvenirs und wärmen uns dabei auf. Ein Vorteil hat das schlechte Wetter immerhin: je dunkler der Himmel, desto türkisiger das Meer. Es leuchtet geradezu, als würde es fluoreszieren.

 

Es leuchtet geradezu, als würde es fluoreszieren.

Die Duval Street ist voll mit Kreuzfahrern und aus jedem Lokal dröhnt live gespielte Country Musik. Einsame Cowboys trauern ihrer Liebsten nach. Jetzt schüttelt’s mich nicht nur wegen der Kälte.

Jetzt schüttelt’s mich nicht nur wegen der Kälte

“Last but not least, everyone I love the most”

Als wollte uns das Wetter eine lange Nase machen ist es heute Morgen schon wärmer als gestern zur Mittagszeit. Kurz vorm Heimflug also noch die hämische Frage „hattet ihr euch das etwa sooo vorgestellt?“ Auf dem schleppend langsamen Weg durch die Keys wieder nach Miami wird’s tatsächlich auch noch wärmer. Wir überlegen, falls wir noch mal nach der Cruise hier bleiben sollten, ein weiter oben gelegenes Key zu wählen. Die Fahrt macht bei dem Verkehr und den vielen Ampeln einfach keinen Spaß.

Am Flughafen wird mir der Grund unserer Reise wieder bewusst, wir treffen unsere Metalheads vom Hinflug wieder. Alle wirken ein bisschen geschafft, kann mir gar nicht denken, wieso.

Im nächsten Jahr geht die Cruise nach Labadee, Haiti. Wir sind – wenn nichts dazwischen kommt – wieder dabei. Aber wen interessieren schon das Ziel oder die Bands? Die Cruise ist das Ziel und bei 60 Bands ist auch immer was für uns dabei. Nur das Stroboskop-Geblinke aus dem Ice Rink kann zuhause bleiben.
 

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