Fazit

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Am letzten Rundreisetag ist ein erstes Fazit fällig:
Es war perfekt, und zwar alles, was wir in einem imperfekten Land wie Cuba niemals erwartet hätten. Der Bus war immer pünktlich, wir wurden ohne Umwege direkt zu den besichtigungswerten Orten gefahren, es gab täglich um 13 Uhr Mittagessen, ohne auf einen Tisch zu warten zu müssen standen nach einer Minute Suppe und Mijoto vor uns. Auch nach längerem Überlegen ist uns kein einziges Negativum eingefallen. Havanna war natürlich zu kurz, wird aber beim nächsten Mal mit ein paar mehr Tagen in Eigenregie bedacht. Natürlich spielten auch die tollen Mitreisenden eine Rolle, schon ein einziger Querschläger hätte eine Menge kaputt machen können.
Ein weiterer Vorteil zu den Veranstaltern, die schon im Namen zeigen, dass studierte Leute auf Reisen sind: Der Schlaumeierfaktor ist bei Null, bei der TUI fällt keiner durch schlaue Sprüche oder ähnliches besserwisserisches Getue auf. Es war einfach perfekt, sowohl die Organisation als auch der Ablauf insgesamt. Mehr muss man nicht sehen, mehr will man wahrscheinlich auch nicht......

8. Tag
Nach dem Frühstück standen die Rückfahrt nach Varadero und der Transfer ins gebuchte Hotel auf dem Plan.

Wir wussten, dass es eine lange Fahrt werden würde, auf der wir noch mal Gelegenheit haben würden, die vielen Aasgeier kreisen zu sehen, die mit Sicherheit dafür verantwortlich sind, dass man nicht ein einziges totes Tier am Straßenrand liegen sieht. Und eigentlich müsste man reichlich davon finden. So, wie die Hunde über die Straße laufen und die Busse brettern. 

Hunde gibt es reichlich - überall

Wer seinen Hund liebt, der setzt ihn vorsichtshalber auf das Haus- oder Vordach. Da hat er frische Luft, alles im Blick und ist sicher.

Und kann auch gleich auf die Wäsche aufpassen, die wird nämlich auch bevorzugt auf dem Dach getrocknet. Überhaupt, egal wie runtergekommen ein Haus ist, und sei es die reinste Baustelle, Leinen mit frisch gewaschener Wäsche hängen überall und überall steht ein weiß getünchter José Marti, der Volker an den jungen Karl May erinnert, im Vorgarten.

Leinen mit frisch gewaschener Wäsche hängen überall

Ich konnte mich an den Ochsengespannen, die wir die Felder bearbeiten sahen ...

Die Felder wurden fast überall mit Ochsengespannen bearbeitet

... und den Pferde-Kutschen, deren eine Achse aus einem alten Auto stammt und selten zwei gleiche Räder hat, nicht satt sehen. Und überhaupt sah man eine ganze Menge Viehzeugs so rumlaufen.

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Allen voran die indischen, weil heiligen Kühe. Die gehören dem Staat und dienen nur zur Dekoration, dürfen nämlich nicht geschlachtet werden. Und dazwischen Schafe, Ziegen, Wild- und Hausschweine, Hühner, Gänse, Meerschweinchen....

Ritt auf der heiligen Kug

Und an jeder Autobahnauf- oder zufahrt, unter Autobahnbrücken oder einfach nur so am Wegesrand: Trauben von Anhaltern. Stellenweise gibt’s extra für die Autostopper Wartehäuschen, die ich erst für Bus-haltestellen gehalten habe. Da das öffentliche Verkehrsnetz in Kuba wohl nicht so gut funktioniert oder ausgebaut ist (allerdings habe ich etliche Linienbusse gesehen), wird dort hauptsächlich mit der Kulanz derer, die ein Fahrzeug ihr eigen nennen können, spekuliert. Oftmals wird mittels Geldscheinfächer der Entscheidung des Fahrers nachgeholfen.
 

Hier sind nicht gerade viele Anhalter zu sehen.....

Landschaftlich gesehen, ging’s mit unserer Fahrt bergab. Aus dem reizvollen und abwechslungsreichen Süden fuhren wir einer immer langweiliger werdenden Landschaft entgegen. Aber egal, wir wollten uns ja eh nur den Staub aus den Kehlen, den Dreck von der Haut und den Schlamm von den Schuhen spülen und waren vorerst an dem Drum-Rum (also, an dem Rum natürlich schon noch) gar nicht mehr interessiert.

Mit schönen Landschaften war es vorbei

An jedem Bahnübergang muss man anhalten und schauen, ob ein Zug kommt. Auch da, wo meterhohes Gras zeigt, dass schon ein paar Jahrzehnte keiner mehr vorbei gekommen ist.
Wer nicht anhält bekommt, wenn er Cubaner ist, 36 Punkte in Flensburgo, wenn er alloholisiert ist wird die Fleppe weggenommen, als Tourist muss man zwischen 5 und 30 CUC’s zahlen.

36 Punkte gibt's wenn man nicht anhält

Es war eine interessante und aufregende Woche - gerne wieder.....

Damit ging eine äußerst interessante, aufregende aber auch lehrreiche Woche zu Ende. Nicht, dass sich meine Vorurteile bestätigten und von einer individuell durchgeführten Inselerkundung abzuraten wäre – vom Gegenteil kann man sich bei Susannes Geschichte überzeugen – aber wir haben auf diese Weise so viel gesehen, selbst Dinge, die wir nicht mal auf unsere Wunschliste geschrieben hätten. Individuell unterwegs würden wir wahrscheinlich heute noch suchen oder hätten es längst aufgegeben.

Diese perfekt organisierte und professionell durchgeführte Busrumreise hat uns so gut gefallen, dass wir gerne auf die gleiche Art auch noch den Osten Kubas unsicher machen möchten.

Urlaub mit Reiseleitung ist gar nicht schlecht. Man sieht viel mehr als man nie gesucht hätte.

Havanna ist für unseren Geschmack ein bisschen zu kurz gekommen – hier könnte man alleine einen ganzen Tag damit verbringen, vor’m Capitol zu sitzen und alten Autos hinterher zu schauen – dafür könnten wir auf ein paar Tage Varadero verzichten. Das merken wir uns fürs nächste Mal....

alten Autos hinterher zu schauen

 

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