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Ein Artikel in der WAZ ist über mich erschienen.
Von Bert Giesche
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Bochumer Junge in der Wüste : Volker hat, wie seine Internet-Seite zeigt, auch bei Reisen in den staubigen Südwesten der USA immer ein VFL-Trikot parat.
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Langendreer. Bochums Osten hat viele schöne Seiten. Aber die vielleicht inter-essanteste findet man im Internet unter der Adresse www.lalasreisen.de.
Tobago, Mauritius, Miami und Phuket - der Langendreerer Volker Goeke ist schon ganz schön rumgekommen in der Welt. Reisen sind sein Hobby und seine Leidenschaft, und seit 2001 lässt er die Internet-Gemeinde an seinen Urlaubs-Trips teilhaben. Mit beachtlichem Erfolg: Der Zähler auf seiner selbstgestalteten Internet-Seite steht bei über 205.000 Besuchern, und im Gästebuch finden sich Lobeshymnen auf den virtuellen Reiseführer: "Hi Volker, ich hock' jetzt schon die dritte Nacht in Folge über deiner Seite und krieg' nicht genug", schrieb beispielsweise eine gewisse Conny.
Dass er mit seiner Hobby-Homepage ins Schwarze getroffen hat, signalisiert dem 47-jährigen Schlosser aber nicht nur die große Resonanz aus ganz Deutschland. Auch viele Surfer aus dem Ausland schauen bei Lala (so lautet sein alter Spitzname) vorbei. Er hat sogar festgestellt, dass sich etwa Menschen aus der Karibik - das ist sein Spezial-Gebiet - bei ihm informieren. So kommt es schon mal vor, dass sich Bewohner der Insel x über das Nachbar-Eiland y im 10 000 Kilometer entfernten Langendreer kundig machen.
Den ausländischen Besuchern dürfte allerdings ein besonderer Reiz von www.lalasreisen.de entgehen: Volker garniert seine Reportagen nämlich mit trockenem Humor und flotten Sprüchen, so wie es man es halt aus der Ruhrgebiets-Mundart kennt und schätzt. Der mitunter übertrieben sachliche Stil gedruckter Reiseführer hat bei ihm keine Chance. Eine Kostprobe: "Ansonsten stehen ein paar Kanonen rum und man hat einen schönen Ausblick, aber den hat man ja immer von einem Fort aus, sonst stände das Ding am verkehrten Platz, oder?", schreibt er nach der Besichtigung einer historischen Befestigungsanlage auf Tobago, um später noch Erlebnisse mit angeschickerten Polizisten und an Motörhead-Konzerte erinnernde Steel-drum-Bands anzuhängen. Und dass der Gummistiefel - Verleih in der Karibik einen florierenden Wirtschaftszweig darstellt, kann man konventionellen Reiseführern wohl auch nicht entnehmen.
Manchmal hat der Leser regelrecht das Gefühl, bei Volkers Reisen mit dabei zu sein, so anschaulich sind Schilderungen von Menschen und Landschaften - die vielen Bilder tun ein übriges. Andere auf virtuelle Art und Weise mitzunehmen, das war auch Volkers Absicht, als er im Jahr 2000 erstmalig seine Reiseleidenschaft mit der Internet-Technologie kombinierte: Bei einer Kalifornien-Rundreise nahm er einen Laptop mit, um die Daheimgebliebenen täglich per E-Mail mit Text und Bild auf dem Laufenden zu halten. "Das hat Spaß gemacht", erinnert er sich an seine ersten, im Hotel geschriebenen Texte. Auch die mit den "digitalen Postkarten" belieferten Verwandten in Bochum waren so begeistert, dass sich Volker entschied, seine Berichte zum ständigen Angebot zu machen. Im März 2001 startete er seine eigene Internet-Seite, die nicht nur über die Endung .de, sondern auch über .com zu erreichen ist.
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Sogar aus der Karibik stammen Volkers virtuelle Besucher. Hier in seiner Langendreerer Wohnung bastelt er an seiner Globetrotter-Seite www.lalasreisen.de
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Günstigerweise kam genau zu der Zeit die Suchmaschine Google auf, die erst ein wirklich gezieltes Vorgehen im Internet ermöglichte und Volker viele Besucher bescherte. Die Google-Platzierung zeigt den Stellenwert von www.lalasreisen.de: Gibt man den Suchbegriff Barbados ein, landet die Seite im deutschsprachigen Raum auf Platz 2 - vor Abertausenden anderen Sites und sogar noch zwei Ränge vor der offiziellen Domain des Inselstaates. Angesichts des Erfolgs der Seite erhält Volker auch Werbe - Angebote, doch die lehnt er ab. Außerdem bucht und bezahlt er alle Reisen selber - er will unabhängig bleiben, und wenn ihm etwas nicht gefällt, dann schreibt er das auch. Touren, die er vor dem Start seiner Internet - Seite unternommen hatte, rekonstruierte Volker anhand von Gedächtnis, Fotos und Unterlagen. Dabei legt er großen Wert auf Detailtreue, so dass man seine Reisen nicht nur theoretisch nachvollziehen kann: In manchen Hotels in der Karibik bekommen deutsche Urlauber Volkers Berichte als Ausflugs - Tips in ausgedruckter Form in die Hand gedrückt.
Besonders verbreitet dürften die auf Barbados sein, denn die östlichste der kleinen Antillen kennt der Langendreerer wie seine Westentasche. Hier war er mehr als zehnmal im Urlaub, und hier hat alles angefangen. 1979 entschloss er sich - "eine Schnapsidee" - nach Barbados zu jetten. Ein Karibikurlaub galt damals noch als ziemlich exotisch, an Pauschalreisen Dom.-Rep./all inclusive war noch nicht zu denken.
Es war die erste große Urlaubsreise seines Lebens, und sie hat bei dem damals 22-Jährigen wohl das Reisefieber geweckt. Seitdem hat er die verschiedensten Touren gemacht, mutterseelenallein oder mit einer 30 -köpfigen Gruppe, er ist mit dem Ford Mustang durch Florida gefahren und mit dem Seat Marbella über Kos. Hauptsache immer "etwas Neues sehen", wie er seinen Antrieb beschreibt. Auf großen Luxus kommt es Volker dabei übrigens nicht an - aber im Schlafsack möchte er auch nicht übernachten.
Um eine Frage kommt ein erfahrener Globetrotter wie Volker natürlich nicht umhin: Wo, bitte schön, ist es denn auf unserer großen, weiten Welt am allerschönsten? Da braucht er nicht lange zu überlegen, zeigt auf die Fotos mit den bizarren Felsformationen, die seine Küche schmücken: "Im Grenzgebiet zwischen Arizona und Utah." Dort gebe es sogar regelrechte "weiße Flecken", die noch auf keiner Karte zu finden sind, geschweige denn in Reiseführern.
Als Lokalpatriot hat er sich aber ein Hintertürchen offengelassen. Zwar mag es in einer Wüsten-Region der USA insgesamt am schönsten sein, aber was Metropolen angeht, bleibt für Volker die Heimat doch die Nr. 1 - "Bochum, der Nabel des Universums, die schönste Stadt der Galaxis".
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