Mariposa Grove

Mariposa Grove - Text aus der offiziellen Parkbroschüre

Zwischen 1857 und 1864 besuchten etwa 400 Menschen Mariposa Grove. Heute kommen jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen, um die Riesenbäume zu bewundern. Lieben wir diese Bäume zu Tode? Umweltverschmutzung, Abfälle, Entfernung von Zapfen, Bodenverdichtung rund um die Wurzeln, das Beklettern abgestorbener und lebender Bäume sowie andere menschliche Einflüsse bedrohen die Unversehrtheit dieses wunderschönen Waldes. Diese Baumriesen haben den Naturgewalten jahrtausendelang getrotzt. Werden sie die Anwesenheit von Millionen Menschen Jahr für Jahr überleben?

Manche Mammutbäume werden nach unserer Kenntnis bis zu 3200 Jahre alt. Sie sind resistent gegen Krankheiten, Feuer und Insekten und scheinen fast unsterblich zu sein. Sie haben jedoch eine Schwäche. Obwohl sich ihre Wurzeln bis zu 45 Meter vom Baumstamm entfernt ausbreiten, sind sie nur 1 bis 2 Meter tief. Wetterfaktoren wie Wind und Schnee in Kombination mit dem baumeigenen Flachwurzelsystem können diese Baumriesen fällen. Nach der Entwurzelung vermodern die Bäume nur langsam und brauchen oft mehrere Hundert oder sogar tausend Jahre für den kompletten Zerfall. Der Fallen Monarch fiel vor etwa 300 Jahren.

Fallen Monarch

Mariposa Twins

Als Holzfäller in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit der Fällung von Mammutbäumen begannen, entdeckten sie, dass das Holz der Riesenbäume leicht und bröckelig war. Nur wenige Bäume wurden in einem Stück gefällt. Sie wurden zu Rebstöcken, Bleistiften und Zahnstochern verarbeitet. Die hohen Kosten und Schwierigkeiten beim Fällen sowie die spröde Beschaffenheit des Holzes führte noch vor der Jahrhundertwende zur Einstellung des Baumfällens. Glücklicherweise wurde nie ein Mammutbaum im Mariposa Grove gefällt. Das bröckelige Holz der Riesenbäume war ihre beste Verteidigung gegen die Säge.

Die Zimtfarbe der Mammutbaumrinde unterscheidet diesen Baum von seinen Nachbarn. Die Farbe entsteht durch Tannin, eine chemische Verbindung, die in der Rinde und dem Holz vorkommt, daher auch der Name “Redwood”. Obwohl viele Bäume Tannin enthalten, ist der hohe Anteil in Mammubäumen die Ursache dafür, dass diese gegenüber Krankheiten, Insektenplage und Feuer resistent sind. Nach dem Absterben zerfällt der Baum nur langsam, da das Tannin als natürliches Konservierungsmittel agiert. Tannin wird heute kommerziell in Feuerlöschmitteln und Insektenpulver verwendet. Die rotbraune Farbe von Tee geht auch auf Tannin zurück. Diese vielseitige chemische Verbindung kommt zudem in vielen anderen Produkten vor. Ein richtiges Zaubermittel also......

California  Tunnel Tree - Vorsicht, daß man sich in der Knipsreihenfolge nicht vordrängelt, auch unbeabsichtigt, sonst gibt es Ärger mit anderen deutschen Touristen....

Grizzly Giant

Mammutbäume wachsen nur von Samen, die in kleinen eiförmigen Zapfen produziert werden. Jeder Zapfen enthält 200-300 Samen in der Größe von Haferflocken. Um zu keimen, müssen sie die richtigen Bedingungen vorfinden: weicher, mineralreicher Erdboden, ausreichend Sonnenlicht und Feuchtigkeit. Jedes Jahr fallen Millionen von Sequoiasamen auf den Waldboden, aber von einer Million erreicht nur einer das Keimstadium und wächst zu einem ausgewachsenen Mammutbaum heran. Für die volle Entwicklung eines Zapfens vergehen 2 Jahre. Sie verbleiben dann 20-30 Jahre auf dem Baum. Äußere Einflüsse sind notwendig, damit die Zapfen abfallen und die Samen verstreut werden können.

Welche äußeren Einflüsse steht aber nicht dabei. Wahrscheinlich die üblichen Verdächtigen: Wind, Vögel, Nagetiere.....

The Bachelor and the Three Graces

Die Anatomie eines Mammutbaums kann mit der des Menschen verglichen werden. Im Zentrum befindet sich der alte, abgestorbene Kern. Er ist gleichsam das Skelett des Baumes. Das schmale, hell gefärbte Holzband ist das Splintholz. Wie die menschlichen Adern und Gefäße transportieren Zellen im Splintholz Wasser und Nährstoffe durch den Baum. Zwischen dem Splintholz und der Rinde befindet sich der einzige wachsende Teil des Baumes - das Kambium. Diese Schicht ist ein dünnes Zellgewebe und produziert jedes Jahr einen neuen Ring aus Holz und eine neue Rindenschicht.

Es gibt 4 Wanderwege, zwischen 0,8 und 2,1 Meilen lang. Wer lieber gefahren wird, kann sich mit einem Pritschenwagen durch die Gegend kutschieren lassen. Die sogenannte Big Trees Tram Tour. Gefahren wird alle 20 Minuten, von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Preis 16 $ incl. einer mehrsprachigen Audiotour, u.a. auch in Deutsch.

Ich würde laufen....

 

 

 

 

 

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