White Sands


Das White Sands National Monument schützt und bewahrt den grössten Teil dieses Gipsdünenfeldes und mit ihm die Pflanzen und Tiere, die sich erfolgreich an diese rauhe und sich ständig verändernde Umgebung angepasst haben.

White Sands

Der Gips, aus dem White Sands besteht, lag auf dem Grund eines flachen Meeres, das dieses Gebiet vor 250 Millionen Jahren bedeckte. Schließlich wurde der Gips zu Stein, angereichert mit Meeresablagerungen. Vor 70 Millionen Jahren, als die Rocky Mountains sich formten, wurde dieser Stein zu einer gigantischen Kuppel aufgeworfen. Vor 10 Millionen Jahren begann die Mitte dieser Kuppel einzustürzen und bildete das Tularosa Basin. Die verbliebenen Ränder der ursprünglichen Kuppelformation bilden nun die Bergketten der San Andres und Sacramento Mountains, die das Talbecken umschließen.

Die Sonne lugte hin und wieder durch die Wolken, aber meistens wurde der Teil des Parks beschienen, in dem ich gerade nicht war.
Den gewöhnlichen Gips, eine Art von Kalziumsulfat (CaSO4·2H2O) trifft man selten in Form von Sand an, da er wasserlöslich ist. Regen und Schnee haben aus dem Stein der umliegenden Berge Gips gelöst und in das Tularosa Basin befördert. Normalerweise würde der gelöste Gips von Flüssen in das Meer getragen. Aber es gibt im Tularosa Basin keinen Fluss, der das Wasser ableitet. Das Wasser und mit ihm der Gips und andere gelöste Sedimente sind innerhalb des Tals gefangen. 

White Sands


Wie man sieht, wehte ein starker Wind, der einen im Laufe der Zeit völlig eingipste.

White Sands

Während feuchter Wetterperioden, in denen das Wasser langsam verdunstet, lagert sich der Gips am Grund des trockenen Sees in kristalliner Form ab, bekannt als Selenit. Entlang der Küste des Lake Lucero und den Alkali Flats bedecken Betten aus Selenitkristall den Boden, manche bis zu einem Meter lang. Die Kräfte der Natur, Kälte und Wärme, Feuchte und Trockenheit zerbrechen die Kristalle schliesslich zu kleinen Sandpartikeln, die leicht genug sind, um vom Wind davongetragen zu werden.

White Sands

Fotografieren ist nicht leicht, weil man wegen der Helligkeit so gut wie nichts sieht und deshalb nicht vernünftig scharf stellen kann. Dem Autofocus geht es ähnlich, der weiß auch nicht genau, welches weiß scharf und welches unscharf sein soll. Gefilmt habe ich auch, aber auf gut Glück, dabei habe ich nämlich gar nichts gesehen. So habe ich wenigstens zu Hause eine Überraschung, ob es etwas geworden ist oder nicht.
Ohne Sonnenbrille geht natürlich gar nichts, da kannst du dir anschließend eine Blindenbinde geben lassen....

White Sands

Das White Sands National Monument ist umgeben von der White Sands Missile Range (Raketenbasis), die zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg benutzt wurde, um erbeutete deutsche Raketen zu testen. Die 4000 Quadratmeilen große Basis ist nach wie vor ein wichtiges Testgebiet für experimentelle Waffen und Weltraumtechnologie. Aus Sicherheitsgründen werden der Park sowie der Highway 70/82 zwischen dem Park und Las Cruces während Raketentests gesperrt. Solche Schließungen finden etwa ein- bis zweimal wöchentlich statt und dauern gewöhnlich ein oder zwei Stunden.

White Sands

Zweimal im Jahr wird das gesamte Areal geöffnet und man kann die Stelle besichtigen, wo damals Trinity, die Mutter aller Atombomben, gezündet wurde. Ich will das nicht, es geht aber auch nur im April und September.

Die Amis waren ja eigentlich ganz schön blöd, so etwas im eigenen Land zu machen, die Franzosen waren da sehr viel cleverer, die haben zwar den halben Pazifik radioaktiv verseucht, dafür aber das eigene Land strahlenfrei gelassen. Aber die Amis waren schon immer etwas neurotisch, was die Geheimhaltung betrifft und haben es deshalb lieber vor der eigenen Haustür explodieren lassen.
Die schönsten Fotos entstehen angeblich morgens und abends, wenn durch veränderte Lichtbedingungen interessante Farben und Schatten entstehen. Also nicht, wie auf den bisherigen Bildern, zur Mittagszeit, da kann man so gut wie keine Einzelheiten erkennen.

White Sands

Wie bewege ich mich im Park? Zunächst mal kann ich überall her gehen, klettern oder laufen wo ich will. Einige Trails sind aber zusätzlich ausgeschildert.
Der Interdune Boardwalk ist 585 Meter lang und auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Viele Infotafeln.
Spielen im Sand ist laut Hinweisschild hier verboten.

Der Alkali Flat Trail ist 7,4 Kilometer lang und mit Wegweisern markiert, die nicht immer gut zu sehen sind. Vor Beginn der Wanderung im Register ein- und anschliessend austragen. Wasser und Schatten gibt es unterwegs nicht.
Falls du unterwegs Schrott oder Trümmer siehst: Nicht anfassen und einen Ranger benachrichtigen. Das sind Trümmer der hier immer wieder stattfindenden Raketentests.

White Sands

 

Aber bis zum Sonnenuntergang hätte ich 6 Stunden bleiben müssen, ohne zu wissen, ob die Sonne abends wirklich da ist.
Picknickplätze befinden sich nahe dem Ende der Straße. Alle Plätze haben Tische, Grillmöglichkeiten und Toiletten. Trinkwasser ist nur im Besucherzentrum vor dem Eingang erhältlich. Hier kann man auch einen kurzen Film über die Entstehung der weissen Wüste ansehen.

 

White Sands


Mein Fazit zu der weißen Wüste: Nett, sehr schön, aber nach 1-2 Stunden hat man eigentlich alles gesehen, vor allen Dingen, wenn man Trails wie den Alkali Flat Trail wegen zu starken Windes nicht gehen kann. Ansonsten sehen die grünen Pflanzen im weißen Umfeld sehr fotogen aus, aber nach dem 20. Foto hat man auch davon genug.
Also: Man sollte es gesehen haben, unbedingt, braucht aber keinen ganzen Tag dazu. Außer man ist Fotograf und muss den Sonnenauf- und untergang knipsen.

White Sands

Sand mitnehmen ist leider verboten, damit nicht irgendwann alles leergesandet ist. Oder wg. der sehr hohen Radioaktivität. Ist mir aber egal, wo bekommt man schon so weißen Sand für die Sandsammlung sozusagen frei Tüte geliefert....

Bei einem Autoausstieg kam eine Böe und klappte die Fahrertür bis zum Anschlag auf, die danach ein paar merkwürdige Geräusche von sich gab. Ein guter Grund um den Wagen zu tauschen, in Albuquerque war die nächste National Vermietstation.
Ich fuhr nach insgesamt 4 weißsandigen Stunden noch 80 Meilen bis Las Cruces, wo ich im dortigen Super 8 Motel übernachtete. Essen gab’s auch, eine sehr gute Clam Chowder und eine Fried Seafood Platter, die nicht ganz so gut war, beim Red Lobster.

Beim anschließenden Besuch im Target-Supermarkt fiel mir auf, dass an der Kasse grüne Jutetaschen verkauft wurden, mit der Erklärung: Kann mehrmals genutzt werden.
Und der Zusatz: Think Green.
Erstaunlich, auf welche Ideen die Amis mittlerweile kommen. Aber wahrscheinlich nur, weil der Spritpreis so hoch ist.
Beim Duschen fiel mir auf, dass das Duschwasser ziemlich schwarz war, obwohl ich den Tag in weißem Sand verbracht habe. Komisch.....

Gefahrene Meilen: 214 - Motorlaufzeit: 6:36 Std.

White Sands

 

 

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