San Francisco

Unsere ersten Heiligen:
San Francisco - Point Bonita – Sausalito – Alcatraz – Point Reyes

 

San Francisco.
Die schönste Stadt der Welt? Es wäre unfair, sich ein Urteil zu bilden, wenn man nicht wenigstens annähernd allen in Frage kommenden Städten einen Besuch abgestattet hätte – und zwar zu annähernd gleichen Bedingungen. Was alleine das Wetter oder die Tageslaune zu beeinflussen vermögen – nicht auszudenken. Und wenn Baustellen oder Veranstaltungen zum Verfahren zwingen, kriegt die schönste Stadt Minuspunkte.

Dennoch möchte ich nach nur wenigen Tagen und ebenso wenigen Vergleichsmöglichkeiten behaupten, dass Bay City nicht ohne Grund so beliebt ist. Die Bucht erinnerte mich ein bisschen an Toronto, das Leben habe ich ähnlich schon in Miami und Key West erlebt, China Town oder Little Italy gibt’s auch in New York, Hügel in Los Angeles – aber all das zusammen in einer relativ kleinen, überschaubaren Stadt macht den Reiz aus. Und das trotz der fast ständig vorherrschenden Kälte und des Nebels.

San Francisco

Point Reyes stand ebenfalls auf meiner Wunschliste

Apropos Nebel:

Point Reyes stand ebenfalls auf meiner Wunschliste, der Leuchtturm aus John Carpenter’s The Fog – Nebel des Grauens. Alleine schon wegen des ungewöhnlichen Umstands, dass man nach unten gehen muss, wenn man ihn besichtigen will, machten wir einen kleinen Abstecher dorthin. Normalerweise stehen Seeleuchten so weit erhöht, dass sie schon von weitem gesehen werden können. An diesem Küstenstrich schwebt aber der unheimliche Nebel oft so dicht über dem Wasser, dass das Leuchtfeuer unten durch muss. Kein Wunder, dass der Horror-Regisseur auf unheimliche Gedanken kommt.

Das Furcht erregendste war die unglaublich lange Treppe

In echt war es hier allerdings überhaupt nicht gruselig. Der Leuchtturm war eher ein -türmchen, von schauerlichem Nebel weit und breit nix zu sehen und ohne Spannung erzeugende Musik ist eh alles ganz harmlos. Das Furcht erregendste war die unglaublich lange Treppe, bei der ich auf jeder Stufe bergab an den Rückweg denken musste. Holy smoke, für über dreihundert Stufen bin ich einfach zu schwach auf der Brust…

 

«Wenn Sie beim Namen "Kalifornien" an hohe Temperaturen und leichte Kleidung denken, müssen Sie sich in San Francisco unbedingt umstellen. “The coldest winter I ever spent was a summer in San Francisco" soll schon Mark Twain gesagt haben, und tatsächlich steigen die Temperaturen auch im Sommer kaum über 25 Grad. Es wehrt häufig ein strammer Wind. Morgens ist es vor allem im Sommer und insbesondere in Pazifiknähe sehr häufig "foggy", "Downtown" kann es bereits aufreißen. Je weiter Sie von der Küste ins Landesinnere kommen, umso weniger Nebel wird geboten.»

eine große Ansammlung von Blau-BlühernDiese fast ungastlichen Wetterbedingungen scheinen allerdings das ideale Klima für die Vegetation zu sein. Nicht umsonst ist Fog City umzingelt von Weinanbau und auch sonst sprießt es bunt in allen Ecken: riesige Oleanderhecken trennen wildwüchsig Autobahnspuren, frei laufende Calla setzen edle, weiße Akzente im dichten Grün und selbst Moose, Algen und Flechten leuchten in den auffälligsten Farben. Und wenn bei uns gerade mal der Enzian blau, blau blau blüht, dann blühen in Kalifornien ganze Bäume blau. Überhaupt habe ich noch niemals eine so große Ansammlung von Blau-Blühern gesehen.
Dagegen hat mir der hohe Gelb-Anteil bei der Bevölkerung von Shaky Town nicht so gut gefallen, da hätte ich lieber etwas mehr Schwarz gesehen.

Blümchen

Fisherman's Wharf

Wenn andere Städte froh sind, gerade mal einen Kölner Dom oder einen Eifelturm zu besitzen, so verfügt Quake City über gleich mehrere markante Landmarks: Golden Gate Bridge, Cable-Cars, Alcatraz oder Fischermen's Wharf sind selbst Nicht-USA-Urlaubern ein Begriff.

Die Brücke war allerdings zum Islam konvertiert, sie zeigte sich uns nur dick verschleiert. Daher wohl auch der Trick mit der Rostschutzfarbe, ohne ist von ihr im dichten Nebel nicht viel zu erkennen. Trotzdem ist sie schon ein spektakulärer Blickfang.

Golden Gate Bridge

Alcatraz, sieht aus wie ein riesiges Schiff

Ebenso wie die Insel Alcatraz, die von fast überall zu sehen ist und ein bisschen wie ein riesiges Schiff aussieht. Ein Besuch des Gefängnis-Museums stand natürlich auf unserem Programm, allerdings fand ich es schon ein bisschen bedrückend in die kleinen Zellen zu schauen, die hauptsächlich aus einem Klotopf und zwei Klappbrettern bestanden.

Die auch deutschsprachige Audio-Führung war so spannend und realistisch gemacht, dass ich froh war, wieder ungesiebte Luft unter freiem Himmel zu atmen. Auch wenn man davon ausgehen muss, dass es die Insassen nicht besser verdient hatten, war die Vorstellung beängstigend.

die Vorstellung beängstigend

 

Wenn ich groß bin möchte ich Cable-Car-Bremser werden

Im Gegensatz dazu hatte ich meinen Spaß beim Cable-Car-Fahren. Kreuz und quer durch die Stadt, bergauf und bergab, hier einsteigen und dort wieder raus. Wenn ich groß bin möchte ich Cable-Car-Bremser werden.

San Francisco Street Car

 

Ebenso begeistert waren wir von den Straßenbahnen, die – eine schöner als die andere – in der ganzen Welt zusammen gesammelt wurden und überall anders ein Museum bestücken würden. Hier sind sie noch im Einsatz – Museums in Motion.

Holy Moly, die sind aber auch so was von steil.

Die Straßenbahnen werden dort eingesetzt, wo es eben ist, und die Cable-Cars übernehmen die steilen Strecken. Holy Moly, die sind aber auch so was von steil. Wer hier das Anfahren mit einem Schaltwagen lernt, der braucht auch sonst nirgends einen Berganfahrassistenten. Steigungen von bis zu 31,5 % waren mir im Auto sitzend gar nicht geheuer, in der Cable-Car, in der man quer zur Straße sitzt, wird der Horizont durch die hübschen Häuserreihen angenehm begrenzt.

Aber was für Lombard Streeteine schwachsinnige Idee, bei derartigem Gefälle die Straßen pillegerade, fast wie Skischanzen anzulegen. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie viele Sackkarren und Fuhrwerke hier wohl schon abgegangen sein mögen. Die konnte doch sicher weder Mensch noch Esel aufhalten. Die einzige der Landschaft angepasste „normale“ Straße, die Lombard Street, ist daher auch ein Touristen-Magnet. Ich fand es allerdings nicht so spannend, die engen Schleifen nur so zum Spaß herunter zu kurven, mir kam das vor, wie die Straßen auf einem Spielteppich mit einem Matchbox-Auto in der Hand abzufahren.
Apropos abfahren: Langsam wird es Zeit für etwas Grünzeug.......

2 Videos aus San Francisco kannst du hier und hier sehen.
Ein Video vom Point Reyes kannst du hier sehen.

 

 

 

 

 

 

 

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