Salem

Brennen muss Salem

„Original-Buchenwald-Rafting“ (Buddeln Sie sich Ihre eigene Schlitterbahn und rutschen Sie in die Originalschauplätze) oder „Auschwitz-Verlachgasung“ (Nur hier lachen Sie sich geschichtsträchtig tot) könnten als die neuesten Vergnügungsparks in Deutschland Dutzende Amerikaner anziehen. Mehr als eine kleine Gruppe Menschen dieses Kontinents wollen diese Art Belustigung wohl nicht sehen – hoffe ich doch mal.

Trotzdem bin ich bestürzt, was aus der Tötung der zwanzig, fünfundzwanzig Frauen und Männer in Salem gemacht wird. Jetzt ist es ja nicht typisch amerikanisch, sich unbequemer Menschen abergläubisch lässig entziehen zu wollen, auch hier waren die Europäer weitaus erfolgreicher. Ich wette, manche wünschten sich heute noch diesen einfachen Weg, eine unwillige Partnerin, eine neugierige Nachbarin, einen geschwätzigen Kollegen loswerden zu können. Aber ein Land, dass die Sünden der Welt auf seine Schultern lädt, man gedenkt z. B. der Opfer des Kommunismus und des Nationalsozialismus, macht sich einen Heidenspaß aus den eigenen Vergehen an den Mitmenschen in Form von Kirmes und Phantasialand. Dass man vergessen und auch verdängen möchte ist nur menschlich, aber jährliche Saisonattraktionen aus der Tötung von unschuldigen Menschen gehen nun doch zu weit.

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