Las Vegas

Schuld war nur der Boss-a-Nova
Der war schuld daran. Ich heiße nicht Jane und tanze auch nicht. Daher muss ich mir meine Urlaubsbrötchen mit der ansonsten überflüssigsten Freizeitbeschäftigung mit sechs Buchstaben verdienen. Und die erlaubte mir nicht, im November in die Karibik zu fliegen, denn eigentlich wäre Barbados mal wieder an der Reihe gewesen. Stattdessen bestimmte der Projektplan den September als Urlaubsmonat. Und wo kann man um diese Zeit hin? In der Karibik machen einem Hurricanes die Frisur strubbelig und im Südchinesischen Meer sorgt Dauerregen für natürlichen Wet-Look. Und wenn wir schon keine Palmen, weiße Strände und türkisblaues Wasser haben können, dann wenigstens in roten Stein gehauene Highlights.
 

Las VegasCity Center - soll 2010 fertig sein

Mein Phantasialand für Erwachsene, meine Oase in der Wüste, mein Atlantis im [aber ganz bestimmt nicht auf dem] Trockenen. Geballte Unterhaltung für alle, denen das ständige Klingeln der Geldspielautomaten nicht an den Nerven kratzt sondern bereits beim Eintreffen am Flughafen Urlaubsfreude aufkommen lässt – selbst Nichtspielern wie uns. Leider verändert sich ein Teil Las Vegas’ zurzeit in das Finanzzentrum einer willkürlich gewählten, nicht zwingend auf amerikanischem Kontinent befindlichen Großstadt. Moderne verspiegelte Hochhäuser, wie sie in den Metropolen überall auf der Welt stehen könnten, wachsen dort aus dem Boden, wo einst Frank Sinatra oder Elvis Presley in glühbirnen-blinkenden, old fashion Casinos zu Hause waren.

Die vielen begonnenen, teils höchstens halbfertigen Baustellen, an denen Dank der von meterweise ungedeckten Schecks lebenden Amerikanern verursachten Finanzkrise nicht weitergebaut wird, macht das Stadtbild auch nicht schöner.

Das fast fertige Fontainebleu - eine unvollendete Baustelle

Dennoch können wir uns hier wunderbar amüsieren: mit einem eisgekühlten Getränk vom Schauspiel des Bellagio-Fountains bei Hitze ein bisschen kühle Feuchte abbekommen, die verschiedenen Buffets ausprobieren, sehen, was es am „Ortseingangsschild“ wieder Neues gibt [diesjährig ein eigens für die Selbstportraitanten angelegter Parkplatz sowie eine Umzäunung, die das Auffahren mit dem Auto verhindert], hören, welche Band es ins House of Blues verschlagen hat, welche Konzerte es im Mandalay Bay außerdem noch gibt und feststellen, was sich sonst noch am Strip verändert hat [u. a. das neue Hard Rock Cafe).

Das Welcome-Schild jetzt mit eigenem Parkplatz und Umzäunung

Das neue Hard Rock Cafe am Strip

Viva Las Vegas

Und wenn man mal ein wenig Ruhe möchte ist das Rund-um-die-Uhr-Lichtermeer umzingelt von Natur, die nicht unterschiedlicher sein könnte. Das Tal des Todes steht im krassen Gegensatz zum Mount Charleston, die Red Rocks im nicht ganz so großen zum Valley of Fire. Das Death Valley gehört nicht zu meinen Favoriten, für mich ist das ’ne Wüste, die nicht toter sein könnte. Wenn jetzt einer von des Artists Palette schwärmt, kann ich nur dagegen halten: ist das Alles? Da kann ich ebenso im Kalksteinwerk in Mettmann Urlaub machen.

ist das Alles?

Ein Vielfaches Mehr gibt mir da der Valley of Fire State Park. Ein Spielplatz für Leute wie mich, die gerne auf den Slickrocks herumklettern und in allem irgendwas zu erkennen glauben. Hier kann man nachvollziehen, wie so mancher Science-Fiction-Geschichtenschreiber auf seine Fantasie-Figuren kommt. Allerdings ist der Elephant-Rock für mich eher ein Ameisenbär, aber wer weiß, vielleicht hatte er ja zur Zeit seiner Namensgebung mal große Ohren… 

Elephant Rock

Ein Spielplatz für Leute wie mich

AntBear Rock

Gänzlich neu war für uns die Gegend des Mount Charleston, formerly known as Charleston Peak. Der höchste Berg der Spring-Mountains in Süd-Nevada. Nur 39 Meilen von Las Vegas entfernt liegt eine gänzlich andere Landschaft. Grüne Bäume, kühle Luft, imposante Blockhütten bilden zur richtigen Jahreszeit ein hübsches Skigebiet.

Grüne Bäume, kühle Luft, imposante Blockhütten

Aber auch im Sommer, wenn einen die Hitze Las Vegas’ in klimatisierte Räume treibt, ist es hier sehr angenehm auszuhalten. Sehr erstaunlich fanden wir es, dass man von hier den Stratosphere-Tower zwar deutlich sehen kann, dass aber umkehrt die Berge von Las Vegas aus gesehen eher ungrün und langweilig, wie alle anderen „Henry“-Mountains auch, erscheinen.

Spring Mountains - grün, bunt und angenehm kühl.

Natürlich mussten wir auch mal schauen, wie weit denn die Bauarbeiten am neuen Hoover Dam Bypass gediehen sind. Die komplette Umgehung der Staumauer umfasst zahlreiche Brückchen und eine gigantische Bogenbrücke. Die Brückchen sind offensichtlich kein Problem, sie sind samt der dazugehörenden Straßenverbindungen bereits fertig gestellt. Die angeblich größte Bogenbrücke aus Stahlbeton der Welt, die den Black Canyon überspannen soll um die Bundesstaaten Arizona und Nevada zu verbinden, scheint allerdings Probleme zu bereiten, da sich der Fertigstellungstermin von 2008 auf Ende 2010 verschoben hat. 

Die angeblich größte Bogenbrücke aus Stahlbeton der Welt

Höhe, Hitze und extreme Winde sollen den Arbeitern zu schaffen machen. Das kann ich jetzt aber gar nicht verstehen… Nein, im Ernst, das Dingen sieht so Schwindel erregend aus, sowohl wegen der Höhe als auch von der Konstruktion her, dass wir nur hoffen können, dass man auch weiterhin über den Damm fahren können wird. Wir haben, im Gegensatz zu den Arbeitern hier, no head for heights…

 

das Dingen sieht so Schwindel erregend aus

 

 

 

 

 

 

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