Illinois

6 Uhr wach werden, duschen, rasieren. Als ich eingeschäumt vor dem Spiegel stand, stellte ich fest, daß die Klinge noch im Koffer war. Und der Koffer im Auto. Ich nehme immer - heute zum zweiten Mal - nur die Cameratasche und das Trolley mit dem Nötigen zur Nacht aufs Zimmer.
Also: Anziehen und raus, das blöde Ding holen. Natürlich nicht, ohne mich vorher entschäumt zu haben. Ein Blick auf’s in der Lobby vorbereitete Frühstück liess Gutes erahnen, leider hatte ich so früh am Morgen noch keinen Hunger. Und wenn ich gehabt hätte, wäre es auch egal. Wer so früh stückt, hat schon am späten Vormittag wieder Hunger....

Blick aus dem Hotelfenster

Illinois. Gesprochen ohne das s am Ende. Benannt nach dem indianischen Wort für “Mensch”, ein menschlicher Staat also. Das einzig Bekannte ist die größte Stadt des Landes, Chicago. Die werde ich aber nicht besuchen, sondern nur Springfield, der Hauptstadt, einen Besuch abstatten.
Der Weg dahin war öde und langweilig, eine endlose Ansammlung von genmanipulierten Maisfeldern
Ein “Welcome to Illinois” Schild habe ich nicht gesehen, es wird aber beim Verlassen dieses Staates bestimmt eins zu finden sein.

Irgendwo in Illinois

Erste Amtshandlung: Tanken. Den Benzinpreis habe ich mir nicht gemerkt, der ändert sich
1. sowieso täglich und
2. fährt hier sowieso kein deutscher Tourist her, es ist also nicht wichtig.
Illinois hat so wenig Bedeutendes, daß es dem einzig halbwegs Bekannten, Abraham Lincoln, an jedem Ort, den er mit seinen Füßen gebenedeit hat, ein Memorial gewidmet hat. An jeder 2. Ecke lauert Vadder Abraham sozusagen.
 

Hier steht kein Text

Das Capitol in Springfield war nicht leicht zu finden, weil es weder in Nähe des Highways noch gut sichtbar liegt. Aber immerhin war es ausgeschildert.
Angeblich ist es das Einzige, das Sonntags geöffnet hat, ich konnte also ausnahmsweise rein, natürlich erst nach ausführlicher Taschendurchsuchung, womit sich 4 Wachleute beschäftigten, die sich scheinbar freuten, etwas zu tun zu haben.

Illinois State Capitol Springfield

Eine Führung war erst in einer Stunde, ich habe deshalb nur die Kuppel geknipst und bin weiter zum schon erwähnten Lincoln Home gefahren.

Die Kuppel des State Capitols in Springfield/Illinois

War auch nicht sooo spannend, ich bin deshalb nach einem Foto und einem Stempel im neu gekauften Nationalparkpass wieder geflüchtet.
Ein neuer Pass? Genau, ich hab meinen alten zu Hause vergessen. Schade, in dieser Region wäre noch ne Menge Platz für neue Stempel gewesen.

Lincoln Home

Frühstück gab’s bei Bob Evans, einer Restaurantkette, die ich bisher weder kannte noch besucht hatte. Das Essen war das Übliche, Bratkartoffeln, overmedium Eggs, Bacon, plus eine Schale Gravy, eine Art Linsensuppe - schon wieder - die mit 2 Brötchen getunkt werden konnte, hat mein Nachbar an der Theke jedenfalls gemacht. Ich hab schon schlimmere Gravys gegessen, aber nochmal muss es nicht sein.

Frühstück mit Gravy bei Bob Evans

Über den Purple Heart Memorial Highway, von Prince einst besungen, fuhr ich weiter in Richtung Indiana.
Unterwegs sah ich ein Schild, auf dem es um irgendwelchen Free Refills ging und fand es schade, daß es sowas nicht auch an Tankstellen gibt. Einmal volltanken, anschliessend free Refils. Wäre aber ne blöde Geschäftsidee.
Das “Welcome to Indiana” Schild war zwischen irgendwelchen Büschen am Rande des Highways, ich hab es aber geschafft, in die Nähe zu kommen. Anschliessend bis zur nächstens Ausfahrt, wieder zurück, das “Welcome to Illinois” Schild geknipst und wieder zurück nach Indiana, zunächst zum örtlichen Visitor Center. Da stand auch ein Welcome-Schild, ich hätte mich also gar nicht in die Büsche schlagen müssen....

windiana

Zum Thema “Land of Lincoln”: Könnte man Nordrhein-Westfalen nicht den Namen “Land von Adenauer” geben? Immerhin war der Alte recht bekannt und die Hauptstadt von NRW ist, ähnlich wie Springfield, ein unbedeutendes Dorf irgendwo in der Pampa.
Aber ich schweife ab.

Welcome to Illinois - Land of Lincoln

Schild des Tages: Wer einen Straßenbauarbeiter an- oder überfährt, muss 10.000 $ zahlen und/oder 14 Jahre in den Knast.

Fazit Illinois: Wer gerne stundenlang durch Maisfelder fährt, ist hier genau richtig. Alle anderen müssen hier nicht unbedingt gewesen sein.

Was hätte ich in Illinois noch alles besichtigen können?
Horseshoe Lake State Park
Cahokia Mounds State Historic Site
Fairmount Race Track
Our Lady of the Snows Shrine
Country Classic Cars
Mother Jones Monument
Sangchris Lake State Park
Lincoln Memorial Garden & Nature Center
Illinois State Museum
Kickapoo State Park

Der Name Illinois kommt aus der Algonkin-Sprache und dem Französischen und bezeichnet das Volk der Illiniwek, das früher das Land bewohnte. Der offizielle Beiname Illinois ist „Land of Lincoln“.

Im 17. Jahrhundert bestand die Illinois-Konföderation, die 1651 Tionontati und Huronen aufnahm, die auf der Flucht vor den Irokesen waren. Die Illinois weigerten sich, die Flüchtlinge auszuliefern, woraufhin die Seneca, ein Stamm der Irokesen, sie zwangen westwärts über den Mississippi zu fliehen.

1673 kamen die Franzosen Louis Joliet und Jacques Marquette ins Land und waren wohl die ersten Europäer. 1712 kam das Land zur französischen Kolonie Louisiana, doch musste Frankreich 1763 Illinois an Großbritannien abtreten. 1783, im Vertrag von Paris, der den Unabhängigkeitskrieg der USA beendete, fiel das Gebiet an die USA, die es 1787 ins Nordwestterritorium eingliederten. Ab 1800 Teil des neu geschaffenen „Indiana-Territory“, erhielt Illinois 1809 ein eigenes Territorium. Am 3. Dezember 1818 wurde Illinois als 21. Bundesstaat in die Union der USA aufgenommen.

[Amerika] [USA] [Infos] [Reiseberichte] [Routenplanung] [Hawaii] [Mietwagenbuchung] [Zimmerbuchung]